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Crowdspondent: Die Leser bestimmen, worüber die Auslandskorrespondenten berichten

Lisa Altmeierund Steffi Fetz sind als freie Auslandskorrespondenten für drei Monaten in Brasilien unterwegs. Besonders daran ist, dass sie (nur) über das berichten, was ihre Leser interessiert. Wie funktioniert das? Via Twitter, Facebook, Blog oder EMail könnt Ihr Wünsche äußern, über welche Themen die beiden Journalistinnen berichten sollen. Die Journalistinnen prüfen danach alle Vorschläge und lassen dann via Facebook abstimmen, über welches Thema sie berichten sollen. Beim letzten Voting siegte das Thema „Favelas“. Und deshalb berichte die beiden jetzt im Blog und auch via Podcast darüber.

Bleibt eine wichtige Frage: Wie finanzieren die Journalistinnen Ihren Auslandsaufenthalt? Auf Ihrer Webseite beantworten die Jungjournalistinnen diese Frage: „Wir haben das große Glück, von VOCER ein Stipendium bekommen zu haben, dass uns ermöglicht, in Brasilien spontan von Ort zu Ort zu reisen. Ansonsten haben wir noch ein bisschen Geld, das wir uns während der Ausbildung durch unsere Nebenjobs erarbeitet haben. Und wir stehen in Kontakt mit ein paar Medien für die wir arbeiten. Mit denen haben wir abgemacht, dass bei ihnen Artikel aus Brasilien erscheinen.Natürlich freuen wir uns, wenn wir darüber hinaus Texte, Videos und Radiostücke verkaufen können. Und vielleicht habt ihr ja auch Lust uns etwas zu spenden. Zum Beispiel per Flattr.“

Ist das nun die Zukunft des Auslandsjournalismus? Ich glaube nein, viel mehr kommt bei obiger Arbeit eine schicke Bewerbungsmappe für beide heraus und zudem haben sie drei Monate lang fremde Länder, Sitten und Gebräuche kennenlernen können. Es ist einfach zu zeit- und kostenaufwendig, Journalisten noch in fremde Länder zu schicken. Vielmehr werden Journalisten vor Ort mit Hilfe von Übersetzungsprogrammen solche Arbeiten step by step übernehmen oder deutschsprachige Blogger vor Ort. Eins kann aber nicht schaden, dass Journalisten mehr ihre Leser bei ihrer Arbeit einbinden.

3 Responses to Crowdspondent: Die Leser bestimmen, worüber die Auslandskorrespondenten berichten

  1. Hallo Burkhard,

    das ist ja eine düstere Medienzukunft: Auslandsjournalismus per Google-Übersetzer?
    Kleine Korrektur: Wir konzentrieren uns in unserem Projekt voll auf Brasilien. Also nicht „und Lateinamerika“.

    Liebe Grüße
    Lisa und Steffi

  2. Hallo Lisa und Steffi und Lisa,

    danke für Euer Feedback.

    Ich persönlich glaube nicht, dass die Medienwelt düsterer, sondern vielfältiger wird.

    Die Bloggerwelt zeigt, dass es schon jetzt sehr viele Experten gibt, die über ihre Welt berichten, ohne dass sie Journalismus studiert haben. Und häufig machen sie das sogar besser als Journalisten, die sich für wenige Stunden in ein Thema einarbeiten.

    Insofern gibt es neue Chancen für die einen und weniger Chancen für die anderen. Aber es gibt ja auch tolle Plattformen wie krautreporter und spot.us (siehe http://www.best-practice-business.de/blog/geschaeftsidee/2013/01/30/journalismus-crowdfundingplattform-krautreporter-wandelt-auf-den-spuren-von-spot-us/) und tolle Stiftungen, weshalb auch Journalisten ihre Daseinsberechtigung behalten werden, aber nur, wenn sie unternehmerischer und innovativer werden.

    Gruss

    Burkhard

  3. […] Schneider beurteilt unser Projekt auf Best Practice Business […]

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