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6 Google Glass Case Studies

Fast exakt vor zwei Jahren habe ich erstmals über Google Glass berichtet. Vor mehr als einem Jahr nahm das Projekt enorm an Tempo auf, als sich Early Adopter aus den USA bewerben konnten, eines der ersten Geräte zu einem Preis von 1.500 USD im Rahmen des „Explorer Programms“ zu erwerben. Am nächsten Dienstag wird die nächste „Raketenstufe“ gezündet. Weitere Menschen sollen am 15.4.2014 die Chance habe, im Rahmen des Explorer Programms eine Google Glass Brille zum Preis von 1.500 USD online zu erwerben.

Leider müssen wir Europäer auch dieses Mal außen vor bleiben. Nur Bürger, die in den USA leben, können aktuell am Explorer Programm teilnehmen. Das liegt wohl auch am Datenschutz, der hier in Europa deutlich restriktiver „gelebt“ wird. Aber das ist sicherlich nur ein Grund, den Testmarkt geographisch zu begrenzen. Es gibt noch genug Herausforderungen zu lösen, um Google Glass alltagstauglich zu machen. Deshalb befindet sich das Google Glass Projekt immer noch im Beta Status. Um weiter geheimnisvoll zu bleiben, wird auch nicht verraten, wie viele Google Glass Brillen am nächsten Dienstag verkauft werden. Um die Zeit bis zum Dienstag zu versüßen, präsentiere ich hier fünf offizielle Explorer Stories von Google Glass Nutzern:

Roy Choi vom Kogi BBQ Food Truck
Roy Choi ist Mitinhaber des Kogi BBQ Food Truck, der seit 2008 im Großraum LA asiatische Köstlichkeiten anbietet. Er ist einer der Wegbereiter der Gourmet Food Truck – Bewegung. Mittlerweile hat Kogi BBQ auch das erste Restaurant eröffnet. Die Herausforderung besteht darin, die Kunden mit immer wieder neuen Köstlichkeiten zu überraschen. Roy Choi zeigt in diesem Video, wie er ein neues Gericht anlässlich des St. Patrick Days entwickelt und dabei irische und asiatische Einflüsse aufeinander prallen lässt. Guten Appetit!

Feuerwehrmann Patrick Jackson aus North Carolina
Patrick Jackson ist Feuerwehrmann und Google Glass Explorer. Patrick ist überzeugt, mit Hilfe von Google Glass in Zukunft mehr Menschen als bisher retten zu können. Mit Hilfe von Google Glass können alle Feuerwehrleute freihändigen Zugang zu Informationen erhalten, in Sekunden. Im Rahmen einer Übung zeigt Patrick im Video, wie Google Glass im Alltag eines Feuerwehrmanns konkret helfen kann. Clevere Aussage: Jede Technologie bringt nicht nur Risiken, sondern auch ganz neue Einsatzmöglichkeiten und Chancen.

Young Guru erforscht die Klanglandschaft in L.A.
Young Guru ist DJ, Musikproduzent und Toningenieur, der Sounds von Musik-Legenden wie Jay-Z, Rihanna, Beyoncé mit geprägt hat. In Los Angeles erforscht die die Klanglandschaft den Straßen, um sich davon für seine Musik inspirieren zu lassen. In dem Video zeigt er, wie ihm Google Glass bei seiner Arbeit hilft. Und, wie er sich mit anderen Kulturen verständigt.

Alex Blaszczuk gewinnt ihr Leben zurück
Seit einem Autounfall im Jahr 2011 ist Alex Blaszczuk vom Kopf abwärts gelähmt. Seitdem kann sie nicht mehr ihre Hände verwenden. Ein eigenständig geführtes Leben gehört seit dem der Vergangenheit an. Google Glass gibt ihr nun das Leben zurück. Denn Google Glass kann sie auch ohne Hände bedienen. Jetzt ist sie wieder eine „wertvoller Bürger“. Beim letzten Camping-Ausflug hat sie als Beifahrerin navigiert. Seit Google Glass beschreibt sie ihr neues Leben unter alexbtrust.org.

Tennisspielerin Bethanie Mattek-Sands meistert ihren Alltag mit Google Glass
Die Tennisspielerin Bethanie Mattek-Sands zeigt im Film, wie sie sich auf Wimbledon vorbereitet hat. Google Glass hilft ihr nicht nur dabei, ihr Training zu verbessern, sondern auch um den Alltag besser zu meistern. Google Glass erkennt auf einen Blick, welche Utensilien im Koffer noch fehlen. Den ganzen Film hat sie mit Hilfe von Google Glass gedreht.

Physiklehrer Vanden Heuvel Andrew lädt seine Schüler in das virtuelle Klassenzimmer ein
Der Physiklehrer Vanden Heuvel Andrew unterrichtet seine Schüler nicht im Klassenzimmer, sondern via Web. Das stellt ihn vor ganz neuen Herausforderungen. Es bietet aber auch neue Chancen. Eine Bildungsreise in die Schweiz (Besuch von CERN) hat Andrew mit Hilfe von Google Glass dokumentiert und seine Schüler live dazugeschaltet. Jeder kann Andrews Erlebnisse verfolgen in seinem Blog http://agl-initiatives.org/teaching-with-glass/.

Die Case Studies zeigen, dass Google Glass immer dann ein wichtiger Helfer ist, wenn man die eigenen Hände nicht zur Verfügung hat. Google schafft es mit seinen Explorer-Stories, Google Glass „menschlich zu machen“. In vielen Ländern und Gesellschaftsschichten gibt es starke Vorbehalte gegen Google Glass. Und das ist auch richtig so. Auf der anderen Seite sollte man auch darüber diskutieren, für welche Menschen Google Glass die Welt zum Besseren verändert.

13 Responses to 6 Google Glass Case Studies

  1. Jann sagt:

    Marketing-technisch macht Google alles richtig. Was mich beschäftigt ist die Preisfrage, Explorer sind zwar bereit 1100 Euro für Glass zu bezahlen, aber ich bezweifle, dass die breite Masse das auch ist.

  2. Hallo Jann,

    die Preisfrage beschäftigt derzeit viele Blogger, Tech-Experten etc. Robert Scoble prognostiziert in einem Artikel unter https://plus.google.com/+Scobleizer/posts/1UfNLdZAN4h einen Verkauftspreis von 600 USD im Jahr 2014. Dieser Preis sei allerdings immer noch nicht massentauglich, da ein Smartphone mit mehr Funktionen für 200 USD erhältlich sei.

    In einem Chip.de-Artikel unter http://www.chip.de/news/Google-Glass-Release-2014-Preis-unter-300-Euro_63270138.html wird orakelt, dass der Verkaufspreis beim Massenverkaufsstart unter 300 USD Dollar liegen wird. Das haben Experten errechnet, die die Preise für die Einzelkomponenten ermittelt haben.

    Mein Bauchgefühl sagt, dass ab 300 USD die Post „abgehen könnte“, Google aber gut beraten ist, zu Beginn mit höheren Preisen für Early Adopter einzusteigen. Zudem hängt der Wert der Brille davon ab, welche Apps für welche Einsatzmöglichkeiten angeboten werden. Im B2B-Business wären viele sicherlich bereit, viel mehr für die Brille zu zahlen als Privatkunden.

    Marketingtechnisch macht Google tatsächlich fast alles richtig.

  3. Hallo Jann,

    marketingtechnisch macht Google tatsächlich sehr viel richtig. Das zeigt nicht nur der o.g. Youtube-Kanal, auf dem Videos gezeigt werden, die viele Emotionen versprühen.

    Auch war es clever, zu Beginn Google Glass vorrangig an Entwickler zu verkaufen, die entsprechende Apps entwickeln, damit die Brille hinsichtlich der Anwendungen schnell massentauglich wird.

    Und es war clever, das Influencer die Brille vorab kaufen konnten. Robert Scoble bringt das im o.g. Artikel schön auf den Punkt:

    „Nearly everyone wants to try it. Google is brilliant. They got us to pay $1,500 (plus tax) to be its PR agent. It’s gotten to the point where even I don’t want to wear them around. At one conference a few people in a bathroom wanted to try them on. I figure I’ve shared my Glass with 500-1,000 people.“

  4. Tom sagt:

    Radikaler Datenschutz 🙂

    Datenbrille Glass: Attacke auf einen Journalisten

    In San Francisco ist erneut ein Google-Glass-Träger angegriffen worden: Diesmal traf es einen Journalisten, der die Datenbrille wohl zur falschen Zeit am falschen Ort getragen hatte.

    [Quelle: Spiegel Online]

  5. Hallo Tom,

    hinsichtlich des Datenschutzes sind intelligente Lösungen nötig, damit Google Glass massentauglich wird. Ich wundere mich, warum Google diesebezüglich noch keinen Ideenwettbewerb gestartet hat.

    Ich hätte zwei Ideen beizutragen:

    1. Die Google Glass müsste rot blinken, wenn sie aktiv ist. Damit jeder sehen kann, ob die Brille derzeit aktiv genutzt wird.

    2. Ich müsste via Smartphone-App die Chance habe, mich für Google Glass Brillen „unsichtbar“ zu machen. Sprich, die Kamera dürfte mich nur in groben Pixeln zeigen, wenn ich den Google Glass Stop Button gedrückt habe.

    Welche Ideen habt Ihr?

  6. tobias sagt:

    Es sollte deutlich sichtbar sein, ob GoogleGlass aufnimmt oder nicht. Ein rotes Licht lässt sich sicherlich leicht hacken und bleibt auch aus wenn man aufnimmt.
    Die Webcam meines Netbooks hat das mit einer silbernen Blende gelöst. Blende vorgeschoben -> heller Punkt (recht auffällig) –> Keine Aufnahme möglich. Dunkler Punkt: Aufnahme möglich.

    Und schon ist Ruhe mit Datenschutz

  7. Tom sagt:

    PFFFF Google Glass….schon ein alter Hut 🙂

    Für die wirklich investigativen Datensammler hat Google ein Patent für Kontaktlinsen mit Kamera angemeldet!

    Mögliche Anwendungen:
    Polizisten können bei der Kontrolle eines Verdächtigen mit einem Blick eine Gesichtserkennung starten, um festzustellen, ob derjenige zur Fahndung ausgeschrieben ist. Oder einem Fußgänger, der sich einer Kreuzung nähert, signalisiert die Linse, dass sich ein Auto nähert – entweder durch ein Warnlämpchen oder indem es das näher kommende Auto heller hervorhebt.

    🙂 Naja sofern Kontaktlinsenträger – dann ist er/sie quasi im Dauereinsatz !

    oder:

    So könnte man zum Beispiel zum nächsten Song in einer Abspielliste springen, eine Buchseite umblättern oder den TV-Sender umschalten.

    Auch Cool – meine Tochter als Physio freut sich – Bewegungsmangel bringt Patienten 🙂

  8. Hallo Tom,

    ich habe hier im Januar 2014 erstmals über die Google Kontaktlinse geschrieben, siehe http://www.best-practice-business.de/blog/zukunftstrends/2014/01/17/nach-google-glass-soll-die-smarte-kontaktlinse-folgen/.

    Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis auch eine Kamerafunktion dazukommen würde. Ziel ist es u.a., dass Blinde im Alltag besser unterstützt werden können.

    Ähnlich wie bei Google Glass gibt es somit Zielgruppen, für die diese Erfindung ein Segen sein könnte.

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