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Warum es DIE Zielgruppe 50+ nicht gibt

Fast jede Woche wird im Fernsehen vom demographischen Wandel gesprochen. Damit ist gemeint, dass sich die Alterspyramide langsam rumdreht und relativ gesehen immer weniger Kinder und immer mehr Ältere und Rentner in Deutschland leben. Die Sozialversicherungssysteme leiden schon jetzt darunter und werden den Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte nicht mehr gerecht. Unternehmer erkennen in diesem Wandel aber nicht nur Probleme und Risiken, sondern auch Geschäftschancen. Allerdings machen viele Gründer, die ich kennengelernt habe, einen riesigen Fehler. Sie sind sich nicht bewußt, wie heterogen die Zielgruppe 50+ ist.

So glauben viele, dass die Nachfrage an Pflegediensten in den nächsten Jahren stark ansteigen wird. Dabei wird nicht bedacht, dass der Mensch i.d.R. nur in den letzten vier Jahren seines Lebens stark pflegebedürftig ist. Diese Zeitspanne hat sich seit Jahrzehnte nahezu nicht geändert. Dagegen steigt die Zahl der agilen 60 und 70jährigen sehr stark an. Das ist auch Kopfsache. Früher dachten viele, mit 60 ist das „Leben vorbei“. Heute gründen viele Frührentner noch einmal ein eigenes Unternehmen oder ändern ihr gesamtes Leben.

Jedem, der mit den Älteren dieser Gesellschaft gute Geschäfte machen will, empfehle ich die Durchsicht der Folien des Vortrages „Was ich bei der Zielgruppe 50plus beachten muss“ von Rolf Kirchmair von Seniorresearch aus Frankfurt. Nach dem Durchlesen wird auch dem Letzten klar, dass es sich auch bei 50+ um eine sehr heterogene Zielgruppe handelt. Wer es etwas konkreter und IT-lastiger haben will, dem empfehle ich die Kurzstudie „Technologie im demografischen Wandel. Altersgerechte Informationstechnologie im Kommen“ aus dem Hause DB Research. Fazit: Die Chancen sind riesig, allerdings müsst Ihr schon eine Lupe verwenden, um treffsicher zu sein.

10 Responses to Warum es DIE Zielgruppe 50+ nicht gibt

  1. Frederik sagt:

    Herzlichen Dank für diesen Beitrag!
    In meiner Praxis als Demografie-Berater erlebe ich immer wieder, dass Unternehmer pauschal die „Generation 50plus“ als Zielgruppe aufs Korn nehmen – ohne sich weiter Gedanken über die Präferenzen dieser heterogenen Gruppe zu machen, die immerhin fünf Jahrzehnte und unzählige unterschiedliche Biografien umfasst. Dagegen sind die 14-49-Jährigen ein „paradiesischer Einheitsbrei“.
    Aber ich bin guter Dinge, denn der Bewusstseinswandel ist im Gange und die tollsten Ideen zur Ansprache der älteren Käuferschichten sprießen wie die Pilze.

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