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Wie Jägermeister mit seinen Power-Usern neue Marketingideen entwickelt hat



Bildquellenangabe: Veronika Verenin / pixelio.de

Dass man die Ideen und Meinungen von Kunden in möglichst allen Wertschöpfungsstufen des Unternehmens einfließen lassen sollte, wissen meine Leser schon seit vielen Jahren. So haben wir z.B. über die Einrichtung eines „Kundenparlaments“ berichtet oder wie Kunden als Markt- und Wettbewerbsanalysten, Innovationsberater, Produktentwickler oder Servicemitarbeiter eingesetzt werden können. Aber nicht nur Kunden können einen wertvollen Input für die Unternehmen liefern, was wir alle erkannt haben, nachdem wir uns spätestens hier im Blog mit dem Phänomen „Crowdsourcing“ beschäftigt haben.

Die „Crowds“ kann man via Webplattform etc. anzapfen, um neue Ideen und Unterstützung zu erhalten. Man kann Sie aber auch gezielt zu Events einladen, um im Rahmen dieser Veranstaltungen neue Konzepte zu entwickeln. So ist das z.B. bei Jägermeister geschehen. So luden die Marketingverantwortlichen des führenden deutschen Kräuterliköranbieters im Jahr 2010 Bartender aus ganz Deutschland nach Wolfenbüttel ein, um sich mit den Power-Usern über die Mixbarkeit von Jägermeister und die persönlichen Erfahrungen mit dem Produkt bei der täglichen Arbeit auszutauschen. Doch es blieb nicht allein beim Erfahrungsaustausch, wie man einem Interview mit dem Miterfinder des Aroma Advisors im nomyblog entnehmen kann:

„Aus unseren kreativen Sessions rund um Mixvariationen entwickelte sich die Erkenntnis, dass es sehr nützlich wäre, den Bartender-Kollegen ein Werkzeug an die Hand zu geben, mit dessen Hilfe sich die Jägermeister-Aromen ausdifferenzieren und kategorisieren lassen. Daraufhin habe ich gemeinsam mit Dr. Berndt Finke, dem Leiter Rohwaren und Herstellung bei der Mast-Jägermeister SE, den Aroma Advisor erarbeitet: Eine schematische Darstellung der Kräuterlikör-Kopfnoten mit einer Zuordnung der jeweiligen aromen-betonenden Zutaten. Er dient nun auch als Inspirationsquelle für kreative Cocktail-Kompositionen mit Jägermeister.“

Das ist aus meiner Sicht ein geniales Beispiel, was passieren kann, wenn man Power-User einlädt, um zu überlegen, wie man ihnen bei der täglichen Arbeit helfen und gleichzeitig den Verkauf des Produktes ankurbeln kann. Natürlich können solche Hilfsmittel, wie der Aroma-Advisor, auch Endkunden dabei helfen, mehr Spaß mit dem Produkt zu haben und stärker zu involvieren. Aber die Power-User sind nun einmal diejenigen, die den größten Einfluss auf den Verkaufserfolg eines Produktes haben können. Aus meiner Sicht werden diese immer noch viel zu selten eingebunden und „gepampert“. Diese Influencer können dann begeistert werden, wenn sie selber mitmachen dürfen und ihre Ideen auch wirklich umgesetzt werden. Multiplikatorenmarketing ist so leicht, wenn man weiß, wie es geht und es auch umsetzt.

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