In Innovation, Trends

Wann gibt es den Boom von Mini-Windkraftanlagen und was muss dafür getan werden?

Momentan fehlt es in der Politik an Visionen an zukunftsweisenden Richtungsvorgaben. Schauen wir uns z.B. das Thema „Windkraft“ näher an. Derzeit werden große Offshore-Windparks geplant, um den Anteil erneuerbarer Energie an der Stromversorgung deutlich zu erhöhen, ohne wirtschaftliche Aspekte zu vernachlässigen (Windenergie produziert im Vergleich zum Solarstrom viel günstigeren Strom). Das Problem besteht allerdings darin, dass viele neue Leitungen gelegt werden müssen, um die großen Stromverbraucher aus der Industrie in Süddeutschland bedienen zu können. Es ist nicht erst jetzt zu erkennen, dass dieses Unterfangen aufgrund der Bürgerproteste nicht planmäßig umgesetzt werden kann. Deshalb heißt das Zauberwort: „Dezentrale Energieversorgung“. Eine Lösung dabei sind vor allem die Mini-Windkraftanlagen, wie in England, Dänemark und China schon vorgelebt wird. Wir stehen uns allerdings wieder selber im Weg, wie Christine Jurgeit-Körner in einem TR-Artikel eindrucksvoll vorrechnet:

„Eine vom Bundesverband Windenergie bei der TU Berlin in Auftrag gegebene Studie hat berechnet, unter welchen Umständen sich eine Kleinwindanlage lohnt. Das Fazit: Kleinwindräder seien „potenziell wirtschaftlich“ – ihre Stromgestehungskosten betragen je nach Standort und Anlagentyp 11,3 bis 32,6 Cent pro Kilowattstunde. Das ist zwar noch weit entfernt von den 4,5 bis 8,5 Cent ausgewachsener Windkraftanlagen, aber oft bereits günstiger als der Strom einer Photovoltaik-Dachanlage. Doch das allein nutzt einem privaten Windmüller zunächst wenig. Bei Sonnenstrom ist das Einspeise-Entgelt nämlich nach Größe der Photovoltaik-Anlage gestaffelt und kann bis zu 28,74 Cent betragen. Bei der Windkraft hingegen wird der Strom einer wenige Kilowatt starken Anlage genauso vergütet wie der eines Multi-Megawatt-Windparks: mit zunächst 9,2 Cent, nach fünf Jahren mit 5,5 Cent.“

Es ist also nachgewiesen, dass Mini-Windkraftanlagen i.d.R. Strom günstiger generieren können als Solaranlagen auf dem Dach, aber die Förderpolitik wird dieser Situation nicht gerecht. Das ist enorm schade und sollte schleunigst geändert werden, damit zumindest ein Gleichbehandlung erfolgt und man nicht den Eindruck bekommt, dass hier wieder nur Lobbyisten an Fördergesetzen rumgeschrieben haben. Vielmehr wird es auch Zeit, dass es endlich Mini-Windkrafträder gibt, die nicht als Fremdkörper erscheinen und keinen großen Lärm verursachen. Die Lösungen gibt es schon. Wir haben z.B. schon im Jahr 2008 hier im Blog über die Mikro-Windräder von microwave aus Hongkong berichtet. Oder wir haben hier im Blog über Windräder berichtet, die in die Dachkonstruktion integriert werden. StartUpler dieser Welt, nehmt Euch endlich dieses Themas an!

5 Responses to Wann gibt es den Boom von Mini-Windkraftanlagen und was muss dafür getan werden?

  1. Moe sagt:

    Auf die Gefahr hin heute inflationär mit meinen Kommentaren umzugehen – es gibt schon ein paar sehr interessante Startups in diese Richtung. Z.B. in München hat sich die Firma Entelios (www.entelios.com) vor einigen Monaten gegründet.

    Sie beschäftigt sich mit dem Thema Smart Grid und dem Ausgleich von Spitzenlasten in dem Sie in der Industrie Einsparpotentiale nutzt, um das Stromnetz zu entlasten. Kunden sind somit eher die Stromkonzerne, aber diese Zahlen bereits für die Bereitstellung eines Einsparpotenzials Geld (unabhängig von der Nutzung), dass auch den Kunden zugute kommt. Sehr spannende Geschichte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *