In V - Buchbesprechung

Buchbesprechung: GABALs großer Methodenkoffer Zukunft

Wer von uns träumt nicht davon, die Zukunft vorhersehen zu können. Leider müssen wir feststellen, dass es so viele unbekannte Variablen gibt, dass die getroffenen Zukunftsvoraussagen selten zutreffen, esseidenn sie sind so allgemein, dass man in sie fast alles hineininterpretieren kann. Trotzdem unternimmt Prof. Walter Simon den Versuch, mit seinem Buch GABALs großer Methodenkoffer Zukunft: Grundlagen und Trends in die Zukunft zu schauen. Im ersten Teil des Buches zeigt er aber sofort die Grenzen der Zukunftsforschung aus. Er geißelt auch nicht alle Fehlprognosen, weil diese u.a. dazu beigetragen haben, dass uns noch größere Katastrophen erspart geblieben sind und somit die Zukunftswissenschaft auch als Frühwarnsystem mit Alarmfunktion verstanden werden kann.

Auf der Seite 121 bringt er die o.g. Erkenntnisse wie folgt auf den Punkt: „Als Folge des Prognoseelends arbeitet die Zukunftsforschung heute weniger mit linearen Prognosen. An ihre Stelle sind Prognosekorridore getreten. Vielleicht sollte man statt von Science of the future von einer Science of Proabiltity sprechen, wie es manche kluge Köpfe vorschlagen.“ Auf Basis dieser Einschränkungen erläutert der Autor die einzelnen Methoden der Zukunfts- und auch der Trendforschung. Im zweiten Teil, der noch mehr Seiten als der 1. Teil umfasst, beschäftigt er sich dann mit den 8 Metatrends, die als Leitplanken für die „Zukunftsautobahn“ dienen können:

  1. Gesundheitswirtschaft
  2. Globalisierung
  3. Neue Technologien
  4. Arbeitswelt
  5. Demografie
  6. Migration
  7. Multioptions-Gesellschaft
  8. Wissen – der neue Produktionsfaktor

Es bleibt die Erkenntnis, dass alle nur mit Wasser kochen und man umso öfter Fehlprognosen erstellt, umso konkreter und länger in die Zukunft geschaut wird. Zukunft ist das, was man daraus macht. Trotzdem helfen einem vor allem die Analysen der Metatrends, zu prüfen, ob gerade Rückenwind herrscht oder nicht. Hier verliert man sich im Gegensatz zur Trendforschung auch nicht zu sehr in den Details. Dafür handelt es sich um trockene Kost. Dagegen lesen sich Trendreports immer ganz unterhaltsam, wenn die Umsetzungsrate dann doch sehr gering ist.

Im zweiten Buch mit dem Titel GABALs großer Methodenkoffer Zukunft: Konzepte, Methoden, Instrumente beschäftigt sich Prof. Simon mehr mit der konkreten Zukunftsgestaltung aus Sicht eines einzelnen Unternehmens. Das Zukunftsmanagement ist dabei die Schnittmenge aus Wissens-, Visions-, Innovations- und strategisches Management. Jeder, der für die Zukunft plant, muss sich auch mit der Zukunft auseinander setzen. Dabei helfen vor allem die strategische Unternehmensplanung, eingebettet in die Vision des Unternehmens. In diesen Fällen kann man externe Informationen zielführend erfassen und verarbeiten.

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