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Buchbesprechung (Teil 2): 100 Produkte der Zukunft: Die perönliche Pille

Fangen wir heute mit dem Bereich „Gesundheit“ an. Das größte Potential sehe ich für die persönliche Pille, die von Prof. Dr. Kreutz und seinem Team in der Charité Berlin erforscht wird. Wir haben bereits hier im Blog im Juni 2006 von dem Trend der maßgeschneiderten Medikamte berichtet. Demnach hat man im Rahmen von Untersuchungen festgestellt, dass mehr als ein Drittel der von Patienten eingenommenen Medikamente nicht wirken und in mehr als 10 % der Fälle negative Nebenwirkungen auslösen. Von ca. 10.000 untersuchten Substanzen schafft es nur noch eine bis zur Zulassung als Medikament. Dadurch wären ungefähr 45 % der Kosten von Pharmakonzernen “unnütz‹. Wenn man allerdings die Zulassung auf bestimmte Zielgruppen konzentriere, könnte die Zahl der Zulassungen wieder deutlich steigen. Somit wäre das maßgeschneiderte Medikament nicht nur für den Patienten, sondern auch für die Pharmakonzerne wertvoll.

Wie wir im Buch erfahren, gibt es für die o.g. Probleme einen eigenen Forschungszweig. Im Rahmen der Pharmakogenomik beschäftigt man sich mit der effektiven Wirkung und Bekömmlichkeit von Arzneimitteln im Hinblick auf die Individualität unserer Erbanlagen. Und wie einzigartig jeder Mensch ist, zeigt sich daran, dass es rund drei Millionen genetische Variationen für das Erbgut des Menschen gibt. Diese Erbinformationen können heute einfach per Bluttest gewonnen werden. Aufwendiger ist es, herauszufinden, wie der Patient bestimmte Wirkstoffe durch körpereigene Enzyme verändern kann. Diese Enzyme sorgen aber dafür, dass ein Medikament im Körper in eine wirkende Substanz umgewandelt wird. Und genau auf diese Zusammenhänger konzentrieren sich viele Wissenschaftler im Rahmen ihrer Forschung. Denn dann kann man vorhersagen, welches Medikament bei welchem Patienten am besten helfen kann.

Das wäre ein enormer Fortschritt. Bisher versuchen Ärzte eher auf Basis von Mittel- und Erfahrungswerten, die Gesundheitsprobleme der Patienten mit Medikamenten zu beseitigen. Das gleicht eher einem „Try and Error“-Spiel, als einer gezielten Vorgehensweise. Mal trifft der Arzt schneller ins „Schwarze“, mal später und manchmal gar nicht. Im Rhamen der Pharmakogenomik sollen jedoch nicht nur individuelle Diagnoseverfahren entwickelt werden, sonderen auch ganz neue Medikamente für die Patientengruppen entwickelt werden. Denn derzeit gibt es noch viele Patienten, denen mit den bisherigen Medikamenten noch gar nicht geholfen werden kann. Es gibt noch viel zu tun, aber Wissenschaftler wie Prof. Kreutz packen es an. Noch kann nicht prognostiziert werden, wann Patienten von den Forschungsergebnissen in größerem Umfang profitieren können.

4 Responses to Buchbesprechung (Teil 2): 100 Produkte der Zukunft: Die perönliche Pille

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