In Crowdfunding

2-Jahres-Zwischenbilanz von crowdfunding-Plattform kickstarter

kickstarter ist für mich eine der spannendsten Crowdfunding-Plattformen weltweit, made in USA. Vor wenigen Tagen wurde im hauseigenen Blog eine sehr aufschlussreiche Zwischenbilanz veröffentlicht, zwei Jahre nach dem Launch der Plattform. Da eine Graphik mehr sagt als 1.000 Worte, habe ich weiter unten die Graphik eingebunden, die das Projektvolumen pro Monat abbildet. Das zeigt, dass es sich hier um ein progressives Wachstum handelt und der Boom wohl erst am Anfang steht.

Insgesamt wurden in den letzten zwei Jahren Projekte im Gesamtwert von mehr als 53 Mio. USD auf kickstarter eingestellt. Diese teilen sich in drei Gruppen auf:

  • Erfolgreiche Funding-Projekte: + 40 Mio USD
  • Erfolglose Funding-Projekte: + 7 Mio USD
  • Aktuelle Projekte: + 6 Mio USD

Damit sind 85 % aller abgeschlossenen Projekte finanziert worden. Zur Erläuterung: Nur wenn es genug Zusagen der User mindestens in Höhe des geplantes Betrages für das Projekt im vorgegebenen Zeitraum zusammenkommen, wird das zugesagte Geld auch eingesammelt.

Etwas anders sieht es aus, wenn man die Zahl der erfolgreichen und erfolglosen Pojekte gegenüberstellt. Insgesamt sind bisher mehr als 20.000 eingestellte Projekte verzeichnet worden. Die Aufteilung ist wie folgt:

  • Erfolgreiche Projekte: 7.496
  • Erfolglose Projekte: 9.700
  • Aktuelle Projekte: 3.175

Das zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit etwas geringer ist, ein Projekt erfolgreich durchzufinanzieren, als es nicht durchzufinanzieren. Kleiner Nachschlag: 21 % der erfolglosen Projekte erhielten kein einziges Commitment. Das bedeutet, dass Projekte, die mindestens ein Committment erhalten, mit einer Wahrscheinlichkeit über 50 % erfolgreich „gefundet“ werden.

Noch spannender finde ich die Graphik gleich hier oben. Sie zeigt den sog. Tipping-Point. Demnach wird ein Projekt mit einer Wahrscheinlich von 90 % gefundet, wenn 30 % des Volumenziels erreicht wurde. Dann entsteht eine sog. Sogwirkung. Genauso interessant ist die nächste Graphik, die aufzeigt, welche Projektearten am meisten Geld auf sich ziehen konnten:

Noch ausbaufähig ist der Anteil der „Folgetäter“. 80.000 der mehr als 590.000 Geldspender haben mindestens ein zweites Projekt unterstützt. Allerdings finden weitere Informationen dazu, um diesen Wert schon jetzt nachhaltig einschätzen zu können. Aber sicherlich wird der Anteil der Folgetäter langfristig deutlich geringer als bei kiva sein, weil die wenigsten kickstarter-Projekte eine Rückzahlung bei Erfolg vorsehen. Somit sind Thesaurierungsmodelle weniger an der Tagesordnung.

Solch eine Zwischenbilanz ist sicherlich auch für die vielen Copy Cats in Deutschland sehr hilfreich, auch wenn es sicherlich in Deutschland verschiedene Unterschiede geben wird. Neben den Infos zum Tipping-Point würde mich natürlich interessieren, welche Faktoren für Erfolg udn Mißerfolg von auf kickstarter eingestellten Projekten darstellen. Allerdings arbeiten nach meiner Kenntnis schon einige Institutionen an entsprechenden Auswertungen. Ich bleibe gerne dran.

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