In Crowdfunding, Crowdsourcing

Was alle Autohersteller von www.rescue-saab.com lernen können

Jeden Tag liest man Neuigkeiten über die krisengeschüttelten GM-Töchter Saab und Opel. Während heute Vertreter von Opel den Wirtschaftsminister davon überzeugen wollen, zumindestens Milliardenbürgschaften zur Verfügung zu stellen, hatte ein Saab-Händler aus Dresden ein ganz andere Idee. Nach einem nächtlichen Brainstorming wurde der Verein ,Rescue Saab e.V.’ gegründet und eine Website entworfen: www.rescue-saab.com (Online ab 21.2.09). Im Gegensatz zu anderen Aktionen will man allerdings nicht nur auf sich aufmerksam machen und allen Unterstützern eine Kommunikationsplattform bieten, sondern auch konkret Geld einsammeln.

Die Macher der Webseite rechnen das Potential vor, das diese neue Crowdfunding-Plattform schöpfen kann: “Es gibt auf der Welt angenommen 1.500.000 laufende Fahrzeuge von Saab – jeder liebt sein Fahrzeug wie wir. Eine Tankfüllung kostet im Schnitt 60,00 €. Allein wenn jeder Saab-Fahrer die Kosten für zweimal tanken investiert kommen 180.000.000 € zusammen. Stellen wir uns vor, dass es dazu mindestens 1.500 Saab-Partner gibt (es sind sicherlich viel mehr). Wenn jeder 10.000,00 € investiert, kommen noch einmal 15.000.000,00 € zusammen. Ihr seht also, dass mit einer vollkommen überschaubaren Invesition fast 200.000.000 € zusammenkommen können – damit wären wir eine Macht!”

Um dieses vorgerechnete Potential auch nur annähernd auszuschöpfen, braucht die Webseite viel Medienaufmerksamkeit und viele Fans, die die Seite weiterempfehlen. Da fast keine andere Automarke so viele Fans hat, ist das Mundpropagandapotential nicht zu unterschätzen. Bis jetzt haben sich in 9 Tagen schon fast 12.000 Unterstützer unverbindlich (also ohne weitere Verpflichtung) eingetragen. Zudem wurden auch schon prominente Saab-Fahrer wie Stefan Raab, Bastian Pastewka, aber auch Bill Gates, Steven King oder Jay Leno zwecks Unterstützung der Aktion angeschrieben. Damit könnte die Aktion für weltweites Aufsehen sorgen. Denn bisher berichten eher nur die deutschsprachigen Zeitungen und Blogs über diese Aktion.

Diese Aktion zeigt einmal mehr, wie sehr Kräfte in einer Krise frei werden können. Schade eigentlich, dass es häufig diese existentiellen Krisen braucht, damit die Verantwortlichen “aus dem Quark” kommen. Jede Automarke hat schliesslich seine Fans. Die gieren schlicht danach, sich auf einer Crowdsourcing- bzw. Fanplattform einzubringen. Deshalb sollten jetzt alle Marketingverantwortlichen genau hinschauen, wie sich www.rescue-saab.com weiterentwickelt und sich selber davon inspirieren lassen.

6 Responses to Was alle Autohersteller von www.rescue-saab.com lernen können

  1. Hey, das ist wirklich eine informative Blog-Post ….. super Arbeit halten es weiter …. Excellent

  2. […] die Fans so sehr, da es bei diesen mit Abstand am besten funktioniert. Aktuelles Beispiel ist die Saab Rettungsaktion, bei der Händler und Fans den angeschlagenen Autohersteller unterstützen […]

  3. Michael sagt:

    Auch wenn ich kein Saab fahre, so finde ich diese Idee super genial. Das Commitment der Saab-“Jünger” ist ja bekannt, warum sollte so etwas nicht funktionieren? Und auch wenn nicht unbedingt die gesamte Summe eingesammelt werden kann, so hat die Aktion dennoch großes virales Potenzial! Und PR war schon immer gut!
    Burkhardt mach weiter so!

  4. […] Presseberichten und das ist der Kunde. Wie wir im Rahmen der Berichterstattung über die Aktion “rescue-saab.com” berichtet haben, ist das finanzielle Unterstützungspotential hier enorm groß: “Es gibt auf […]

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