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Wird der 8. Band von Harry Potter ein Crowdsourcing-Roman?

Die weltberühmte Autorin der Harry Potter Romane, Joanne K. Rowling, ließ schon seit langem verlautbaren, dass mit dem 7. Roman von Harry Potter Schluß sei. Und genau dieser 7. Band kommt am 21. Juli mit dem Titel „Harry Potter and the Deathly Hallows“ in die Buchhandlungen. Natürlich wird auch dieser Band wieder alle Vorbestellrekorde brechen. Doch diesmal ist etwas anders. Langsam wird vielen Fans bewusst, dass das Ende naht. Schon jetzt wird vermutet, dass Harry im 7. und angeblich letzten Band sterben wird.

Es ist nicht verwunderlich, dass es jetzt eine weltweite Unterschriftenaktion gibt, um „Harry zu retten“. Diese Aktion wurde von der englischen Buchhandelskette Waterstone gestartet. Die Homepage, auf der sich jeder mit Name und E-Mail-Adresse eintragen kann, heißt dann auch sinnigerweise: „Save Harry Potter“. Die Resonanz auf diese Petition ist natürlich enorm. Ist es verwunderlich, dass sich die Aussagen von der Bestseller-Autorin Joanne K. Rowling jetzt auch schon etwas anders anhören. „Man soll nie nie sagen“, erklärte Rowling nach Angaben ihres Verlags Bloomsbury. Und auch in einem BBC-Interview am letzten Freitag hat Rowling nicht mehr kategorisch ausgeschlossen, dass eine Fortsetzung kommen könnte, obwohl der Ausgang im bald erscheinenden Romanteil ziemlich deutlich sei. Gelesen in Spiegel-Online.

Doch im Zeitalter des Mitmach-Webs werden die Fans es nicht allein damit beruhen lassen, eine Petition zu unterschreiben. So werden Saskia und Sarah Preissner, die Gründerinnen des größten deutschen Harry Potter Fanclubs, in einem Tagesspiegel-Interview wie folgt zitiert: „Wir wollen aber nicht, dass das Interesse abflaut – und werden Band acht mit den 100 000 Clubmitgliedern schreiben. Der Kontakt über das Internet mit den Fans aus mehr als 30 Ländern macht’s möglich.“ In dem Band soll es um Harry Potters Leben nach der Zeit an der Zauberschule Hogwarts gehen. Die Handlung wird davon abhängen, wie es den Hauptfiguren in Band sieben ergeht.

So ist das also im Crowdsourcing-Zeitalter: Wenn man nicht die Wünsche der Mehrheit der Fans erfüllt, dann nehmen das die Fans eben selber in die Hand. Natürlich ist solch eine Fan-Aktion gerade aus rechtlicher Sicht nicht so einfach, wie spontan verkündet. Jedoch wäre ein rechtliches Vorgehen gegen solche angekündigte Aktionen der Super-Gau. Denn man sollte immer in Erinnerung behalten, dass erst die Fans es ermöglicht haben, so groß zu werden. Aus meiner Sicht wird es extrem spannd, wie der oben beschriebene Fall ausgehen wird. Denn ein Künstler sollte sich nichts vordiktieren lassen, aber auch nicht die Wünsche der Fans mit Füssen treten.

3 Responses to Wird der 8. Band von Harry Potter ein Crowdsourcing-Roman?

  1. […] Im Fall der Fälle also Crowdsourcing als Lebensretter für Harry Potter? Rechtlich ist das gar nicht so ohne, denn nicht nur “Bücher als solche” können urheberrechtlichen Schutz geniessen, sondern auch die darin vorkommenden Charaktere (siehe zum Beispiel diesen Rechtsstreit um eine Fortsetzung von Dr. Shiwago). Autoren können sich also häufig erfolgreich dagegen wehren, dass ihre Bücher von anderen Menschen fortgeschrieben werden. Burkhard Schneider vom Best Practice Business Blog spekuliert allerdings darauf, dass Autorin Joanne K. Rowling im Zweifel nicht gegen die Crowdsourcing-Autoren vorgehen (lassen) wird – ein Künstler solle sich nichts vordiktieren lassen, “aber auch nicht die Wünsche der Fans mit Füssen treten“. Hohe Hoffnungen bei einem Multi-Millionen-Dollar-Projekt. […]

  2. Tja, da hat es Frau Rowling allen gezeigt. Entweder hat sie gute Berater oder ist einfach clever. Es macht jetzt überhaupt keinen Sinn mehr, die Geschichte von Harry Potter weiter zu schreiben. Auch wenn ich als Leser das Ende total banal fand, sie hat allen den Wind aus den Segeln genommen.

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