In Idee - Drink, Marketing - Koop, Marketing - Marke, Marketing - Preis, Marketing - USP, Marketing - Vertrieb

Valensina will mit neuen Produktideen und Vertriebswegen an alte Erfolge anknüpfen

Erinnert Ihr Euch noch an den Slogan “”Entweder frisch gepresst oder Valensina”? Und wer hat diesen Spruch geprägt? Richtig, es war “Onkel” Dittmeyer, der in seinen Werbespots für seinen Direkt-Orangensaft Werbung machte und damit uns allen in Erinnerung blieb. Leider ist er im Mai diesen Jahres im Alter von 88 Jahren gestorben. Sein Leben war von vielen Hochs und Tiefs geprägt. In jungen Jahren musste er in den 2. Weltkrieg ziehen und kam in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Seine Karriere als “Saftonkel” der Nation begann 1960, als er in Marokko und Südafrika Zitrussäfte direkt bei den Plantagen abfüllte und in Flaschen nach Deutschland verschiffte. Im Jahr 1966 gründete er die Marke „Valensina” und begann 1976, an der spanischen Atlantikküste die größte Orangenplantage Europas aufzubauen. Nach einem Hörsturz verkaufte er 1984 im Alter von 63 Jahren seine Firmengruppe an Procter & Gamble.

Ein bewegtes Leben. Aber Dittmeyer konnte es nicht lassen. Im Alter von 77 Jahren kaufte er “seine Firma” von Procter & Gamble wieder zurück. Allein für die Marke “Valensina” musste er umgerechnet 21 Mio. EUR bezahlen. Dieser erhöhte Kaufpreis war aus Sicht von Experten ein Grund für die Insolvenz der Unternehmensgruppe im Jahr 2001. Aber auch der ruinöse Preiskampf wurde als entscheidende Ursache für das Scheitern des 2. Anlaufs von Dittmeyer herangeführt. Doch die Marke “Valensina” konnte weiterleben, nachdem Wilfried Mocken aus dem “Underberg-Imperium” gemeinsam mit Underberg die Markenrechte gekauft hatte. Da es auch viele andere Kaufinteressenten gab, weil Valensina immer noch einen hohen Markenwert besitzt, war die Gefahr nicht wirklich gegeben, dass diese Marke sterben würde.

Interessant ist, wie Wilfried Mocken mit Valensina wieder gute Gewinne einfahren will und damit auch den Markenwert weiter erhöhen will. Die Valensina-Produkte sollen grundsätzlich zu hohen Preisen in lukrativen Nischen positioniert werden. So wird seit 2006 der Direktsaft in den Kühltheken der Händler angeboten. Was in den USA gang und gäbe ist, soll auch in Deutschland zum nachhaltigen Trend werden und Dittmeyer will als Premiumanbieter davon profitieren. Natürlich ist Valensina auch auf den Smoothie-Trend aufgesprungen. Und wer doch lieber den frischgepressten Organgensaft genießen will, der kann seit einiger Zeit Valensina-Orangen kaufen, die er zu Hause auspressen kann. Und natürlich sollen auch die Kinder mit speziellen “Safttüten”, Lutsch- und Kaubonbons glücklich gemacht werden.

Über den jüngsten “Geniestreich” habe ich heute in der FTD gelesen: “Gemeinsam mit Bofrost haben wir ein Verfahren entwickelt, mit dem wir frisch gepressten Tiefkühlorangensaft anbieten können”, sagte Valensina-Gesellschafter Wilfried Mocken der FTD. Erste Verkaufstests in 44 Bofrost-Niederlassungen seien “außerordentlich gut” gelaufen…Frisch gepresster, tiefgekühlter Saft, wie Valensina ihn nun herstellt, gilt unter Experten als Neuheit auf dem deutschen Markt. Ein Branchenkenner sprach von einem “spannenden” Vorstoß. In den USA etwa ist solche Ware in Supermärkten bereits etabliert.”

Ich persönlich bin bei einem Verkaufspreis von 5 EUR sehr skeptisch, ob sich gerade in diesen Zeiten ein großer Erfolg einstellt. Trotzdem glaube ich, dass sich Orangensaft aus der Tiefkühltheke auch hier in Deutschland etablieren wird, wenn die Preise “wettbewerbsfähig” sind. Ich persönlich verstehe nicht, warum Valensina nicht Smoothies aus der Tiefkühltheke anbietet. Denn für Smoothies sind Kunden bereit, einen hohen Preis zu bezahlen. Und wenn die Tiefkühlkette eingehalten wird, dann halten sich diese tiefgefrorenen Smoothies sehr lange, obwohl keine künstlichen Konservierungsstoffe hinzugetan werden. Ich habe diesbezüglich vor einigen Jahren ein sehr spannendes Konzept auf den Tisch gehabt. Alles braucht seine Zeit und genau die ist aus meiner Sicht jetzt gekommen.

2 Responses to Valensina will mit neuen Produktideen und Vertriebswegen an alte Erfolge anknüpfen

  1. Arne sagt:

    Erfolgreiche Marke, die immer noch gut ankommt. Ich mag die Säfte gerne

  2. Valensina: Eigner Mocken will Saftmarke zu altem Glanz verhelfen…

    27.09.2010 aus FTD, S.6 – Nachdem der jährliche Absatz der Orangensaftmarke Valensina in den vergangenen Jahren von 100 Mio. Flaschen zu Beginn der neunziger Jahre auf nur noch drei Mio. Flaschen im Jahr 2007 gesunken ist, will der Eigentümer Tino Mock…

Schreibe einen Kommentar