In Crowdfunding

Kickstarter ist kein Onlineshop

Ein Journalist hat die Welle ins Rollen gebracht, als er in einem Artikel laut gefragt hat, was passiert, wenn die Kickstarter gefundete Projekte nicht realisiert werden können und damit die Versprechen (Geld gegen Produkt) nicht eingehalten werden können. Kickstarter hat zu diesem Artikel im Rahmen eines eigenen Blogposts schnell und umfassend Stellung genommen. Das ehrt Kickstarter, aber die Antwort wollen wahrscheinlich nicht alle hören: Kickstarter übernimmt keine Verantwortung, wenn ein Projekt, das auf Kickstarter ausgeschrieben wurden, in der Realität scheitert und damit auch die versprochenen Leistungen (z.B. Auslieferung des Produktes) vom Projekverantworlichen nicht erfüllt werden konnten. Basta.

Jetzt hat kickstarter nachgelegt und im Artikel “Kickstarter Is Not a Store” erläutert, dass jetzt bei jedem Funding ein neue Rubrik vom Projektinitiator eingerichtet und veröffentlicht werden muss: “Risks and Challenges”. Schaut Euch das einfach mal beim Projekt “Spixi” an, indem Ihr bei der Beschreibung ganz nach unter scrollt. In dieser Rubrik sollen die Projektinitiatoren ganz offen über die Risiken und Herausforderungen berichten, die im Rahmen der Produktentwicklung entstehen können. Kickstarter wird diese Angaben wohl nicht kontrollieren, sondern legt es in die Hände der Backer, die selbst beurteilen sollen, ob die Angaben ehrlich und realistisch sind.

Zudem wurden “New Hardware and Product Design Project Guidelines” eingeführt, die derStandard wie folgt beschreibt: “Demnach sind Produktsimulationen nicht mehr erlaubt, da diese die Geldgeber in die Irre führen würden und somit “verführen”. Zukünftige Features dürfen nicht mehr simuliert werden. Es dürfen nur Produktdemonstrationen von Produkten gezeigt werden, die dem momentanen Produkt entsprechen. Auch Renderings von Produkten sind somit unzulässig. Zusätzlich dürfen Geldgebern nur noch Produkte bzw. Rewards in einzelner Ausführung versprochen werden. Ein Set von Produkten ist erlaubt, nicht aber mehrere.” Damit soll sichergestellt werden, dass die Backer nicht irregeführt werden. Das ist zumindestens ein guter Anfang.

Ich bin mir sicher, dass diesen Ergänzungen weitere folgen werden. Z.B. könnte man sich von verschiedenen deutschen Crowdinvestingplattformen inspirieren lassen, die Ratingsysteme entwickelt haben, so dass die Besucher der Plattform die Projekte bewerten können und damit alle von der Weisheit der Massen profitieren können. Wie wäre es, wenn kickstarter solch ein Ratingsystem auch einführen würde und die am besten geratesten Projekte prominent präsentieren würden. Damit würde kickstarter zeigen, dass es ihnen wirklich wichtig ist, dass die Nutzer nicht irregeführt werden und wissen, worauf sie sich einlassen. Ich kann gut verstehen, dass kickstarter nicht mehr als eine Vermittlungsplattform sein will bzw. kann. Das sollte sie aber nicht daran hindern, mit Hilfe der Crowds neue, zielführende Features anzubieten.

One Response to Kickstarter ist kein Onlineshop

  1. […] Journalist hat im September 2012 eine Welle ins Rollen gebracht, als er in einem Artikel laut fragte, was passieren würde, wenn die auf Kickstarter gefundeten […]

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