In V - Erfolgsfaktoren

Die Gewinner von enable2start lassen ihre Hosen runter und veröffentlichen ihre Quartalszahlen

Im April 2007 habe ich die Initiatoren des Gründerwettbewerbes “enable2start” dafür gelobt, dass bei Ihnen nach der Preisverleihung nicht Schluss ist. Vielmehr wird bei enable.de wöchentlich über die Fortschritte und Erlebnisse der Gründer berichtet. Besonders interessant ist, dass auch auch Hardfacts wie Umsatz- und Kennzahlen verraten werden. Heute wurden in einem Artikel von Thomas Clark die Quartalszahlen (Dez. 2007 – Februar 2008) veröffentlicht.

Besonders spannend sind natürlich die Zahlen vom Vorzeige-E-Commerce-StartUp MyMuesli. Demnach war der Dezember 2007 der absolute Spitzenmonat mit mehr als 110.000 EUR Umsatz. Der Gesamtumsatz von Dez. 2007 bis Febr. 2008 betrug mehr als 270.000 EUR. Den Dezember-Ausreiser-Monat erklärt Thomas Clark wie folgt: “Die Monatsergebnisse drängen den Schluss auf, dass im Dezember der Absatzhöhepunkt erreicht wurde und die Verkäufe seitdem stetig zurück gehen. Diese Schlussfolgerung ist jedoch zu simpel. Denn der Grund für die hohen Erlöse im Dezember lag nicht zuletzt am hohen Absatz von Müsli-Gutscheinen, die von vielen Kunden als Weihnachtsgeschenke geordert wurden. Gutscheine im Wert von 15.000 Euro hat Mymuesli im Advent verkauft. Bei einer einfachen Einnahmen-Ausgaben-Rechnung wie dieser wird dieser Betrag sofort als Umsatz deklariert”. Die (zahlungswirksamen) Einnahmen sind nicht mit bilanziellen Erlösen zu verwechseln.

Die Ausgaben für o.g. Zeitraum für mymuesli sind auf 213.000 EUR angelaufen. Die größten Ausgabposten waren die Rohstoffe, Personal und Verpackung. Zudem kamen auch noch Investitionen hinzu, die bei der Ausgabenrechnung gleich mit dem vollen Betrag und nicht nur mit dem Abschreibungswert zu Buche schlagen. Insgesamt beläuft sich somit der Überschuss für das aktuelle Quartal auf über 58.000 EUR. Dementsprechend ist nicht verwunderlich, dass die Kapitalreserven weiter auf 177.000 EUR gestiegen sind und man Bankkredite in der Bilanz vergebens sucht. Ein Grund für die hohen Überschüsse liegt in der Enthaltsamkeit der Gründer. Sie werden sich rückwirkend ab Janauar 2008 ein Gehalt von 1.000 EUR pro Person pro Monat auszahlen. Das sollten sich mal die Gründer genauer anschauen, die in ihren Business Plänen Gehälter pro Person und Monat von 3.000 EUR und mehr genehmigen und aufgrund fehlendem Eigenkapital alles von Investoren (auch ihr Gehalt) haben wollen.

Die Zahlen der meisten anderen StartUpler sind noch nicht ganz so aussagekräftig, weil z.B. zwei Gründer ihr Geschäft erst vor kurzem eröffnet haben. Trotzdem erhält der Leser auch hier einen guten Einblick, wie hoch die Investitionskosten z.B. für eine KITA oder ein Restaurant sind und wieviel man im Monat verdienen muss, um überhaupt eine schwarze Null schreiben zu können. Es ist immer wieder erschreckend, wie wenig Gründer sich das zu Beginn bewusst machen. mymuesli zeigt auch hier, dass man mit geringen Investitionen trotzdem sehr gute Umsätze generieren kann, wenn die Geschäftsidee stimmt. Mehr Gehirnschmalz zu Beginn kann einen vor großen Bauchschmerzen nach Gründung schützen.

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