Roboter

Roboter werden in immer mehr Branchen immer zahlreicher eingesetzt, auch, weil Roboter immer intelligenter werden. Das ist zwar kein ganz neues Phänomen, aber jetzt nimmt die Dynamik enorm zu. Auf der Webseite „Will Your Job Be Done By A Machine?“ kann man erfahren, mit welcher Wahrscheinlichkeit man in naher Zukunft durch einen Roboter (bzw. Maschine) ersetzt wird. Auf der anderen Seite gibt es ganz neue Chancen für Start-Ups, wenn Sie ins Roboter-Business einsteigen. Deshalb präsentieren wir hier ausgewählte Geschäftsideen rund um den Roboter.

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Starship entwickelt einen Roboter auf vier Rädern für die Lieferung der letzten Meile
Derzeit liefern sich viele Firmen einen Wettstreit darin, wer als erstes Drohnen als Lastesel einsetzen kann. Das StartUp Starship einen anderen Weg gehen. Die Ingenieure im Unternehmen entwickeln derzeit einen Roboter auf Rädern, der autonom Produkte ausliefern können soll. Er soll vor allem das Beförderungsproblem der letzten Meile lösen. Der rollende Roboter soll Pakete von bis zu 10 Kilo Gewicht in einem Radius von bis zu einer Meile ausliefern. Im ersten Schritt sollen damit bevorzugt Lebensmittel transportiert werden. Dabei sollen die Transportkosten bei ein USD pro Lieferung und damit bis zu fünfzehn Mal günstiger als bei herkömmlichen Alternativen liegen. Hinter dieser Geschäftsidee stecken die zwei Skype-Mitgründer Ahti Heinla und Janus Friis.

starship

Google entwickelt das Robo-Taxi
Schon im Jahr 2010 hat Spiegel Online über die Tests eines „Roboter-Autos“ durch Google berichtet. Das erste Testauto war ein umgebauter Toyota Primus. Seitdem arbeitet Google mit zahlreichen Autoherstellern und -zulieferern zusammen. Schnell wurde bekannt, dass die Vision ein Robo-Taxi sei, das in Städten autonom Fahrgäste einsammeln und an ihr Ziel bringen könne. Natürlich arbeiten mittlerweile auch zahlreiche andere Player wie Tesla und Co. am selbstfahrenden Auto. Auf jeden Fall schon jetzt sollten sich Taxifahrer Gedanken machen, was sie beruflich in zehn Jahren machen können. Denn die Entwicklung geht schneller als ursprünglich erwartet.

Agrarroboter BoniRob kann nicht nur Unkraut beseitigen
Die Vision in der Landwirtschaft lautet „Smart Farm“. Der Agrarroboter „Bonirob“ von Bosch soll dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Der Roboter ist so groß wie ein Kleinwagen, manövriert Dank videobasierter Positionsbestimmung sowie Satellitennavigation auf den Zentimeter genau über das Feld. Bei neuen Pflanzensorten wertet er Blattgröße und -farbe, Fruchtgröße und -form, Wuchsform, Insektenbefall oder den Gehalt des grünen Blattfarbstoffes Chlorophyll aus. Nicht nur die Pflanzenzucht kann der Bonirob wesentlich beschleunigen. Auch die alltägliche Arbeit auf dem Feld erleichtert der Agrarroboter. Anhand der Blattformen unterscheidet er Nutzpflanzen von Unkraut. Mit Hilfe eines Rammstabs beseitigt er Unkraut mechanisch statt mit Gift. Unerwünschte Pflanzen werden einfach und mit hoher Geschwindigkeit in den Boden gerammt. Der BoniRob ist ein Produkt der 2014 gegründeten Deepfield Robotics, ein Start-up der Robert Bosch Start-up GmbH, das seine Anfänge in 2008 in der Bosch Konzernforschung und im Rahmen des öffentlich geförderten Projekts „BoniRob“ fand.

deepfield robotics

RoboFisher ermöglicht Angeln von zu Hause aus
Seit kurzem kann man in Rumänien angeln, ohne das Land je betreten zu haben. Möglich wird das dank eines Angelroboters, der via Computer in Echtzeit gesteuert werden kann. Die Nutzer können vom Computer aus festlegen, wie weit die Angelschnur geworfen werden soll. Wenn die Schnur zappelt, kann der Fernangler die Schnur hochziehen. Sollte sich tatsächlich ein Fisch am Haken befinden, wird er wieder ins Wasser geworfen. Das alles klingt zuerst nach Spinnerei. Aber der RoboFisher kann zum Beispiel älteren oder behinderten Menschen dabei helfen, zu angeln, obwohl die körperlichen Voraussetzungen nicht mehr vorhanden sind. Oder Kindern kann näher gebracht werden, wie Fische in der Natur gefangen werden.

Der Roboter-Einkaufswagen WiiGo folgt automatisch dem Supermarktbesucher
Der WiiGo soll das Einkaufen im Supermarkt zukünftig erleichtern. Er ist ein selbstfahrender Einkaufswagen, der seinen Nutzer auf Zeit kurz per Bilderkennung identifiziert und ihm dann selbständig und in gebührendem Abstand durch den Laden folgt. Erfunden hat das Gerät ein Portugiese, der sein Leben im Rollstuhl verbringt und darüber nachgedacht hat, wie das Einkaufen im Supermarkt für ihn leichter werden könnte. In Zukunft soll der WiiGo-Einkaufsroboter noch viele anderen Funktionen übernehmen: In naher Zukunft soll der Roboter auch eigenständig Waren aus dem Regal holen können. Und nach Ladenschluss könnte der Roboter weitere Aufgaben übernehmen, wie z.B. das Durchwischen des Ladens oder das Auffüllen der Regale. Spätestens dann könnten Supermärkte überlegen, ob sich die Anschaffungskosten in Hohe von 4.000 EUR lohnen.

wiigo

Der Butler-Roboter arbeitet im Hotel als Dienstleister am Gast
Der Butler-Roboter Botlr hat vor einiger Zeit seinen ersten Dienst im Aloft Hotel in Cupertino angetreten. Er arbeitet dort als Zimmerservice-Butler. Sein Job ist es, den Gästen Dinge auf das Zimmer zu bringen, die sie dringend brauchen. Stilecht trägt er Frack und Fliege. Die Funktionsweise: Der Gast ruft an der Rezeption an und bestellt z.B. eine Zahnbürste. Die netten Mitarbeiter an der Rezeption legen die Zahnbürste in das Fach von A.L.O. und geben im Display die Zimmer-Nr. des Gastes ein. Und schon fährt der Botlr eigenständig los. Da er noch nicht anklopfen kann, ruft er im Zimmer an, um seine Ankunft anzukündigen. Wenn der Gast die Zahnbürste aus dem Fach von A.L.O. entnommen hat, wird er gefragt, ob er alles bekommen hat, was er bestellt hat. Und zum Schluss darf er den Service nach dem Sternchensystem bewerten.

Andrea Ammerich Gier bietet Maßanzüge für Roboter an
Die gelernte Näherin Andrea Ammerich Gier stattet Industrieroboter mit Maßkleidern aus. Warum? Auch Industrieroboter brauchen Arbeitskleidung, um vor Spänen, Smutz, Frabresten oder Funkenflug geschützt zu werden, damit sie lange, reibungsfrei arbeiten können und unnötige Wartungen und Reparaturen vermieden werden können. Genau wie jeder Maßschneider schaut sich auch Andrea Ammerich Gier zuerst ihr Model an, um dann bei der ersten Anprobe zu erfahren, ob der Anzug dem Roboter auch die nötige „Beinfreiheit“ bietet und ob das Material genau zu den Anforderungen und der Umgebung passt. Berufserfahrung konnte die Gründerin bei einem Hersteller für Roboterkleidung sammeln, bevor sie sich mit dieser Nische (Maßanzüge) selbständig gemacht hat.

lackierroboter

Stuttgarter Startup Advermento erstellt handgeschriebene Post mit Roboterarm
Handgeschriebene Briefe stehen wieder hoch im Kurs, denn das sieht aus der Sicht des Empfängers noch nach Aufwand und Invidualität aus. Lion Rink, Max Schreiber und Stefan Weber haben für diesen Zweck einen Roboterarm angeschafft und programmiert, damit dieser Handschriften kopiert und vervielfältigt. Möglich macht das die Technik, die einen Stift halten und führen kann plus entsprechende Software. Einsatzmöglichkeiten gibt es genug. Vom Bewerbungsschreiben über den handgeschriebenen Brief bis zu Glückwünsch-, Dankes und Grußkarten sowie Speisekarten, Namensschilder und Spendenaufrufe. Letztlich hat sich die Entscheidung auch als richtig herausgestellt, nicht den Roboterarm als Produkt zu verkaufen, sondern die dahinter stehende Dienstleistung.

Fan-Roboter feuern südkoreanisches Baseballteam an
Im Stadion des südkoreanischen Baseball-Teams Hanwha Eagles feuern seit einiger Zeit Fan-Bots (Fan-Roboter) das Team an und füllen damit gleichzeitig leere Sitzränge auf. Im Display der Roboterköpfe werden Gesichter von Fans angezeigt, die nicht persönlich vor Ort sein können, sich das Spiel aber live per Web anschauen. Zudem halten die Fanbots LED-Tafeln in den Händen, die auf Befehl hochgehalten werden können. Auf den LED-Displays werden SMS-Nachrichten von Fans angezeigt, die live gesendet wurden. Klingt ganz schön verrückt, kommt aber im High-Tech-Land Süd Korea sehr gut an.

fanbot

Robozän GmbH – Personal- und Zeitarbeitsvermittlung für humanoide Roboter
Matthias Krinke gründete im Jahr 2015 mit der Robozän GmbH die weltweit erste Personal- und Zeitarbeitsvermittlung für Roboter. Eigentümer von menschenähnlichen Robotern können Robozän die Arbeitskraft zur Verfügung stellen und erhalten dann die Monatsgehälter der Roboter abzgl. einer Vermittlungsgebühr. Die humanoiden Roboter sind ortsflexibel, d.h. Sie benötigen außer der Medienversorgung keine feste Verdrahtung und Installation am Arbeitsplatz. Damit können die Roboter auch wirtschaftlich an verschiedenen Arbeitsplätzen im Unternehmen eingesetzt werden. In der Öffentlichkeit ist Dipl.-Ing. (Univ.) Matthias Krinke auch bekannt durch sein bereits seit 1994 bestehendes Roboter und Bildverarbeitungs-Unternehmen, die pi4_robotics GmbH und durch den im Jahr 2010 erstmals vorgestellten menschenähnlichen Roboter workerbot™. Der workerbot™ ist nach eigenen Angaben weltweit der erste humanoide Fabrikarbeiter im Fabrikeinsatz und wird im Webshop von pi4 angeboten. Der Hauptsitz und die Produktion befindet sich am Standort Berlin.

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