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Jetzt kommt also der erste Blogverein, der insbesondere bei Abmahnungen helfen soll

Wie ich bereits hier im Blog berichtet habe, durfte ich beim Barcamp Frankfurt der Session Weblogs & Recht beiwohnen, die zur längsten Blogsession des Frankfurter Barcamps mit 3x45min wurde. Nicht nur die Erläuterungen des Referenten Henning Krieg waren sehr spannend, sondern auch die Diskussion unter den sehr aktiven Bloggern sowie zwei Praxisbeispiele für Abmahnungen. Schon damals wurde über den Sinn oder Unsinn eines Blogvereins intensiv diskutiert, der insbesondere bei Abmahnungen helfen könnte und vielleicht auch erwirken könnte, dass es eine Rechtsschutzversicherung für Blogger geben könnte.

Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis solch ein Blogverein starten würde. Und jetzt scheint es soweit zu sein, wie man auf jeden Fall einem Spiegel-Online-Artikel entnehmen kann. Arbeitstitel des Vereins ist “Verband unabhängiger Weblog Autoren”. Die Initiatoren sind der mayer´s-notiz-blogger Michael A. Mayer aus München und the-fellow-pessengers-blogger Benjamin Kleinke ebenfalls aus München. Wer nochmal wollen diesen Verein gründen? Die Frage ist berechtigt, denn bisher bin ich diesen beiden Bloggern noch nicht über den Weg gelaufen, was noch nichts bedeuten muss. Im Rahmen meiner Erstrecherche stelle ich fest, dass auf das Blog von Michael A. Meyer 18 Blogs (Technorati-Rank 286.516) und auf das Blog von Benjamin Kleinke 43 Blogs (Technorati-Rank 114.230) verlinken.

Bis jetzt sind die Informationen zu dem geplanten Verein noch sehr bescheiden. Die meisten Informationen kann man bis jetzt dem Spiegelo-Online-Artikel entnehmen: “Abhilfe schaffen soll ein derzeit in München in Gründung befindlicher Interessenverband der Blogger, der dann, ganz ähnlich einer Gewerkschaft, Rechtsschutz übernimmt. Die von Michael Mayer und Benjamin Kleinke gestartete Initiative will “die Interessen unabhängiger Blogger vertreten”, wie Mayer erklärt: “Wir wollen verschiedene Rechtschutzversicherer ansprechen, denn die Situation hat sich für Blogger extrem zugespitzt…Neben der Rechtesituation will der Verband auch Special-Interest-Themen von Bloggern behandeln.” Die beiden Initiatoren versprechen, in der nächsten Woche die ersten Informationen darüber zu geben.

Der CIO-Blogger kommentiert das Vorhaben dann auch entsprechend kritisch: “Schon merkwürdig: Da macht SpO Werbung für einen Verein, den es noch gar nicht gibt und dessen Gründer in spe davon offensichtlich kalt erwischt wurden. Nur schlechtes Timing oder Gefälligkeitsjournalismus, um Traffic zu erzeugen? Und die generelle Frage: Brauchen wir überhaupt so einen Verein? Will da nur jemand sein Süppchen kochen? Wie realistisch ist eine Rechtsschutzversicherung für Abmahnungen? Warum findet in der Bloggosphäre keine Diskussion statt, bevor man mit der Gründung beginnt? Bevor es hier keine klaren Informationen und völlige Transparenz gibt, dürfte der Bloggerverband – ob er nun VUWA oder anders heißt – ein ziemlich totgeborenes Kind sein.”

Ich persönlich bin gespannt, was uns denn die beiden Newcomer-Blogger so zu berichten haben. Mal schau´n, wer noch alles dabei ist und welche Ziele in der Satzung verankert sind. Ich würde mich ehrlich gesagt wohler fühlen, wenn hier einige Macher dabei wären, die mir bereits bekannt sind und die insbesondere auch die Business-Blogsphäre repräsentieren. Grundsätzlich finde ich es gut, wenn sich engagierte Blogger mit dem Thema beschäftigen und insbesondere mehr Aufklärungsarbeit bringen. Solch eine Aufklärungsarbeit im Rahmen der Blogs der Initiatoren wären doch ein guter Einstand, oder?

Da ich bis jetzt noch keinen überzeugenden Leitfaden zum Thema “Blog & Recht” gefunden habe, bin ich guter Hoffnung, dass die Ausführungen von Henning Krieg, die er mir in einer Korrospend avisiert hat, hier Licht ins Dunkel bringen. Wichtig wäre insbesondere eine Do and Dont-Liste mit konkreten Beispielen, damit wir uns als Rechtslaien auch etwas darunter vorstellen können. Da wir aber als Blogger so etwas wie Pioniere sind, ist eine gewisse Rechtsunsicherheit vorhanden und deshalb eine Interessenvertretung hilfreich. Klasse wäre auch, wenn wir endlich so gute Rabatte wie die Journalisten bekämen und wir mit einem Blogger-Ausweis in jeden Pressebereich vorgelassen werden.

6 Responses to Jetzt kommt also der erste Blogverein, der insbesondere bei Abmahnungen helfen soll

  1. CIO-Blogger sagt:

    Inzwischen hat sich einer der Initiatoren per Kommentar im CIO-Weblog zu Wort gemeldet und meint “Da war Spiegel-Online schneller als wir”. Die Diskussion in der Blogosphäre über dieses Thema habe “schon vor Monaten stattgefunden. Leider war die Beteiligung nicht besonders hoch. Tenor war, finde ich gut, habe aber keine Zeit aktiv daran mitzuarbeiten”.

  2. Die Business-Blogosphäre-Macher haben wir bislang noch gar nicht ausdrücklich berücksichtigt. Hätten Sie nicht vielleicht Lust, gleich selber mitzuwirken? Zum Beispiel, indem Sie in unserem funkelnagelneuen Wiki kurz notieren, was für Interessen Sie gerne vertreten wüssten.

  3. […] Im Spiegel, im Best Practice Business Blog sowie im CIO Weblog wird momentan die Gründung eines Bloggerverbands beobachtet und kontrovers diskutiert. […]

  4. Hallo Herr Kleinke,

    ich beteilige mich gerne an der Diskussion im Wiki, wenn ich auch noch nicht den richtigen Platz dafür gefunden habe. Gerne können Sie mich auch in ihre neu aufgelegte Mailingliste aufnehmen.

    Ich finde es gut, dass sie das Thema angehen und bin schon auf die Diskussion und weitere Entwicklung gespannt.

  5. […] Update: Das Thema haben jetzt auch andere aufgegriffen (Blogbar, Mayer, The Fellow Passenger, CIO, VUWA-Blog, FOB-Marketing, Best-Practice). […]

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