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Vom Tag der offenen Tür zu neuen Geschäftsmodellen: US-Zeitungsverlage testen neue Konzepte

Vielen Zeitungsverlagen in den USA brechen seit Jahren konstant die Werbeeinnahmen weg. Eine typische Folge davon ist, dass sich die Verlage „gesundschrumpfen“ wollen, indem sie sehr viele Mitarbeiter entlassen. Da i.d.R. lange Mietverträge mit den Vermietern geschlossen wurden, führt das dazu, dass immer mehr Räume in diesen Verlagen leerstehen. Was tun? Diese Frage stellen sich nicht nur die Controller, sondern alle Verantwortliche. Die Lösung dafür kann ganz unterschiedlich aussehen.

Die New York Times kommt jetzt z.B. auf die Idee, ihre Räume für einen begrenzten Zeitraum (4 Monate) drei bis fünf ausgewählten StartUps aus der Medienbranche kostenlos zur Verfügung zu stellen: TimeSpace is a new initiative from The New York Times that brings entrepreneurs to our headquarters to refine and grow their businesses. Over four months, you and your team will work out of 620 8th Avenue, meet with relevant Times staff, demo your product and teach/learn alongside entrepreneurs and employees who make their livings in digital media, technology and journalism.“

Das ist eine sehr gute Chance für alle MedienStartUps vor allem mit Sitz in New York, die eine New York Times schon immer als Pilotkunden oder Kooperationspartner für sich gewinnen wollten. Das Beste: Die New York Times erwartet von den teilnehmenden StartUps keine direkte Gegenleistung (wie z.B. Anteile) dafür, dass sie ihnen die Räumlichkeiten und auch Kontakte zu Mitarbeitern der NYT zur Verfügung stellen. Vielmehr will der Verlag den Anschluss zu neue Ideen nicht verpassen, die evtl. dazu führen, dass die Zeitungsverlage sich „neu erfinden könnten“.

Aber vielleicht ist das doch der erste Testballon von NYT dafür, einen Inkubator zu gründen oder einen StartUp-Beteiligungsfonds aufzubauen. Schliesslich könnte die NYT neben Büroräumen auch weitere freien Ressourcen „ins Spiel bringen“. Wir haben hier ja schon über das „Media for Equity“-Beteiligungsmodell berichtet. Das könnten auch immer mehr Zeitungsverlage für sich entdecken, um sich „fast zum Nulltarif“ an interessanten StartUps beteiligen zu können. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, was sich aus o.g. Testballon alles entwickeln kann.

Es gibt aber noch ganz andere Ideen, um leere Räume in Zeitungsverlagen „wieder mit Leben zu füllen“. Die Verantwortlichen von „The Boston Globe“ kamen auf die Idee, leer gewordene Großraumbüros zu nutzen, um dort öffentliche Events zu veranstalten. Ziel soll es sein, eine reale Community aufzubauen und die Zeitung für die Leser „anfassbarer“ zu machen. Begleitet werden die Events vom hauseigenen Internetradiosender „RadioBDC“, der live von den Events berichtet. Die Los Angeles Times wiederum vermietet Räumlichkeiten an Filmstudios. Wie auch immer, die Zeitungsverlage in den USA geben nicht kampflos auf.

One Response to Vom Tag der offenen Tür zu neuen Geschäftsmodellen: US-Zeitungsverlage testen neue Konzepte

  1. […] anderes Thema und würde den Platz hier sprengen. An verschiedenen Stellen hier im Blog, wie z.B. hier habe ich mich zudem schon mit diesem Thema beschäftigt. Da mit dem Verkauf der Tageszeitung nicht […]

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