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Startups dürfen alles, etablierte Unternehmen nur, was erlaubt ist

Warum gelingt es StartUps immer wieder, sich am Markt zu etablieren, obwohl eigentlich übermächtige Konkurrenten genug Manpower, politischen Einfluss, Know How und Kapital hätten, um dies zu verhindern? Mit dieser Frage beschäftigt sich Steve Blank, außerordentlicher Professor an der Stanford University, in dem HarvardBusinessManager-Artikel “Warum Konzerne nicht wie Startups handeln können”. Die Antwort lautet: “Startups dürfen alles, etablierte Unternehmer nur, was erlaubt ist”.

Seine These unterfüttert er in seinem Artikel mit vier Beispielen, Uber, Airbnb, Paypal und Tesla. Uber und Airbnb haben nach seiner Meinung bewusst gegen lokale Gesetze und Regeln verstoßen. Allerdings hatten sie wenig zu verlieren. Denn zu Beginn waren wenig Kapital und Arbeitsplätze gefährdet, wenn vor Gericht ein Verbot der Geschäftstätigkeit ausgesprochen worden wäre. Bei einem Großkonzern wäre das schon ganz anders gewesen. Wichtig für die o.g. StartUps war allerdings aus der Sicht von Blank, dass ihre Produkte bzw. Angebote deutlich besser waren als die der Konkurrenz und die Kunden schnell Widerstand geleistet hätten, wenn ihnen diese Angebote weggenommen werden würden.

Am Ende des Artikels spricht Blank den Großkonzernen vier Empfehlungen aus, sich gegen diesen “ungleichen Kampf” gegen Start-Ups zu wehren: Frühzeitig mit neuen Trends beschäftigen, eine Kultur für Intrapreneurship entwickeln, in Innovationen investieren oder sich an disruptive Unternehmen beteiligen bzw. aufkaufen. Letztlich besteht die Lösung darin, alle vier o.g. Wege zu gehen. Die meisten Konzerne entscheiden sich allerdings aufgrund von Erfahrungen, starrer Unternehmenskulturen und Risikoeinschätzungen (Stichwort Konzernträgerhaftung) häufig dazu, sich an die StartUps zu beteiligen bzw. aufzukaufen, die scheinbar das Rennen um die Zukunft gewinnen werden.

Eine ähnliche Entwicklung können wir derzeit im Profifußball entdecken. Wenn man den Gegner nicht besiegen kann, kauft man ihm einfach die besten Spieler weg. Das führt, wie man aktuell beobachten kann, zu Preisexplosionen im Transfermarkt. Jetzt überlegen sogar ehemalige “Dickschiffe” (die früher genau diese Strategie angewendet haben), wie der FC Bayern München, auf die Nachwuchsarbeit zu setzen, um in Zukunft noch konkurrenzfähig zu sein. Wenn in diesem Segment allerdings der Track Rekord fehlt, spricht nicht genug Nachwuchskräfte den Sprung in die erste Mannschaft schaffen, könnte dieses Vorhaben scheitern.

Foto: Innovationsagentur Dark Horse

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