In V - Erfolgsfaktoren

Unternehmenserfolg (1): Es muss Sinn machen!

Am 28.01.2010 habe ich vor ca. 200 Studenten der Universität Frankfurt im Rahmen der Vorlesungs- und Vortragsreihe “Existenzgründung‹ den Vortrag “Wie Unternehmen erfolgreich geworden sind – Best Practice Beispiele‹ gehalten. Am Ende des Vortrages habe ich DIE acht Erfolgsregeln für Unternehmer veröffentlicht. Diese Regeln sind natürlich interpretationsfähig. Deshalb will ich im Rahmen meiner neuen Serie „Unternehmenserfolg“ genau auf diese acht Regeln näher eingehen. Anschließend will ich gerne die einzelnen Wege zum Unternehmenserfolg ebenfalls im Rahmen einer Blogserie erläutern.

Beginnen will ich heute mit der wichtigsten Erfolgsregel: „Es muss Sinn machen!“ Vor kurzem habe ich mich im Rahmen des Artikels „Warum die “Warum-Frage‹ für ein StartUp entscheidend ist“ mit dieser Sinnfrage schon beschäftigt. Die Antwort, warum manche Unternehmen viel erfolgreicher sind und zudem eine deutlich größere Kunden- und Mitarbeiterloyalität als die anderen entwickeln, beantwortet Marketingberater Simon Sinek wie folgt: Unternehmen, die sich zu Beginn die Sinnfrage ihres Tuns beantworten und anschließend der Welt erläutern, warum sie das tun was sie tun, sind häufig erfolgreicher als die anderen, die “nur geldgeil‹ sind.

Der oberste Sinn sollte nicht darin bestehen, Geld zu verdienen. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Sinnhaftes unternehmerisches Handeln ist nur dann nachhaltig, wenn auch Geld verdient wird. Es handelt sich aber nicht um die Zielfunktion, sondern eine Restriktion (Nebenbedingung). Diese Restriktion ist aber nicht zu unterschätzen. Viel zu häufig habe ich Gründer kennengelernt, die Unternehmensgründung mit persönlicher Selbstverwirklichung verwechseln. Sehr häufig ist das bei Coaches, Yoga-Trainern etc. zu beobachten. Sie machen das, was ihnen am besten gefällt, ungeachtet davon, ob der Kunde für diese Dienstleistung auch genug Geld bezahlt, um morgen die Brötchen beim Bäcker bar bezahlen zu können.

Neben dem Gründer ist es somit genauso elementar, dass das Angebot auch für den Kunden Sinn macht. Denn der Kunde nimmt bei den Sinnmacher-Unternehmern eine elementare Rolle ein. Wenn sie vom Unternehmen und dessen Angebot begeistert sind, sind sie nicht nur „Wiederholungstäter“, sondern auch die besten Verkäufer, indem sie Weiterempfehlungen aussprechen. Die Königsdisziplin besteht darin, wenn die Kunden kostenlos mitarbeiten. Nicht nur bei Kiva, sondern auch bei meinem Lieblingsbeispiel TOM´s Shoes gelingt das eindrucksvoll. Hunderte von Volontären helfen kostenfrei mit, damit der gute Zweck auch erfüllt wird.

Nicht immer gelingt es, Mitarbeiter kostenfrei einstellen zu können. Aber auch wenn man Mitarbeiter mit Geld lockt, muss man sich bewusst sein, dass das nicht alles ist. Ab einer bestimmten Summe ist für viele Mitarbeiter nicht mehr die nächste Gehaltserhöhung, sondern das Arbeitsumfeld entscheidend. Hier ist die Sinnfrage ebenfalls entscheidend. Mit dieser Thematik habe ich mich im Artikel „Was unternehmen Sie, damit sich Ihre Mitarbeiter bei Ihnen wohlfühlen?“ näher beschäftigt. Damit die Arbeit Sinn macht, ist nicht nur die Sinnfrage des Unternehmens wichtig, sondern auch die freie Entfaltungsmöglichkeit der Mitarbeiter. Das wird möglich, indem die Mitarbeiter das Produktsortiment, den Arbeitsplatz etc. mitgestalten dürfen.

Zum Abschluss bleibt eine wichtige Regel: Tue Gutes und sprich darüber! Bei der Beschreibung der Erfolgsstory TOM´s Shoes habe ich zum Schluss auf den Punkt gebracht: “Der Gründer Blake Mycoskie hat schnell erkannt, wie das Marketing der Zukunft aussieht: Erkläre, warum Du Deine Firma gegründet hast und wem die Erfolge zugute kommen. Tue nicht nur etwas Gutes, sondern erzähle diese Story kurz und knapp jedem, der sie hören will. Involviere Deine Kunden. Mache Sie zu Fans. Der Rest passiert dann fast von selbst. Denn heute können sich Stories via Social Networks, YouTube & Co. viel schneller verbreiten als früher. Für die Erstellung eines erfolgreichen Viral-Videos hat Blake auch gleich drei Erfolgsregeln parat: Erkläre, warum Du Deine Firma gegründet hast, zeige die Personen, die von Deinen Taten profitieren zeige am Ende des Spots das Produkt, mit dem der Zuschauer etwas Gutes tun kann.‹

One Response to Unternehmenserfolg (1): Es muss Sinn machen!

  1. […] wichtiges Erfolgsgeheimins für Unternehmen in der Neuzeit besteht darin, Sinn zu stiften. Mein Lieblingsbeispiel dazu ist […]

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