In Crowdsourcing, Trends

Die Zukunft des Kinos

Ich bin gerade bei telepolis über einen guten Artikel von Thomas Willmann mit dem Titel „Zurück in die Zukunft oder: Das Kino ist schon wieder tot“ gestolpert. Schon der Einstiegstext hat mich neugierig gemacht: „Der Mensch von heute, und erst recht von morgen, will dauervernetzt kommunizieren, interagieren, dekonstruieren, hat kein Interesse an Unterhaltungsformen, welche nur passiven Zuschauern gefüttert werden. Also in Konsequenz mal wieder: Der Tod des Kinos. Und weil man sich ungern kampflos geschlagen gibt, ließen sich auf der Berlinale bei den Keynotes Filmschaffende erklären, wie die Zukunft aussieht. Von Wirtschafts-Oraklern, OpenFilm-Community-Machern und zwei Stars der Games-Szene: Jade Raymond und Jordan Mechner.“

Es hat mich nicht wirklich überrascht, dass zu dieser Podiumsdiskussion Matt Hanson, der Initiator des Crowdsourcing-Film-Projektes „A Swarm of Angels“ eingeladen wurde. Ich habe im August 2006 erstmals über dieses Projekt hier im Blog berichtet. Thomas Willmann entscheidet sich in seinem Artikel für folgendes Fazit: „Und da das „Produkt“ am Ende kostenlos erhältlich sein wird, sind hier die Produzenten ihre eigenen Kunden: Anstatt dass jemand Geld investiert, in der Hoffnung, dass ihm Leute seine Ware nachher abkaufen, zahlen hier die Leute gleich von vornherein dafür, dass es nachher einen Film gibt, der ihnen (hoffentlich) gefällt.“

Beeindruckt hat mich auch die Story vom Open Source Projekt Blender. Ursprünglich war Blender ein firmeninternes Programm des niederländischen Animationsstudios NeoGeo. Der Chefentwickler Ton Roosendaal gründete 1998 die Firma NaN (Not a Number Technologies), um Blender weiterzuentwickeln und zu vertreiben. Nach dem Bankrott von NaN stimmten die Gläubiger zu, Blender für einen Betrag von 100.000 Euro unter die freie Softwarelizenz GNU General Public License (GPL) zu stellen. Am 18. Juli 2002 wurde daher von Ton Roosendaal die Stiftung Blender Foundation mit dem Ziel gegründet, Spenden zu sammeln. Am darauffolgenden 7. September war das Ziel erreicht, 100.000 Euro zu sammeln.

Obwohl die 3-D-Graphik und Animationssoftware „Blender“ kostenfrei angeboten wird, gibt es trotzdem ein überzeugendes Revenue-Modell, das Thomas Willmann wie folgt beschreibt: „Ein Teil des Kapitals kommt aus der Gründer-Community (auch hier wieder ein Fall, dass letztlich die, die an einem Produkt auch arbeiten, selbst dafür zahlen). Ein anderer kommt davon, dass man zu der (inzwischen doch sehr komplexen) Software Trainingsseminare und Dokumentationen anbietet. Dann eröffnet der Status als nicht-kommerzielles Unternehmen den Zugang zu diversen Fördertöpfen (grade die EU ist ja da recht freigiebig). Und schließlich lässt man sich freilich auch von „richtigen“ Firmen sponsorn.“

2 Responses to Die Zukunft des Kinos

  1. […] http://www.best-practice-business.de/blog/?p=3307Der Chefentwickler Ton Roosendaal gründete 1998 die Firma NaN (Not a Number Technologies), um Blender weiterzuentwickeln und zu vertreiben. Nach dem Bankrott von NaN stimmten die Gläubiger zu, Blender für einen Betrag von 100.000 Euro … […]

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