In Marketing - Sponsor, Trends

Businesstrend Watchlist: Branded Government



Auszug aus Trendbriefing 09/2012

Seit Anfang des Jahres präsentiere ich im Rahmen einer Watchlist-Serie hier im Blog Businesstrends, die es seit einiger Zeit und auch in naher Zukunft zu beachten gilt. Neben der Beschreibung des Trends stelle ich an jedem Businesstrend-Tag zwei bis drei Beispiele vor, damit jeder einen besseren Einblick erhält. Bis jetzt sind 16 Trends zusammengekommen. Hier habe ich eine Übersicht aller Trends aufgelistet, die ich in diesem Jahr bisher im Rahmen der Watchlist-Serie vorgestellt habe. Nachdem ich eine längere Sommerpause gemacht habe, will ich jetzt wieder regelmäßig hier im Blog Businesstrend-Tage veranstalten. Den Restart will ich heute mit dem Trend „Brand Government“ wagen, auf den ich erstmals im Trendbriefing 09/2012 gestoßen bin. .

Vereinfacht ist mit Brand Government gemeint, dass Firmen ihre Leistungen für den öffentlichen Dienst kostenfrei zur Verfügung stellen, um die Gemeinde vor Ort oder Landes- bzw. Bundesbehörden zu unterstützen. Damit ist aber nicht gemeint, dass z.B. Softwareprogramme für einen begrenzten Zeitraum vom Softwarehersteller kostenlos zur Verfügung gestellt werden, damit die Gemeinde „auf den Geschmack kommt“ und anschliessend Lizenzen entgeltlich erwirbt. Viel mehr sind Unterstützungsleistungen gemeint, die keine Verkaufsförderungsmaßnahmen darstellen und grundsätzlich keine Gegenleistungen damit verbunden sind.

Diese Hilfe kann dringend gebraucht werden, denn letztlich sind die Kassen vieler Kommunen leer, aber die Zahl der Aufgaben und die damit verbundenen Kosten steigen immer mehr an. Da die Einnahmen aber nicht immer im gleichen Maße ansteigen und sich nicht jede Kommune unbegrenzt verschulden kann, müssen neue Geldquellen oder kostenfreie Manpower erschlossen werden. Hier helfen mittlerweile immer häufiger schon Stiftungen aus und ohne die ehrenamtliche Tätigkeit vieler Bürger wären die Kassen schon länger leer. Aber das reicht nicht. Deshalb helfen immer häufiger Unternehmen aus. Der Trend kommt eigentlich aus den Entwicklungsländern, schwappt aber immer häufiger hier nach Europa rüber.

Die Art der Unterstützung kann sehr unterschiedlich sein. So stellen einige Unternehmen ihre Mitarbeiter für einen begrenzten Zeitraum (bei voller Lohnfortzahlung) frei, damit die Mitarbeiter ehrenamtlich vor Ort helfen können. Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass Unternehmen ihre Leistungen der Behörde kostenfrei zur Verfügung stellen. Oder die Unternehmen belohnen die Freiwilligen mit Incentives, die von den Unternehmen kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Branded Government bedeutet allerdings, dass für Dritte ersichtlich ist, von welchem Unternehmen die Leistungen zur Verfügung gestellt werden. Das alles ähnelt dem Sponsoring. Auch hier werden keine direkten Gegenleistungen erwartet, außer dass der Sponsor genannt und veröffentlicht wird.

Faierweise muss man sagen, dass „Branded Government“ – Leistungen nicht unumstritten sind. Vielmehr befürchten Kritiker, dass die Behörden in die Abhängigkeit von Unternehmen geraten könnten und aufgrund dessen nicht mehr frei entscheiden würden. Insofern bedingt aus meiner Sicht Branded Government volle Transparenz, sprich Behörden müssen alle Ausnahmegenehmigungen oder Vergünstigungen für Firmen veröffentlichen, damit kein „Geschmäckle“ aufkommt. Es müssen also ganz klare Spielregeln aufgestellt werden. Umso mehr Kommunen allerdings unter leeren Kassen leiden, umso häufiger wird auch der Ruf nach „Branded Government“ laut, das ist zumindestens meine Prognose. Einige Leistungen werden aber sicherlich auch langfristig nicht gern gesehen sein, andere dagegen sehr wohl.

2 Responses to Businesstrend Watchlist: Branded Government

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