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Jetzt verkaufen auch die großen Handelsketten krummes Gemüse

Mittlerweile gibt es immer mehr gute Geschäftsideen, um der Lebensmittelverschwendung weltweit den Kampf anzusagen. Hier im Blog habe ich zahlreiche dieser Ideen vor kurzem im Rahmen einer Kurzzusammenfassung vorgestellt. Ein wichtiger Ansatz besteht darin, krummes, nicht konformes Obst und Gemüse salonfähig zu machen und nicht wie bisher aus den Verkaufsregalen zu verbannen und als Tier- oder Dosenfutter bzw. Energielieferant umzufunktionieren. Es war jedoch klar, dass gerade das krumme Gemüse erst dann zum Verkaufsschlager werden könnte, wenn sich die großen Handelsketten einklinken würden.

Deshalb sorgt jetzt eine PM von REWE für Furore, die das krumme Obst und Gemüse in Österreich unter der neu geschaffenen Eigenmarke „Wunderlinge“ verkaufen und zwar zu einem deutlich günstigeren Preis als die „marktkonforme“ Ware. Gestartet wird mit Äpfeln, Karotten und Erdäpfeln aus Österreich, die bei BILLA, MERKUR und ADEG erhältlich sind. Die Idee entstand erst vor einigen Monaten. Gute finde ich, dass REWE in der PM ehrlich zugibt, sich bei der Idee von Coop in der Schweiz inspiriert haben zu lassen.

Coop bietet seit August 2013 diese neue „Produktlinie“ unter dem Namen «Ünique» an. Diese Ware wird in gesonderten Regalen angeboten. Begonnen wurde mit mit Walliser Aprikosen, denen der Hagel im Juli stark zugesetzt hatte. Rund ein Viertel der Ernte wies starke Hagelschäden auf. Diese Früchte seien trotz kleiner Flecken tadellos für den Verzehr oder die selbstgemachte Konfitüre geeignet. Angeregt hat diese Aktion der Schweizer Obstverband. Und auch Migros wurde mit eingebunden, die diese Aprikosen allerdings nicht unter einer eigenen Marke, sonder als Ware zweiter Klasse zu Sonderpreisen verkauften.

Und was ist mit Deutschland? Diesbezüglich zeigt sich REWE noch bedeckt, zuvor soll in Österreich Erfahrung mit den „Wunderlingen“ gesammelt werden. Deshalb hat Edeka die Chance genutzt, um in Deutschland Vorreiter zu sein. Unter dem Motto „Keiner ist perfekt“ bieten Edeka-Testmärkte diese Sonderlinge aus Deutschland an. Die Testmärkte befinden sich in Südbayern, Nordbayern-Sachsen-Thüringen, Rhein Ruhr und Nord. Diese Art von Wettbewerb finde ich gut. Was mal klein anfing, erreicht jetzt immer mehr Supermärkte und Verbraucher.

Mehr Infos in n24, WiWo Green und NZZ.

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