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Neuer Trend in den USA: VC-Microfunds

In der letzten Zeit gründen sich immer mehr VC-Microfunds, die jeweils zwischen 10 und 20 Mio USD einsammeln, um es in Start Ups zu investieren. Die Entrepreneure in den USA freuen sich. Denn bei etablierten VC-Gesellschaften haben sie erst dann eine Chance, wenn sie mehrere Millionen USD brauchen und zudem nachhaltig Gewinne generieren. Was bleibt sonst übrig? Indem man einen Business Angel für sich begeistert. Doch der Blick des Business Angels ist meist sehr eingeengt und die Ansichten meist sehr individuell. Da kann es, wenn die persönliche Chemie nicht stimmt, schnell rumpeln.

Die VC-Microfunds dagegen sind eine Mischung aus einem etablierten VC-Fonds und einem Business-Angel. Innerhalb dieser Gesellschaft gibt es i.d.R. einen Manager, der das Geld fremder Investoren (ca. 10 – 30 Investoren) managt. Warum gibt es hier nur einen Manager? Weil die Management Fee (i.d.R. 2 – 3 % pro Jahr) zu gering ist, um mehrere Manager zu beschäftigen. Warum geben Investoren das Geld diesen Ein-Mann-Mangementgesellschaften? Weil Sie sich frühzeitig an aussichtsvollen Unternehmen beteiligen wollen, ohne selber die Beteiligungen auszuwählen bzw. nachhaltig zu betreuen. Häufig sind die Manager dieser Minifonds ehemaliger Manager großer VC-Gesellschaften, die endlich einmal alleinverantwortlich und insbesondere auch schnell handeln wollen. Mehr Infos gibt es bei topix.net.

Ich persönlich habe schon vor 10 Jahren in einer solchen Micro-VC-Gesellschaft gearbeitet. Der Vorteil für die Investoren bestand u.a. darin, dass günstige Refinanzierungskredite incl. Haftungsfreistellung durch die KfW in Anspruch genommen werden konnten, was damals die Einzelinvestoren nicht konnten. Wenn man überlegt, dass man heute durch den High-Tech-Gründerfonds einen Hebel von 1 : 10 nutzen kann, dann könnten solche Minifonds auch hier in Deutschland wieder etablieren. Sinnvoll ist insbesondere, wenn die Kontakte und Know How der Investoren angezapft werden können. Denn dann kann auch eine kleine Gesellschaft viel Power entwickeln.

Eine Alternative zu den Mini-VC-Gesellschaften sind sog. syndizierte Investments von Business Angels. In diesen Fällen steigen mehrere Business-Angels fallbezogen in ein Investment ein und nutzen so ebenfalls den Vernetzungseffekt, allerdings eher in loser Form. Wichtig ist auch hier, dass es immer einen Leadinvestor gibt, der die Hauptverantwortung für das Investment gibt. Da dieser Investor allerdings meist auch noch andere Beteiligungen hat und seine Zeit meist stark limitiert ist, kann dies zu echten Managementengpässen kommen. Evtl. hapert es auch an dem nötigen Know How im Tagesgeschäft.

Wer kann sich über o.g. Trends und Entwicklungen am meisten freuen? Die jungen Unternehmer natürlich, die endlich wieder eine Chance haben, auch in der Frühphase einen Investor zu finden, wenn auch heute noch die Wahrscheinlichkeit klein ist.

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