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Wird Balkonwerbung zum neuen Werbetrend?

Die Werbeagentur Ogilvy hat sich zum einjährigen Bestehen der IKEA Niederlassung in Frankfurt-Nieder-Eschbach im März 2008 etwas Besonderes einfallen lassen, um das schwedische Möbelhaus mal wieder in der Bembelmetropole ins Gespräch zu bringen: Die Balkone an einem mehrgeschossigen Wohnhaus in der Elisabethenstr. 2-4 in Frankfurt-Sachsenhausen wurden Mitte März 2008 mit Schubladen-Designs aus dem IKEA-Programm verkleidet. So entstand der Eindruck, dass aus der Gebäudefassade viele überdimensionale Schubladen herausstehen. Die Kreativen von Ogilvy wollten die Schubladenlösungen dort präsentieren, wo wenig Platz ist – in kleinen Wohnungen. Deshalb fiel die Wahl auf dieses Wohnhaus in Frankfurt.

Ich selber habe nicht aus der Zeitung oder über Mundpropaganda über diese Aktion erfahren, sondern aus einem südafrikansichen Blog. Es überrascht mich immer wieder, dass die Verantwortlichen von Marketingaktionen in Frankfurt noch nicht automatisch daran denken, die in Frankfurt beheimateten Blogs sowie Blogs mit dem Schwerpunktthema Marketing über solche Aktionen zu informieren (natürlich immer unter der Berücksichtung der Kontaktregeln der Blogger). Und noch mehr wundert es mich, dass ich nicht als Autor eines Blogs angesprochen wurde, der in der Google-Trefferliste zu den Stichworten „ikea + frankfurt + guerilla“ auf der ersten Seite erscheint. Man sieht, viele Werbeprofis nutzen noch nicht das Internet als Recherchemittel für die Bewerbung einer Aktion. Hier besteht nicht nur bei großen Werbeagenturen großer Nachholbedarf. Wir wollen nicht mit nichtssagenden PR-Mitteilungen bombardiert werden, sondern mit Infos, die thematisch zu unserem Blog passen.

Bei Ansicht der Bilder habe ich mir noch eine andere Frage gestellt? Wann entdecken clevere Marketiers die Balkone an Häusern als Werbefläche? Um wem stehen dann eigentlich die Einnahmen zu, dem Mieter oder Eigentümer? Und wer muss was genehmigen? Während der EM gab es ja schon groteske Fälle, als einzelne Eigentümer den Mietern verboten haben, Deutschlandfahnen rauszuhängen. Ich bin mir sicher, dass diese Probleme von einer findigen Werbeagentur gelöst werden und damit ganz neue Werbeflächen in Zukunft angeboten werden. Wenn schon ganze Fassaden mit Werbebannern abgehängt werden, dann müssen Balkone sicherlich auch bald als Werbefläche dran glauben. Noch mehr Geld kann man allerdings verdienen, wenn man seinen Balkon während der Formel-1-Rennens in Monaco vermietet. Damit kann man fast so viel verdienen, wie man pro Jahr Miete zahlen muss.

Weitere außergewöhnliche Werbeflächen:

17 Responses to Wird Balkonwerbung zum neuen Werbetrend?

  1. Blogtrainer sagt:

    Werbung am Balkon – ganz sicher ein Fall für den „deutschen Dreisatz“: 1. Das hatten wir noch nie hier. 2. Da könnte ja jeder kommen. 3. Wo kommen wir denn da hin?

  2. Ein anderer „deutscher Dreisatz“ lautet: 1. Das gab´s schon mal 2. Weiss nicht mehr, wo ich drüber gelesen habe. 3. Hat sich nicht durchgesetzt 🙂

  3. das macht doch was her. ein schicker werbebalkon ist sicher schöner als so eine graue 70er jahre ästhetik.

    grusz
    klm

  4. […] andere Litfaßsäule auf, weil sie dann die Gegend beleuchtet. Ganz so spektakulär wie die letzte Balkonwerbung für IKEA finde ich diese Aktion nicht. Dafür hätte schon ein größeres Gebäude, wie z.B. der […]

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