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Wann entdecken die Bauern den Automaten als Vertriebskanal?


© Jürgen Heimerl / PIXELIO

Vor kurzem haben wir hier im Blog darüber berichtet, wie innovative Bauern durch das „Kuhleasing“ Zusatzeinnahmen erzielen. Jetzt habe ich im kilian-nakamura-Blog von einer weiteren Einnahmequelle für Landwirte in Japan gelesen: Mittlerweile wird in Tokio in Automaten auch Gemüse verkauft. Nikolai Proske kommentiert das wie folgt:

„Pendler auf den Weg nach Hause können noch schnell frisches Gemüse mitbringen, ohne dabei in die überfüllten Supermärkte zu rennen und außerdem scheint dazu der Preis dieses “Automatengemüses‹ sehr verlockend zu sein. Wenn einer erst darauf kommt, wie das Gemüse auch in den Automaten wachsen kann, werden die Dinger bestimmt bald überall die Steitenstraßen zieren.“

Ganz trivial ist es nicht, mit diesem Vertriebskanal in Deutschland Geld zu verdienen. Denn das Gemüse kann schnell welk werden, weshalb man schon genau wissen muss, wieviel Gemüse von welcher Sorte an welchem Standort in welchem Zeitraum verkauft werden kann. Zudem müssen die Automaten gekühlt werden und vielleicht auch eine Wasserbestäubungsanlage haben. Zudem muss ich als Bauer das Image haben, immer frische Ware zu fairen Preisen zu verkaufen, da ein Umtausch ja am Automaten nicht möglich ist.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, in den Automaten auch Fast-Food-Gemüse-Snacks zu verkaufen. Vor einiger Zeit habe ich hier im Blog von den Vitaminis berichtet. Dabei handelt es sich um kleine Tüten, gefüllt mit Mini-Gemüse: Gurken, Paprika oder Cocktail-Tomaten. Die Gemüse sind direkt verzehrfertig, sie müssen nicht gewaschen oder geschnitten werden. Warum sollte man mit diesem Fast-Food-Gemüse nicht auch ganz neue Zielgruppen als Käufer erreichen?

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7 Responses to Wann entdecken die Bauern den Automaten als Vertriebskanal?

  1. Hi,

    gibt es nicht auch schon Früchtebecher in Automaten an Bahnhöfen?

    Bei uns in der Nähe von Stuttgart gibt es auch Bauern, bei denen man am Automaten Milch „zapfen“ kann. Ob das neu ist, weiß ich allerdings nicht, finde es aber eine sehr gute Idee! Für mich als Städter ist das allerdings nicht ganz so gut, weil die Bauernhäfe meist recht weit abgelegen sind. Pendler, welche mit dem Auto fahren, haben das einfacher.

    Gruß

  2. Nicola sagt:

    Hallo Burkhard,
    einfach toll, was Du hier in Deinem Blog an Themen vorstellst. Das ist echt variantenreich und zeugt von einem weiten Blick über den Tellerrand hinaus. Da kann ich nur sagen, weiter so.

    Komme übrigens gerade von unserem Käsebauern. Der hat keinen Automaten aber aus seinem Hof eine Holzhütte die quasi immer geöffnet ist. Darin ist eine Kühltheke mit vakumiertem Käse in unterschiedlichen Größen und unterschiedlichen Sorten. Man nimmt sich dann den gewünschten Käse heraus, rechnet selbst den Preis aus (ist auf jedem Stück aufgedruckt) und legt das Geld dann eigenständig in die Kasse. Ganz unaufgeregt und stressfrei, da man keine Ladenzeiten einhalten muß. Hier noch ein kleiner Tipp zu den geheimen Köstlichkeiten der Region.

    http://www.die-ostwestfalen.de/ausflugstipp/geheime-koestlichkeiten-der-region-camenbert-und-pumpernickel/

  3. In Leverkusen gibt es schon seit Jahren einen Eierautomaten.

  4. @ Matthias
    Ein Bauer im Odenwald (wenn ich es noch in richtig in Erinnerung habe) hat mit seinem Milchautomaten großen Erfolg. Viele Wanderer ziehen sich so eine Stärkung, aber natürlich auch Pendler für den Konsum zu Hause. Das ist schon ein guter Schritt, aber damit erreicht man die wenisten Großstädter

    @ Nicola
    Das Konzept das Käsebauern beruht auf viel Vertrauen. Blumenbauern können ein Lied davon singen. Auf verschiedenen Blumenfeldern können sich die Kunden Blumen selber abschneiden und das Geld in eine Büchse werden. Das Ergebnis ist für die Bauern meist ernüchternd.

    @ Monika
    Hast Du mehr Infos über den Eierautomaten?

  5. Tobias Hückelhofen sagt:

    Hallo,

    Bekannte von mir sind Bauern und haben ihr in NRW zunächst einmal im nahen Umkreis sogenannte Kartoffelkisten aufgestellt. Dort können sich die Kunden die Kartoffeln Säckeweise zu jeder Tag- und Nachtzeit ziehen und selbst die Sorte oder die Größe in gewissem Maße aussuchen. Die Automatenkisten selbst sind natürlich noch in ländlicher Gegend aufgestellt, dort aber an viel befahrenen Straßen oder Tankstellen.

    Der Vorteil ist ganz klar, dass die Leute frisches Gemüße vom lokalen Bauern ganz einfach auf dem Heimweg mitnehmen können.

    Das schwierigste bei der Umsetzung in Städten ist sicherlich die Logistik. Um das richtig umzusetzten müssten sich zumindestens mehrere Bauern zusammenschließen um eine gewisse Größe zu erreichen. Ich denke das ist erforderlich um die Vermarktung auch in Städten erfolgreich zu gestalten.

    Das Konzept der Käsebauern und Schnittblumen Gärtner ist hier von einem Metzger umgesetzt worden. So ist es möglich selbst bei plötzlich gutem Wetter und spontanem Grillbedürfnis noch super Grillfleisch zu bekommen.

    Das wichtigste ist wohl die Überwachung mit Kamera (bei Blumenfeldern schwer möglich). Das schreckt viele Leute schon ab.

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