Verpackung

PRODUKTAUFSCHRIFTEN

True Fruits begeistert mit lustigen Produktaufschriften
Der Smoothie-Hersteller True Fruits überraschte seine Kunden ab und zu mit lustigen Produktaufschriften. Neben den Angaben zu den Inhaltsstoffen prangten auf einigen Flaschen lustige Texte auf der Glasflaschenaufschrift. Schnell kursierten zahlreiche Fotos von diesen lustige Produktaufschriften auf Facebook, Google und Co. So schnell kann eine Aufschrift auf einer Verpackung zum Viral-Tool werden. Am besten uns bisher folgender Text gefallen: “Marktforschung nervt, ist aber lehrreich: nur 6% aller Käufer lesen diesen Text. 100% aller Käufer fanden den Inhalt der Flasche gut bis sehr gut. Wir haben deshalb unseren Texter (Familienvater, zwei Kinder) gefeuert & stattdessen besonders aromatische Himbeeren gekauft. true fruits: 100 % Frucht – no tricks. (Sorry, Nic).” Herrlich. Firmen, die Humor verstehen und verbreitern, verkaufen mehr. Davon bin ich überzeugt, seitdem ich vom Tatbestand der emotionalen Kundenbindung weiß.

truefruits

Intermarche druckt Herstellungsuhrzeit auf Etikett der Orangensaftflasche
Jeder Anbieter behauptet, den besten Orangensaft anzubieten. Dabei weiß jeder, dass nichts besser ist als frisch gepresster Orangensaft. Deshalb kam Intermarche auf die Idee, den frischesten frisch gepressten Organgensaft aller Zeiten anzubieten. Deshalb nennen sie Ihren frisch gepressten Orangensaft nach der Uhrzeit, zu der der Orangensaft hergestellt wird. Der Saft wird abhängig von der Nachfrage direkt frisch im Markt (vor den Augen aller) hergestellt, um sicherzustellen, dass kein OSaft in den Regalen alt wird oder sogar weggeschmissen werden muss.

intermarche - orange juice

Werbung auf Verpackungen für den guten Zweck
Ähnlich konzeptstark war die Idee von Emmanuel Jesberger und Gaetan Laederich. Die zwei jungen Franzosen bieten Kokoswasser aus den Philippinen unter dem Namen “Vai Vai” an. Wichtig war den Jungunternehmern, dass nachhaltig produziert wird, viele tausend Familien vor Ort dadurch ernährt werden könnten und vom Transport bis zur Verpackung höchste Umweltschutzstandards eingehalten werden. Mediale Aufmerksamkeit erfuhr das Getränk, weil auf der Verpackung Werbung für interessante Non-Profit-Projekte gemacht wurde, die die Welt ein bisschen besser machen sollen, ähnlich wie Vai Vai selber. So wurde der Kauf jeder einzelnen Vai-Vai-Getränkepackung zum Leseerlebnis und es baute sich step by step ein Kooperationsnetzwerk auf, das sich gegenseitig unterstützte.

Milchtüte als Platz für Suchanzeigen
In den USA ist es schon seit Jahrzehnten Tradition, dass auf Milchtüten die Portraits von vermissten Kindern abgedruckt werden, um so die Chance zu erhöhen, die Kinder wieder zu finden. Etan Patz war das erste vermisste Kind, dessen Gesicht auf Milchtüten gedruckt wurde: Der damals Sechsjährige aus New York verschwand 1979 spurlos auf dem Weg von zu Hause in die Schule. Diese Idee wurde vor kurzem auf Briefmarken ausgeweitet. Aber auch ganz andere Suchanzeigen wurden schon auf Milchtüten gedruckt, wie z.B. die „Bauer sucht Frau“ – Anzeigen. Das nenne ich konzeptstark.

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Bosse’s Milk: Lidl macht einen kritischen Konstumenten zum Gesicht des Produktes
Wie fast alle Menschen in Schweden liebt auch Bosse Elfgren Milch. Dabei legt er großen Wert, Milch aus Schweden zu trinken. Deshalb kam er auch nicht auf die Idee, Milch bei Lidl zu kaufen. Denn er dachte wie viele andere Schweden, dass die Milch von Lidl aus Deutschland kommt. Diese Meinung tat er auch auf der schwedischen Facebook-Seite von Lidl mit folgenden Worten kund: „Why the heck should I buy Lidl´s German milk?“. Lidl reagierte auf diesen Facebook-Beitrag in radikaler Weise. Die Milch von Lidl wurde umgenannt in „Bosses Mjölk“. Ein neuer Verpackungskarton wurde designt, bedruckt und hergestellt (mit dem Konterfei von Bosse und der Story dazu).

bosses milk

Brötchentüte als Lesefutter
Seit 2005 nutzen findige Gründer aus Köln die Brötchentüte als “Literaturzeitung”. Der Kleinverlag Lesefutter druckt Werke junger und unbekannter Autoren auf die Rückseite von Brötchentüten. Während auf der Vorderseite das Logo des Bäckers prangt, findet man auf der Rückseite Kurzgedichte und Platz für Werbung. Neben diesen Werbeeinnahmen erzielt der Verlag auch Geld durch den Verkauf der Tüten an die Biobäckereien, Naturkostläden, Reformhäuser und den Buchhandel. Mittlerweile ist die Produktpalette von Lesefutter fast unendlich groß. So werden z.B. auch Tüten angeboten, die Kinder mit Malstiften ausfüllen können etc.

lesefutter

Zeitschrift, die auf dem Flaschenetikett aufgeklebt wird
Ein junge Australierin hat das Ziel, die größte Frauenzeitschrift Australiens zu verlegen. Sie hatte keine Branchenerfahrung und kein nennenswertes Startkapital, dafür aber eine gute Idee. Sie bot ihre Frauenzeitschrift „iLove“ im Pocketformat an und ließ sie auf den Etiketten von Wasserflaschen des größten Mineralwasserbrunnens Australien anbringen. So konnte der Mineralwasserbrunnen seinen Kundinnen einen Mehrwert bieten und die Verlegerin erzielte von Beginn an eine sehr große Auflage. Sie erreichte mit dieser Kooperation genau ihre Wunschzielgruppe.

Mit ausgefallenen Produkteigenschaften werben
Sehr wohl ist auch Werbung in eigener Sache auf der Produktverpackung erlaubt. Verkaufen Sie nicht einfach einen Bleistift, sondern den „3 Miles Pencil“. Der Name verrät schon, dass sie mit diesem Bleistift eine Linie von mehr als 3 Meilen zeichnen können. Das ist Ihnen zu abstrakt? Dann verrate ich Ihnen, dass Sie mit diesem Bleistift einen Tennisplatz 70 mal umrunden können oder 25 Stunden ununterbrochen schreiben können. Oder wussten Sie schon, dass Sie mit 22 dieser Bleistifte die gesamten Werke von Shakespeare hätten schreiben können? Schon erscheint Ihr Bleistift in ganz neuem Glanze.

Ausführliche Informationen zu Inhaltsstoffen, Lieferanten etc.
Ihre Kunden wollen heute mehr über die Herkunft Ihres gekauften Produkte erfahren. Das erkannte Prof. Faltin schon vor langer Zeit. Wer die Chargen-Nummer des Tees der Teekampagne auf der Webseite eingibt, kann den Weg des Tees zum Ursprung rückverfolgen. Mittlerweile gibt es viele solcher Erfolsbeispiele. Auf der Webseite des Marmeladenhersteller “Beerenberg Farm” aus Südaustralien kann man die letzten sechs Stellen des Barcodes eingeben, der auf den Produktverpackungen abgedruckt ist. So erfährt man den Tag der Herstellung des Produkts, Auflistung aller Inhaltsstoffe sowie Namen und Fotos von den Personen, die das Produkt hergestellt haben.

spinatcode

Sport-Piktogramme auf den Verpackungen sollen Konsumenten zu mehr Sport aktivieren
Wer lässt sich heute durch die Kalorienangabe auf der Verpackung davon abhalten, den Inhalt zu verspeisen? Darüber hat auch die britische Verbraucherschutzorganisation Royal Society for Public Health nachgedacht und die Empfehlung ausgesprochen, sog. Sport-Piktogramme auf den Verpackungen abzudrucken. Denn wer weiß schon, wie lange man laufen muss, um den Inhalt der Chipstüte wieder abtrainiert zu haben? Deshalb sollte auf den Verpackungen mit Hilfe von Piktogrammen angezeigt werden, wie lange man laufen, schwimmer oder radfahren muss, damit es sich hier um Genuss ohne Sühne handelt. Dies soll dabei helfen, dass der Konsument entweder wieder mehr Sport treibt oder sich in Zukunft bewusster ernährt.

sport-piktogramme

One Response to Verpackung

  1. Schade, dass ich bisher hier in Deutschland die True Fruits Produkte sehen konnte. Die anderen Ideen finde ich sehr originell.

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