Gastronomie

Mittlerweile wurden in unserer Rubrik „Idee-Gastronomie“ mehr als 150 außergewöhnliche und erfolgversprechende Gründungsideen vorgestellt. Darunter befinden sich viele Geschäftsideen, die noch gar nicht oder nicht flächendeckend in Deutschland umgesetzt wurden. Solche Konzepte wollen wir hier in einem Top-10-Überblick vorstellen, um Gastronomen zu inspirieren, die mit einer neuen Geschäftsidee in Deutschland durchstarten wollen. Dies ist kein Aufruf, eine Idee aus dem Ausland 1 : 1 zu kopieren, sondern Teile in das eigene Konzept einfließen zu lassen. Denn unser Auftrag lautet: Den Lesern bietet das Onlinemagazin keine Patentrezepte, sondern einen Ideenbaukasten zum Weiterbasteln an.

Aktuelle Trends sollten Sie beachten:

  • Crowdsourcing
  • Crowdfunding
  • Bewusste Ernährung
  • Nachhaltigkeit (keine Verschwendung)
  • PopUp-Gastro
  • Automatisierung
  • Retro
  • Community-Marketing
  • Erlebnismarketing
  • Knappheitsmarketing

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AUfSCHWUNG

Nextrestaurant -Tickets gibt es nur im Vorverkauf
Im Frühjahr 2011 eröffnete der Spitzenkoch Grant Achatz das Nextrestaurant in Chicago. Dabei hat sich der Gründer vom Ticketing-System von Fluggesellschaften und Konzertveranstaltern inspirieren lassen. Die Gäste müssen ihren Platz im Voraus buchen und bezahlen. Getränke sind schon inklusive. Das Menu steht schon vorher fest und wechselt alle drei Monate. Je nach Tageszeit und Wochentag kostet der Platz unterschiedlich viel Geld (je nach Nachfrage). Auf Zweitmärkten wie Craiglist werden die Tickets zu Höchstpreisen an alle verkauft, die nicht frühzeitig gebucht haben. Zudem bietet Achatz eine kulinarische Welt- und Zeitreise an. Das Konzept ist genial, weil genau vorgeplant werden kann und somit kein Essen weggeschmissen werden muss. Zudem bleiben keine Tische leer. Achatz spielt perfekt auf der Klaviatur des Knappheits- und Eventmarketings. Zudem ist das Konzept hochrentabel.

Urban Winery Trend: Stadtweingüter werden auch in deutschen Städten Einzug halten
Sie sind in Deutschland aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken, die Mikrobrauereien, die den Besuch in der angrenzenden Gastwirtschaft nicht nur zum Geschmackserlebnis machen. Warum sollte es deshalb nicht auch Stadtweingüter geben, die vor Ort keltern, die Fässer lagern und damit die Weinprobe in der Stadt zum Erlebnis machen? In Nordamerika hat sich dieser Trend unter der Bezeichnun „Urban Winery“ längst schon etabliert. Und er scheint jetzt nach Deutschland zu schwappen. Der Winzer Jonathan Hollerith, die Mediengestalterin Svenja Hollerith und der Entrepreneur Kai Sommer wollen in Köln nach eigenen Angaben das erste Stadtweingut in Deutschland eröffnen. Zielkunden sind nicht nur Einheimische, die den Besuch zum (Mitmach)Erlebnis machen wollen, sondern auch Touristen, die den langen Weg in ein Weingebiet scheuen.

stadtweingut

Logbar: Gäste können Wunschcocktail kreieren und auf die Karte setzen lassen
In der Logbar können sich die Gäste Ihren eigenen Cocktail mit Hilfe eines iPads zusammenstellen. Sie wählen dafür die alkoholischen und nichtalkoholischen Getränkebestandteile, das passende Glas, die Verzierung und die Art und Weise, wie gemixt wird (gerührt oder geschüttelt). Anschließend können sie dem Getränk noch einen Namen geben und schon ist das Getränk auf der iPad-Getränkekarte verewigt. Jetzt kann der Gast in Zukunft sein Stammgetränk bequem bestellen. Wenn es andere Gäste bestellen, erhält er eine Gutschrift von 50 Yen pro bestelltes Getränk. Clever! Warum lassen sich davon nicht Gastronomen hier in Deutschland inspirieren. Einen Namen hätte ich auch schon: Die Mitmachbar. Das Konzept greift perfekt die Trends Crowdsourcing, Indivdualisierung und Empfehlungsmarketing auf.

Food-Truck-Szene wird auch in Deutschland immer größer und bunter
Auch dieser Trend ist aus den USA nach Deutschland „eingewandert“. Die Food Truck Gastronomen wollen sich bewusst von dem Imbissbuden-Essen abgrenzen. Sie bieten häufig gute, exotische Gerichte an, die frisch und häufig mit BioLebensmitteln ohne Geschmacksverstärker zubereitet werden. Häufig dienen die Food-Trucks als „mobiler“ Kantinenersatz und fahren in der Woche (häufig nach festem Fahrplan) die Gewerbegebiete an, um den Mitarbeitern vor Ort abwechslungsreiches, gutes und günstiges Essen anzubieten. Die Lunch-Karawane hilft den Firmen und Food-Trucks dabei, dass die passenden Haltestellen gefunden und die passende Abwechslung geboten werden. Weiterhin sind die Food-Trucks auf vielen Wochenmärkten und Festen anzutreffen. In deutschen Großstädten gibt es zudem im Sommer mehrmals im Monat ein Food-Truck-Festival, auf denen man die ganze Vielfalt der Food-Truck-Szene ausprobieren können.

food-truck

Das High-Tech-Restaurant ist auf dem Vormarsch
Im japanischen Restaurant Mirai Resu können Gäste schon heute erleben, wie das Restaurant der Zukunft aussehen wird. Am Tisch kann man sich das Menu nach eigenen Wünschen am Display zusammenstellen. Bestellen kann man bei einer virtuellen Kellnerin, die an der Decke angezeigt wird. Die Bilder der Gerichte, die einem geschmeckt haben, kann man via Facebook, Instagram und Co. teilen. Und wer der japanischen Sprache nicht mächtig ist, erhält ein Head-Set, um die Gerichte in der eigenen Sprache präsentiert zu bekommen. Die erste High-Tech-Eisdiele Deutschlands steht in Kaiserslauten. Es handelt sich um Ice-Robot.


Im Cereal Killer Cafe gibt es Frühstücksflocken aus aller Welt
Seit Ende 2014 können Touristen und Einheimische im Londoner Cereal Killer Café Frühstücksflocken aus aller Welt essen. Insgesamt haben die Kunden die Wahl zwischen mehr als 120 Frühstücksflocken-Sorten, 30 Milch-Sorten und 20 verschiedene Toppings. Ab 2,50 GBP können die Gäste hier frühstücken. Da die Cerealien auch ideal als Snacks zwischendurch geeignet sind, ist das Cafe täglich von 7.00 – 22.00 Uhr geöffnet. Fazit: Im Cereal Killer Cafe können die Gäste eine kulinarische Weltreise machen und gleichzeitig an ihre Kindheit erinnert werden, in der diese Frühstücksflocken eine wichtige Rolle gespielt haben. Diese Geschäftsidee kommt sicherlich in allen Großstädten der Welt gut an. Wir werden sicherlich bald verschiedene Copy Cats vorfinden.

Das Twitter-Restaurant bietet mehr als die Farbe Blau
Im Sommer 2013 habe ich hier im Blog über das erste Twitter-Hotel berichtet. Viele Ideen, die wir in diesem Bericht vorgestellt habe, könnte auch ein Restaurant adaptieren: Twitter-Cocktail, Twitter-Lounge, exlusive Restaurant-App, auf die nur über das hauseigene WLAN zugegriffen werden kann, Twitter-Concierge, Twitter-Influencer-Rabatt, etc. Dieses neue Gastro-Konzept könnte sich auch von anderen Vorbildern inspirieren lassen, wie die Instagram-Speisekarte, das 1. Instagram-Hotel, etc.

Die PopUp-Gastronomie wird zur Touristenattraktion und kostengünstiges Einstiegskonzept für Gründer
Laut dem Center of Economics & Business Research gibt es in Großbritannien mittlerweile mehr als 9.000 Pop-Up-Restaurants und -Geschäfte. Knapp 25.000 Menschen werden in diesem Geschäftszweig in England beschäftigt. London gilt als Hauptstadt des Pop-Up-Business und zieht allein schon deshalb viele Touristen an. Ein sehr gelungenes Beispiel ist die ABQ-Bar, die in einem Wohnmobil beheimatet ist und in der die Gäste unter Anleitung eigene Cocktails mixen können (Edutainment-Trend). Das Wohnmobil ähnelt dem in der Kultserie „Breaking Bad“, innen wie außen. In bester Nextrestaurant-Tradition kaufte der Gründer erst dann das Wohnmobil, als er genug Tickts im Vorverkauf absetzen konnte. Ein anderes Erfolgsbeispiel das Pop-Up-Restaurant „Outstanding in the Field“, das auf einem Bauernhof beheimatet ist.

Das Blockbuster-Restaurant – Wenn das Essen zum Film passt
Schon lange hat sich bei Kinobetreibern rumgesprochen, dass heute das Geld häufig mit der Gastronomie verdient wird. Umgekehrt wissen auch Gastronomen, dass man seine Gäste heute unterhalten muss, um sie immer wieder anzulocken. Warum nicht beides kombinieren? Das dachten sich auch die Macher des MISE-Filmfestivals im kanadischen Toronto und kredenzten zu den Filmen die Gerichte, die im Film vorkamen. Davon könnte man sich inspirieren lassen, um auf Filmfestivals passende PopUp-Restaurants aufzubauen. Das könnte auch für beliebte Serien oder Sport-Events funktionieren. Man könnte aus dieser Idee aber auch ein stationäres Restaurantkonzept entwickeln, das statt Sportevents Filme auf den Fernsehbildschirmen zeigt.

Restaurants, in denen Kalorien gezählt werden
Das Restaurant & Take-away Hitzberger im schweizerischen Einkaufscenter Sihlcity vermerkt auf jeder Rechnung, wie viele Kalorien und wie viel Fett der Gast gerade zu sich genommen hatte. Diese Idee ist aus meiner Sicht ausbaufähig. Warum nicht einen Wettbewerb starten, dass der Tagesgast, der in einer Woche die meisten Kilos abgenommen hat, die Essensrechnungen zurückerstattet bekommt. Warum nicht a la Weightwatchers eine Diät-Community starten? Warum nicht spezielle Gerichte abends anbieten, die wenig bis keine Kohlenhydrate beinhalten (Viele Abnehmfreunde schwören auf dieses Erfolgsrezept). Das Angebot könnte auch durch einen Lieferservice ergänzt werden. Promis in Hollywood schwören auf solch einen Diät-Service.

Wichtig ist, dass man kein Modekonzept entwickelt, das nach einem halben Jahr wieder „out“ ist. Zudem gilt obige Aufstellung auch als Inspirationsquelle. Gerne kann sich jeder das herauspicken an Ideen, das zu seiner Persönlichkeit passt und auch ganz neu zusammenstellen. Das gilt auch für bestehende Angebote im Gastronomiesegment Dabei sollte man die wichtigsten Trends nicht aus dem Auge verlieren: Erlebnismarketing, Knappheitsmarketing, Crowdsourcing, Bewusste Ernährung, Community-Marketing.

One Response to Gastronomie

  1. WEISS THOMAS sagt:

    Hi Leute, Ein Geschütztes tolles Logo, Eine Idee ist „NICHTS“ ohne die Menschen die dahinter stehen und an das Projekt glauben. Anders, besser sollte es sein, doch immer mehr Steine säumen meinen Weg über die ich denke zu stolpern. „Cafe Orange“ steht für Individualität, Abgrenzen von bisher da gewesen. Und doch benötige ich Hilfe, da ich merke das ich mit 25.000 Euro Startkapital denke an die Grenzen das „machbaren“ stoße. Wäre cool wenn der ein oder andere ne Idee hätte, wie ich an potentielle Geldgeber herankomme die bereit sind nochmals 25.000 Euro zu schultern und somit anteilig „stille Teilhaber“ am Projekt werden. Die Projekt/Geschäftsform wird als GmbH gegründet. Zielrichtung des Projektes ist es, in Städten mit mehr als 30000 Einwohnern ansässig zu werden. Kontakt über Mail Adresse ! Danke für Eure Hilfe und Unterstützung im Vorfeld :)!

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