In V - Buchbesprechung

Buchbesprechung „Shoe Dog“ – offizielle Biografie des Nike-Gründers Phil Knight

Jeder kennt die Erfolgsstory von Nike, spätestens seit die Firma im Jahr 1989 die weltweit führende Position als Sportartikelanbieter einnahm und bis heute inne hält. Und viele kennen auch ihren karismatischen Gründer Phil Knight, der der Firma 40 Jahre als CEO anführte. Doch wie fing eigentlich alles an? Mit welchen Schwierigkeiten musste das StartUp nicht nur in den ersten Jahren kämpfen? Genau diese StartUp-Story erzählt nun Phil Knight in der jüngst erschienen Biographie „Shoe Dog: Die offizielle Biografie des NIKE-Gründers“.

Der passionierte Läufer und Business-School-Absolvent Phil Knight wollte nicht ewig als Angestellter in einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft „versauern“, sondern sein eigenes Ding machen. Auf seiner Weltreise nach seinem Studium wurde er aufmerksam auf die japanischen Laufschuhe Onitsuka Tiger (heute: Asics), lieh sich von seinem Vater 50 US Dollar und gründete zusammen mit seinem ehemaligen Sporttrainer Bill Bowermann die Firma Blue Ribbon Sports, um die Tiger-Schuhe in den USA zu vertreiben. Der Klassiker: Er hatte erst den Vertrag (bei den Verhandlungen musste er natürlich etwas flunkern) und dann gründete er die Firma.

Im ersten Jahr, 1963, verkaufte Knight Laufschuhe aus dem Kofferraum seines Plymouth Valiant heraus und erzielte einen Umsatz von 8.000 Dollar (heute macht Nike einen Umsatz von mehr als 30 Mrd. USD pro Jahr). Er stellte zwar schnell seine ersten Vertriebsmitarbeiter ein (die zu Beginn auf Provisionsbasis arbeiteten), aber die Einnahmen reichten nicht, um sich privat etwas zu entnehmen. Deshalb arbeitete Phil noch einige Jahre erst bei PriceWaterhouseCoopers und dann als Uni-Dozent, um für sich und die Firma regelmäßige Einnahmen generieren zu können. Hinsichtlich des Wachstums stellte sich nicht der Markt oder das Verkaufstalent als limitierende Faktoren heraus, sondern die Banken. Wer kennt das nicht?

Als es Phil Knight Anfang der 70er glaubte, endlich geschafft zu haben, ging die Vertriebspartnerschaft mit seinem japanischen Hersteller in die Brüche. Faszinierend ist, wie ausführlich er diesen Scheideweg beschreibt und in welcher Nacht- und Nebelaktion die Firma Nike im Jahr 1971 das Licht der Welt erblickte, um endlich unter eigenem Namen Sportschuhe verkaufen zu können und das Entwicklertalent des Mitgründers Bill Bowermann wirklich entfalten lassen zu können. Und wussten Sie eigentlich, dass die Gründer der freien Designerin für das Logo, den sog. Swoosh, gerade einmal 35 USD zahlten? Und dass der Name Nike (griechische Siegesgöttin) von einem Mitarbeiter in einer Adhoc-Aktion vorgeschlagen wurde? Geniale Dinge sind nicht immer teuer.

En détail beschreibt Knight im Buch die vielen unberechenbaren Risiken, mit denen er sich auf seinem Weg konfrontiert sah, die niederschmetternden Rückschläge, die skrupellosen Konkurrenten, die zahllosen Zweifler und Widersacher, die etlichen Male, wo er knapp einer Katastrophe entging, ebenso wie seine vielen triumphalen Erfolge. Und genau deshalb ist das Buch eine Pflichtlektüre für alle StartUps, die Produkte herstellen oder vertreiben wollen. Denn Phil beleuchtet in diesem Buch vorrangig die Gründerjahre und die vielen Abgründe, in die er immer wieder schauen musste, mal hausgemacht, mal extern verursacht.

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