In Crowdfunding

Die ersten zwei StartUps suchen auf Seedmatch nach Crowdvestoren

Nach einer fast einjährigen Vorbereitungszeit ist es jetzt soweit: Auf der Crowdfunding-Plattform Seedmatch suchen seit heute die ersten beiden StartUps Crowdvestoren, um ausreichend Beteiligungskapital für die nächsten Schritten einzusammeln. Aber einer Beteiligungssumme von jeweils mindestens 250 EUR ist man dabei, ein kleines Stückchen vom “Kuchen” zu erwerben. Die große Herausforderung für die StartUps besteht jetzt darin, genügend Investoren in dem von Seedmatch festgelegten Zeitraum von 60 Tagen zu überzeugen, so dass der jeweils festgesetzte Kapitalbedarf erreicht wird. Im diesem Fall erhalten sie das benötigte Kapital, um sich weiterzuentwickeln. Andernfalls bekommen die Investoren ihr Geld zurück. Mehr Infos dazu gibt es auch in meinem ersten Blogbeitrag zu Seedmatch.

Zur Erinnerung präsentiere ich hier noch einmal die Listingkriterien von seedmatch:

  • Geschäftsidee muss Menschen begeistern können
  • Gründer müssen direkte Kommunikation mögen und aushalten
  • komplementäres Gründerteam
  • fertiges Produkt
  • zukunftsweisendes, skalierbares und ausgereiftes Geschäftsmodel
  • deutlicher USP
  • Produkte, die von der Unterstützung der Crowd profitieren
  • Fokus: B2C, Cleantech, Social Business
  • Kapitalbedarf bis zu 100.000 Euro (mittelfristig sind auch Finanzierungen bis 500.000 Euro geplant)

Folgende zwei StartUps haben diese interne Eignungsprüfung durch seedmatch positiv gemeistert:

  • Die Cosmopol GmbH & Co. KG ist ein Online-Shop für Originalprodukte und exklusive Souvenirs aus über 70 Ländern, die hierzulande gar nicht oder nur schwer erhältlich sind. Der Unternehmenssitz liegt in Düsseldorf. Cosmopol hat einen Kapitalbedarf von 80.000 Euro.
  • NeuroNation (Synaptikon GmbH) ist ein Portal für gemeinsames kognitives Training und besteht aus über 30 unterhaltsamen und interaktiven Übungen, die nachweislich Gedächtnis und Konzentration steigern. Zur Zeit zählt es 20.000 Mitglieder. Die Synaptikon GmbH hat ihren Sitz in Berlin. Der Kapitalbedarf von NeuroNation beträgt 55.000 Euro.

In den jeweiligen Infomappen, auf die ich verlinkt habe, gibt es mehr Informationen zu den StartUps. Gut gefällt mir, dass die wichtigsten Infos zum Angebot übersichtlich aufgelistet werden, wie man das am Beispiel von Cosmopol gut erläutern kann:

  • Kapitalbedarf: 80.000 €
  • Laufzeit: 60 Tage
  • Standort: Düsseldorf
  • Tags: eCommerce, Souvenir
  • Investoren: 1
  • Unternehmensphase: Startup
  • Produkt/ Dienstleistung erhältlich: ja
  • Beteiligungsart: stille Beteiligung
  • Mindestbeteiligungsdauer: 31.12.2015
  • Unternehmensbewertung: 600.000 €
  • Gesellschaftsform: GmbH & Co. KG
  • Gründungsjahr: 2009
  • Gründerteam: Michael Kraus & Gilbert Souvignier

Einen ausführlichen Business Plan erhält man, wenn man sich registriert hat. Besonders spannend fände ich natürlich die Erläuterungen zur Unternehmensbewertung. Es fällt schon auf, dass beide StartUps eine identische Unternehmensbewertung von 600.000 EUR verzeichnen können. Das erinnert mich an die Anfangszeiten von Business Angel Investment. Damals hatten viele BA ca. 50.000 EUR pro Beteiligung zur Verfügung und wollten mindestens eine Beteiligungsquote von 10 % erreichen. So war die Unternehmensbewertung von 500.000 EUR fast wie festgenagelt. Ehrlich gesagt ist es auch schwierig, eine Unternehmensbewertung in der StartUp-Phase vorzunehmen.

Von beiden Angeboten, wenn das hier natürlich auch keine Investmentempfehlung ist, gefällt mir das Angebot von Cosmopol besser. Das liegt an folgendem Zusatzangebot: “Neben der Beteiligung am Unternehmenserfolg von cosmopol erhalten Sie als Investor attraktive Vergünstigungen und Promotionpacks für sich und Ihre Freunde. Im Durchschnitt gibt unsere Zielgruppe im Jahr etwa 440 Euro für Geschenke aus und muss sich bei jedem der durchschnittlich 13,7 Anlässe im Jahr den Kopf zerbrechen. Als Teilhaber von cosmopol sparen Sie – je nach Höhe der Beteiligung – bis zu 30% bei jedem Einkauf und schenken zudem exklusive Schätze aus „IHREM“ Shop.”

Natürlich muss die Investmentstory stimmen. Aber wenn man dann noch zusätzlich Benefits seinen Investoren anbieten kann, die gleichzeitig auch zu Umsatz- und Gewinnsteigerung des Unternehmens führen, dann freuen sich alle. Auch an dieser Stelle erinnere ich gerne an die treppenstufähnlichen Fundsraisingkonzepte von Jill Sobule und Sellaband. Wer dieses Spiel beherrscht, wird die Chancen aus meiner Sicht deutlich erhöhen, das benötigte Kapital in 60 Tagen einzusammeln. Weiterhin empfehle ich die Lektüre über die Erfolgsfaktoren von Crowdsponsoring-Projekten.

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