In Crowdfunding

Erwerb eines Hauses zur Errichtung einer Ethik-Akademie soll via Crowdfunding realisiert werden

Das Graue Haus im rheingauischen Winkel gilt nach einigen Überlieferungen als das älteste bewohnbare Steinhaus in Deutschland. Deshalb ist es besonders bedauerlich, dass es seit Jahren leer steht. Der Eigentümer des Hauses, ein Frankfurter Geschäftsmann, ist auch gerne bereit, das Haus zu verkaufen. Allerdings hat sich bis vor kurzem kein Interessent gemeldet, der bereit ist, den gewünschten Kaufpreis von 600.000 EUR zu bezahlen. Deshalb hat der Unternehmensberater und Coach Bernhard Bachmann, der das Gebäude zur Errichtung einer Ethik-Akademie nur mieten wollte, ein Crowdfundingkonzept entwickelt, um das Gebäude durch eine Genossenschaft zu erwerben, da sich die Banken nach seinen Angaben als sehr sperrig erwiesen.

Seit einiger Zeit sucht er nun Personen und Firmen, die ihm die 1.350 Genossenschaftsanteile a 500 EUR abnehmen sollen. Auf diesen Weg hat er bisher auch schon mehr als 100.000 EUR einsammeln können. Schon ab dem 3. Jahr will Bachmann Anteile zurückkaufen, um nach spätestens 20 Jahren das Graue Haus mit seiner Akademie selbst zu besitzen. Im Gebäude sollen auch Kunstausstellungen angeboten, im Sommer einen Straußenwirtschaft untergebracht und die Räume auch an Dritte vermietet werden, damit auch die Allgemeinheit noch Zutritt zum geschichtsträchtigen Gebäude hat. Hinsichtlich der Verzinsung haben die Zeichner der Anteilsscheine die Qual der Wahl, je nachdem, welcher Typ gezeichnet wird:

  • Typ A: Kostenlose Teilnahme (freie Auswahl) an einem Seminar aus dem Katalog der Akademie (1 oder 2 tägig) im Gegenwert von 600-800 EUR. Sinnvoll für Firmen, Personaler, Bildungshungrige!
  • Typ B: Attraktive 5 % Zinsen jährlich für jeden Anteilschein – ab der Unterzeichnung des Kaufvertrags des Grauen Hauses.

Zudem bietet Bachmann den Anteilseignern folgende Mehrwerte an:

  • Bei Besuch eine Flasche Riesling QbA kostenlos im Gutsausschank der Akademie (3 Jahre lang)
  • Mitgliedschaft in der Vereinigung der Freunde & Förderer der Akademie
  • Rabatt in Höhe der jeweils gültigen MwSt auf alle künftigen Seminare (gültig bis 2015)
  • 10 % Rabatt wenn das Graue Haus für Veranstaltungen angemietet wird (1 Mal pro Person)
  • Spezielle Bildungs-Sonderangebote
  • Nennung als Förderer auf den Internetseiten der Akademie, ab 10 Anteilen als Sponsor (freiwillig)
  • Einladung und Möglichkeit der kostenlosen Teilnahme an Testseminaren, Qualitäts- und Dozententests
  • Newsletter mit Forschungswissen, Ethik-Grundsätzen, Informationen
  • weitere Vorteile aus Partnerschaften der Akademie

Der Profi erkennt schnell, dass Bachmann mit seinem Angebot verschiedene Zielgruppen anspricht. Zudem werden alle Bewohner der Umgebung aufgefordert, Anteile zu erwerben, damit das geschichtsträchtige Gebäude wieder im “alten Glanz” erscheint und auch wieder der Allgemeinheit zugänglich wird. Weiterhin spricht Bachmann alle an, die sich für ethische Unternehmensführung interessieren, auch außerhalb des Rheingaus. Und damit macht er natürlich gleich Werbung für seine Ethik-Akademie, die in den Räumlichkeiten des Grauen Hauses zum Leben erweckt werden soll. Damit stellt sein Crowdfunding-Konzept gleichzeitig ein Marketingkonzept für seine Akadamie dar. Einfach clever.

Bleibt nur noch die Frage, warum für dieses Vorhaben eine Genossenschaft gegründet wurde? Ein Blick in das Verkaufsprospektgesetz gibt die Antwort (): “Für im Inland öffentlich angebotene nicht in Wertpapieren im Sinne des Wertpapierprospektgesetzes verbriefte Anteile, die eine Beteiligung am Ergebnis eines Unternehmens gewähren, für Anteile an einem Vermögen, das der Emittent oder ein Dritter in eigenem Namen für fremde Rechnung hält oder verwaltet (Treuhandvermögen), oder für Anteile an sonstigen geschlossenen Fonds muss der Anbieter einen Verkaufsprospekt nach diesem Abschnitt veröffentlichen, …. Ausgenommen von der Prospektpflicht sind: Anteile an einer Genossenschaft im Sinne des § 1 des Genossenschaftsgesetzes…..”.

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One Response to Erwerb eines Hauses zur Errichtung einer Ethik-Akademie soll via Crowdfunding realisiert werden

  1. Max Vollinger sagt:

    Sicherlich ein interessantes Vermarktungskonzept, aber nicht notwendigerweise ein seriöses Angebot.

    Wo sollen denn die Rückflüsse herkommen? Die Koppelung des Geschäftsmodells mit dem Begriff Nachhaltigkeit und Ethik rückt mental den Betrugsverdacht in weite Ferne.

    Klingt zu schön um wahr zu sein!

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