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In Mutmacher, Trends, V - Erfolgsfaktoren

Arianna Huffington ruft in einer Rede vor Studentinnen dazu auf, Erfolg neu zu definieren

Nun können wir also seit fünf Tagen die deutsche Huffington Post „erleben“. Im Vorfeld wurde viel „Staub aufgewirbelt“. Ist das nun das Ende des Qualitätsjournalismus in Deutschland? Wie viele Blogger werden sich finden, zum Nulltarif zu schreiben, um im „Gegenzug“ fast alle Rechte an den Artikeln abzugeben. Werden andere Verlage nachziehen und auch versuchen, Journalisten finanziell noch mehr als bisher zu beschneiden? So langsam scheint sich wieder alles zu beruhigen, denn schliesslich bezahlt auch Huffington Post festangestellte Journalisten in den USA, damit sie Unique Content am „Laufband“ produzieren. Die HP verlässt sich längst nicht nur auf die Crowds.

Ein erster Blick in das neue Onlinemagazin zeigte mir sehr schnell, dass die HP hier in Deutschland „auch nur mit Wasser kocht“. Wenig Artikel mit USP-Charakter. Genauso unübersichtlich wie Spiegel-Online und Co. Noch fehlt mir ehrlich gesagt das Argument, auch noch „Zeit zu verschwenden“, um auf einer Seite mehr austauschbaren Content zu lesen. Und vielleicht deshalb hat sich die Aufgeregtheit in der deutschen Blog- und Presselandschaft so schnell wieder gelegt. Folgende Erkenntnis scheint sich schnell durchgesetzt zu haben: „Ach so, die kochen auch nur mit Wasser.“

Ein Artikel hat allerdings meine Aufmerksamkeit gewonnen: „Rede von Arianna Huffington zur Abschlussfeier am Smith College: „Erfolg neu definieren: Das Dritte Metrum““. Denn die Gründerin der HP ist eine faszinierende Persönlichkeit, wenn sie auch noch nicht an Steve Jobs heranreicht. In der 24 minütigen Rede (siehe Video unten), die auch als Skript übersetzt in deutscher Sprache angeboten wird, beschäftigt sie sich mit dem Thema „Erfolg“. Und hier fordert sie auf, neue Wege zu gehen:

„Momentan stützt sich die Definition unserer Gesellschaft für Erfolg auf zwei Faktoren: Geld und Macht. Tatsächlich sind Erfolg, Geld und Macht bedeutungsgleich geworden. Aber es ist an der Zeit, ein drittes Metrum einzuführen, das über Geld und Macht hinausgeht. Eines, das für Wohlbefinden, Weisheit, Begeisterungsfähigkeit und der Fähigkeit, etwas zurückzugeben, steht. Geld und Macht zusammen ergeben einen zweibeinigen Schemel: Man kann eine Weile darauf balancieren, aber dann wird man damit umkippen. Im Grunde ist unsere bisherige Definition von Erfolg nicht länger aufrechtzuerhalten. Sie ist nicht mehr aufrechtzuerhalten, weder für Personen noch für Gesellschaften.“

„Wenn ihr also heute diesen wunderschönen Campus verlasst, um euren Träumen zu folgen und euch hohe Ziele setzt in dem Beruf, den ihr gewählt habt, dann bitte ich euch: Kauft der Gesellschaft ihre Definition von Erfolg nicht ab. Denn sie funktioniert nicht. Sie funktioniert nicht für Frauen, sie funktioniert nicht für Männer, sie funktioniert nicht für Eisbären, sie funktioniert nicht für die Zikaden, die gleich über uns herzufallen scheinen. Diese Definition funktioniert nur wirklich für Hersteller von Arzneimitteln gegen Stress, Diabetes, Herzkrankheiten, Schlaflosigkeit und Bluthochdruck.“

Das ist auch ein guter Aufruf für Journalisten: Hechelt nicht den Aufträgen hinterher, die immer schlechter bezahlt werden. Versucht neue Wege zu gehen oder Nischen zu finden, die noch nicht „vergiftet sind“. Oder noch besser: Erfindet neue Medienangebote, um nicht im alten Trott zu ersticken. Huffington Posts ist das in Deutschland noch nicht gelungen. Aber vielleicht hilft ja die Rede von Arianna Huffingtion, dass sich Journalisten davon inspirieren lassen und etwas Neues erfinden. Dann können sie auch das Hamsterrad verlassen, das heute auch die HP darstellt.

11 Responses to Arianna Huffington ruft in einer Rede vor Studentinnen dazu auf, Erfolg neu zu definieren

  1. Frank sagt:

    Die gute Frau hat natürlich leicht reden.

  2. Die Frage was „Erfolg“ ist sollte sich jeder Mensch und jedes Unternehmen immer mal wieder stellen. Wir leben in einer Welt die sich immer schneller Fair(?)wandelt.
    Heraklit sagte vor 2.500 Jahren sagte, dass nichts so beständig ist wie der Wandel. Allerdings hat die Geschwindigkeit enorm zugenommen.
    Es gibt zwei Wege mit dem Wandle umzugehen. Man unterwirft sich ihm, oder man gestaltet Wandel aktiv. um die Möglichkeiten aktiven Wandels auszuloten helfen meiner Ansicht nach zwei Fragestellungen:
    1) „Warum mache ich das alles hier gerade (mit)?“ und
    2) „Was bedeutet für MICH Erfolg ?“

    Ich glaube viele werden für sich feststellen, dass ihr Erfolg sich in ganz anderen Dimensionen als Macht und/oder Geld abspielt. Bei manchen wird auch Wohlbefinden, Weisheit etc. als Erfolgsindikator auftauchen. Bei anderen wird sich eine Wahrnehmung manifestieren, die über das alles weit hinausgeht.
    Wichtig ist, sich klar darüber zu sein was man mit seinem Leben tun will.

  3. Eigentlich ist das ein perfekter Aufruf, mehr Selbständigkeit zu wagen. Denn bis in klassischen Unternehmen Erfolg neu definiert wird, hat diese Generation wahrscheinlich ihre Chance vertan.

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