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Social Media meets Old Media: Wenn eine Community ein Buch gestaltet

Im letzten Blogbeitrag habe ich ein Experiment präsentiert, das reale und virtuelle Welten zusammenbringen will. Dank eines Hinweises von Matthias Stock kann ich jetzt ein weiteres Beispiel präsentieren, das zwei Welten zusammenbringt, die sich in der äußeren Wahrnehmung häufig bekriegen bzw. anders formuliert, jeweils um die Gunst der Leser buhlen. Konkret geht es darum, dass ein Buchverlag ein Einrichtungsbuch herausgebracht hat, das von den Mitgliedern einen Onlinecommunity mit Inhalt gefüllt wurde.

Die Entstehungsgeschichte ist schnell erzählt: Die Verlegerin Britta Blottner hat die Macher der Wohn-Online-community “So leb ich” bereits im Frühjahr 2009 mit der Idee angesprochen, ein Buch zur Community zu machen. Die mehr als 20.000 Community-Mitglieder wurden von der ersten Idee über den Inhalt bis zur Veröffentlichungsparty unmittelbar einbezogen. Dabei haben die Community-Mitglieder nicht nur die Ideen geliefert, sondern auch den Großteil der Texte und Bilder beigetragen. Das Buch “So leb´ich” ist im Mai 2010 erschienen und verkauft sich laut Matthias Stock seither sehr gut.

So ist ein Buch entstanden, das den Lesern echte Inhalte von “echten” Menschen zeigt. In den großen Wohnmagazinen und den Wohnbüchern vermissen die Menschen oft die Authentizität, da die dort abgebildeten Wohnungen meist sehr künstlich wirken und für normale Menschen kaum erreichbar sind. Nebenbei verknüpft “So leb’ ich” die Kanäle Print und Online, indem es eine eigene Microsite mit Ergänzungen, Downloads und Links zum Buch gibt, und jeder einzelne teilnehmende Autor in der Community über sein Profil angesprochen werden kann.

Das ist wieder ein gutes Beispiel, wie sich verschiedene Medienformate perfekt ergänzen. Es wird bestimmt in Zukunft zahlreiche Bücher geben, die von Communitymitgliedern erstellt werden und damit auch neue Leser und Käuferschichten ansprechen wollen. Von solchen Projekten profitieren alle. Der Verlag bekommt Content und verdient damit meist gutes Geld, denn die Communitymitglieder übernehmen auch ihren Teil, das Buch zu vermarkten. Und die Community spricht ganz neue Nutzer an, die vielleicht über solch ein Buch die Internetwelt erkunden wollen.

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One Response to Social Media meets Old Media: Wenn eine Community ein Buch gestaltet

  1. richin sagt:

    Was hat das jetzt mit Crowdfunding zu tun? Ich denke es ist eher Crowdsourcing?

    Werden die Mitglieder an den Erträgen beteiligt?

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