In Featured, Innovation, Marketing - Preis, Trends

Google Glass: Zahlen Werbetreibende in Zukunft pro Blickkontakt der Nutzer?

Google hat einen Großteil seines Erfolges dem „Pay-per-Click“-Prinzip zu verdanken (Stichwort Google Adwords). Jetzt sorgt Google für Furore, weil es auf die „Pay-per-Gaze“-Technik ein Patent gewährt bekommen hat. Demnach soll der Werbetreibende dann bezahlen, wenn sich ein Interessent dessen Werbung angeschaut hat. Mit Hilfe von Google Glass ist das einfach zu messen. Es lässt sich sogar messen, wie lange ein Interessent eine Werbung anschaut. Insofern könnte der Preis, den der Werbetreibende zu zahlen hat, davon abhängen, wie lange der Kunde die Werbung anschaut.

Die Krönung ist „Pay-per-Emotion“. Demnach kann Google Glass mit Hilfe der Beobachtung der Pupillenbewegung des Nutzers herausfinden, ob der Kunde von der Werbung positiv berührt wurde. Sollte das der Fall sein, müsste der Werbetreibende ebenfalls mehr als üblich bezahlen. Weiterhin könnte Google auch solche Auswertungen an die Werbetreibenden verkaufen, natürlich nach Anonymisierung der Daten. Und die Nutzer sollen „selbstverständlich“ entscheiden dürfen, ob die Daten weiter gegeben und verkauft werden oder nicht. Ob das Datenschützer besänftigen wird, ist zumindestens anzuzweifeln.

Das riecht trotz aller Bedenken nach der Zukunft der Werbung. Denn mit Hilfe von Google Glass könnte erstmals Offline-Werbung gemessen werden. Wenn ein Google Glass Nutzer z.B. ein Plakat anschaut, kann genau analysiert werden, welche Passagen des Plakates er wie lange angeschaut hat und welche Aktivitäten er danach unternommen hat. Das gilt auch für Anzeigenwerbung etc. Aber das setzt natürlich voraus, dass auch viele Menschen eine Google Glass Brille besitzen und dann auch tatsächlich für solche Zwecke (Anschauen von Plakaten und Zeitungen) verwenden. Und es setzt voraus, das die Kunden tatsächlich bereit sind, in dieser Form ausgespäht zu werden.

Quelle: Mashable

4 Responses to Google Glass: Zahlen Werbetreibende in Zukunft pro Blickkontakt der Nutzer?

  1. tom sagt:

    Nachruf auf die „Maus“

    Lange wurde sie geklickt, auch mal weggeworfen, beschumpfen und für Passiertes in Verantwortung genommen und war doch immer nur einfach eine dumme Maus. Jetzt hat die Maus genug und für ihre Freiheit hat sie neue Verbündete gefunden.

    Künftig genügt ein „Wimpernschlag“ und schon wird der Job, den die Maus mal hatte, in Aktion gesetzt. Ein „Wimp“ und schon ist die Location erfasst,- ein „Wimp“ und schon sind alle Freunde informiert,- ein „Wimp“ und schon weiß die Bedienung was man heute gerne Essen oder trinken würde,- ein „Wimp“ und schon weiß der Laden, welche Jeans ich gerne mag und in welcher Größe diese,- aus dem Regal in die Umkleidekabine, geschickt werden sollte,- ein Wimp…..“Wimpen“..das Leben kann so einfach sein :-)!

  2. Dirk sagt:

    Also, wenn ich meine bescheidene Meinung an dieser Stelle äußern darf:

    “Pay-per-Gaze“ ist ja wohl das allerletzte, was man in der Werbeindustrie noch braucht. An das Pay-per-click (auf Google-Deutsch: CPC) und Pay-per-impression hat man sich inzwischen als Gewerbetreibender gewöhnt, künftig soll wohl per Blickaufschaltung abgerechnet werden.

    Bin schon auf die neue Werbung gespannt, die sich auf das Abrechnungsmodell anpasst – mit grellen Farben, unruhigen Bewegtbildern, schrillen Tönen – Hauptsache der kostenauslösende Blick wird erreicht.

  3. Ich als Werbetreibender möchte nicht für Werbung bezahlen, wenn sie mir nichts einbringt. Insofern ist Pay per Gaze ein innovativer Ansatz. Ich zahle dann nicht mehr für das Anbringen eines Plakates, sondern wenn Menschen darauf geblickt haben und anschliessend bei mir kaufen. Das finde ich einen spannenden Ansatz.

  4. Dirk sagt:

    @ Burkhard Schneider:

    Das Geschäftsmodell hat immer zwei Seiten. Für den Verbraucher heißt dies konkret, dass die Werbeunternehmen dann alles tun werden, um den „first gaze“ zu erhalten, denn dies ist das kostenauslösende Moment. Wie erreicht man, dass möglichst viele Verbraucher möglichst viel Werbung innerhalb möglichst kurzer Zeit „anblicken“, durch flickerige, grelle Bewegtbilder.

    Content und orginelle Ideen, die zum Weiterklicken motivieren war dann gestern…

Schreibe einen Kommentar