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Erfolgsstory myphotobook

Im Februar 2006 haben wir hier im Blog über myphotobook berichtet. Mit einer speziellen Software, die kostenlos von dieser Webseite heruntergeladen werden kann, können aus Digitalbildern ganze Fotobücher (inkl. schriftlicher Erläuterungen) erstellt und anschliessend ausgedruckt und zum Kunden verschickt werden. Diese Idee hat nicht nur mich, sondern viele Kunden begeistert, so dass myphotobook zu einer echten Erfolgsstory geworden ist. Der Gründer David Diallo erläutert in einem 26-minütigen Videointerview mit Prof. Faltin, wie die Idee entstanden und erfolgreich umgesetzt worden ist. Demnach ist die Idee vom Bruder von David Diallo entstanden, der nach einem Urlaub seine Computerfestplatte fast komplett mit digitalen Urlaubsfotos „zugeknallt“ hatte. Er bat David darum, die Fotos auszudrucken und zu einem „Bildband“ zu erstellen, um die Fotos für immer archivieren zu können.

Folgende Aktionen und Faktoren führten zum durchschlagenden Erfolg von myphotobook:

  1. Von Beginn an wurde auf die Kooperation mit starken Partnern gesetzt (Druck, Technik, Vertrieb). Kerngeschäft von myphotobook ist die Vernetzung der Partner (Druck, Technik, Vertrieb, Logistik) sowie das Auftragsmanagement und der Kundenservice.
  2. Der Vertrieb erfolgte vorrangig nicht über eigene Wege (ausser einer eigenen Webseite), sondern über eine White-Label-Lösung (Vertriebskkooperation als Markteintrittstrategie). Man sprach gezielt „Zielgruppeninhaber“ an, das Produkt unter ihrem „Brand“ zu vertreiben.
  3. Ein großer Erfolg war die Vertriebskooperation mit Schlecker, die damals Marktführer beim Druck von digitalen Fotos war. Schlecker war auf der Suche nach innovativen Komplementärprodukten und deshalb sehr dankbar für das Kooperationsangebot. Weitere Vertriebskooperationen, z.B. mit ProSieben, folgten. Die weitere Marktexpansion war aufgrund der Qualität des Produktes und vorhandener Vertriebsreferenzen relativ leicht.
  4. Als Vertriebspartner wurden hauptsächlich Firmen angesprochen, die sich auf den Verkauf und nicht gleichzeitig auf die Produktion von Produkten konzentrierten, um nicht als „kostenloser Ideenlieferant“ missbraucht zu werden, der beim „abschöpfen der Sahne“ nicht mit beteiligt wird. Für einen großen Anbieter wäre es auch teuer und zeitintensiv gewesen, die Gesamtproduktion nachzubauen. Davor schrecken Großunternehmen bei jungen Märkten meist ab und sind meist auch nicht schnell genug.
  5. Man suchte schnell die europaweite Expansion, weil der deutsche Markt relativ schnell gesättigt war und man bei einem Produkt ohne Patentschutz die „Sahne meist nur als erster im Markt“ abschöpfen konnte. Zudem proftiert man bei schneller Expansion vom „Economy of Scale“ und erhöht damit zum einen die Rentabilität, sichert günstige Verkaufspreise und baut dadurch insgesamt Markteintrittsbarrieren auf.
  6. Eine große Kundenbindung wird durch die Software hergestellt, die den Kunden kostenlos zum Download auf den eigenen Computer zur Verfügung gestellt wird, um sein eigenes Fotobuch digital erstellen zu können. Da der Kunde sich nicht ständig in die Software von anderen Anbietern einarbeiten will, ensteht dadurch eine hohe Kundenbindung und eine weitere Markteintrittsbarriere für Wettbewerber.
  7. Die Kunden sind auch sehr gute „Vertriebspartner zum Nulltarif“. Denn viele Kunden verschenken das Fotobuch und sorgen dafür, dass viele potentielle Neukunden mit dem Produkt in Berührung kommen. Da in jedem Fotobuch von myphotobook Name und Kontaktdaten des Herstellers vermerkt sind, wird den Neukunden der nötige Impuls gegeben, auch hier Kunde zu werden.

Das Beispiel von myphotobook zeigt einmal mehr, wie man mit einer guten (Vertriebs-)Strategie ohne hohen Kapitaleinsatz und Risiko selbst als StartUp schnell zum Marktführer mit profitablen Margen werden kann. Und schon liegen auch weitere Ideen für die Marktexpansion in der Schublade von David Diallo. Mit Prof. Faltin sinnierte er auch darüber, in das Book-on-Demand-Geschäft einzusteigen. Hier gibt es zwar schon Wettbewerber, allerdings nicht mit der Kompetenz, farbige Illustrationen in hoher Anzahl und Qualität einzubinden. Das ist aber gerade für Bild- und Fotobände sowie z.B. für Reiseführer und Kochbücher elementar wichtig. Mal schau´n, womit und David Diallo in Zukunft noch alles überraschen wird.

2 Responses to Erfolgsstory myphotobook

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