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Branded Government: Mitarbeiter werden für Goodwill-Projekte in Kommunen abgestellt

Wie schon erwähnt können Mitarbeiter in ausgewählten Unternehmen für eine begrenzte Zeit bezahlten „Arbeitsurlaub“ nehmen, um in einer gemeinnützigen Aktion zu helfen. Das gehört zu den CSR-Aktivitäten dieser Unternehmen. Bei Branded Government dagegen werden die Projekte vom Unternehmen vorgegeben, an denen sich die Mitarbeiter beteiligen können. Zudem ist für alle erkennbar, indem z.B. Kleidung vom Arbeitgeber getragen wird, dass der Arbeitgeber der Sponsor ist. Ein solches Beispiel sind z.B. die Pointsmen, die die südafrikanische Versicherungsgesellschaft Outsurance abstellt. Dabei handelt es sich um Mitarbeiter der Verkehrsgesellschaft, die an Kreuzungen etc. den Verkehr regeln und damit Aufgaben übernehmen, die ansonsten Polizisten übernehmen würden. Die Aktion läuft seit sechs Jahren und zwar in Kapstadt, Johannesburg und Tshwane. Die Aktion ist konzeptstark, weil Outsurance auch Kfz-Versicherungen anbietet.

Ebenfalls m vorletzten Trendbriefing wurde eine weitere solche Aktion vorgestellt: „Ebenfalls in Südafrika gründete die Versicherungsgesellschaft Dial Direct die Pothole Brigade, eine Straßenbauinitiative, die in und um Johannesburg über 50 000 Schlaglöcher repariert hat, die von Fahrer gemeldet wurden (der Aufwand betrug 1 Million ZAR pro Monat). Das Projekt wurde vor Kurzem von übereifrigen Bürokraten gestoppt, aber es gibt noch viele andere Städte, in denen eine ähnliche Initiative sicher eine Menge Fans finden würde.“ Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass solche Aktionen umstritten sind und es nicht für alle Städte und Behörde klare Regeln gibt, welche Art von Branded Government Projekte erlaubt und erwünscht sind und welche nicht.

Wann wären solche Aktionen vielleicht weniger umstritten. Evtl, wenn die Freiwilligen keine Arbeitskleidung vom Arbeitgeber tragen würden. Aber letztlich will der Arbeitgeber, wenn er schon als Sponsor auftritt, auch, dass alle wissen, wer hier seinen Beitrag für die Kommune leistet. Vielleicht wäre es auch hilfreich, wenn die Firma nicht in der Kommune oder Stadt hilft, in der sich der Stammsitz der Firma befindet, damit weniger Interessenkollisionen entstehen können. Oder vielleicht wäre es auch hilfreich, wenn an einem Projekt mehrere Firmen gleichzeitig beteiligt wären, um keine „Monopolstellung“ aufkommen zu lassen. Wie auch immer, aus meiner Sicht sollten Standards entwickelt werden, damit keiner Kommune vorgeworfen wird, dass sie Steuergelder rausgeschmissen hat, weil sie die Hilfe der Firmen nicht angenommen hat. Das ist nämlich die andere Seite der Medaille.

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