In Finanzen

Bootstrapping statt Eigen- oder Fremdfinanzierung

Auch heute finanzieren die meisten Gründer Ihr StartUp mit eigenen Mitteln, die sie vorher angespart haben. Doch was soll man tun, wenn man die nötigen Eigenmittel nicht hat und auch keine Bank oder Investor überzeugen kann bzw. will, Gelder für das StartUp zur Verfügung zu stellen? Dann kommt vielleicht das sog. Bootstrapping in Frage. Thorsten Kucklick, Mitgründer von meinspiel, erläutert am eigenen Beispiel wie das gehen kann. Kurz zum Hintergrund: Auf meinspiel wird eine Konfigurator zur Verfügung gestellt, der es ermöglicht, kinderleicht auch eine Kleinauflage von Kartenspielen erstellen zu lassen. Wir haben über das StartUp hier im Blog schon im Jahr 2008 berichtet, als es noch meinkartenspiel hieß und der Konfigurator noch nicht programmiert war.

Obwohl die Gründer schon gutes Geld als Verleger von Kartenspielen verdient haben, reichte das Geld nicht aus, um den Onlinekonfigurator programmieren lassen zu können und zusätzlich die Privatausgaben zu decken. Die Lösung bestand darin, Großaufträge an Land zu ziehen. Thorsten Kucklick berichtet dazu in einem aktuellen Blogbeitrag: „Vor kurzem war es beispielsweise der Schuh-Shop Mirapodo mit einem Schuhquartett, das allen Erstkunden im Versandpaket beigelegt wurde. Andere Beispiele sind Red Bull mit einem individuellen Pokerset oder das Bundespresseamt, das bei uns ein Quiz zum Thema „20 Jahre Deutsche Einheit“ machen ließ.“ Zusätzlich hilf noch ein teilweise erfolgsorientierer Vertrag mit den Programmierern.

Dieses Beispiel zeigt eindrucksvoll, dass es viele Möglichkeiten gibt, seine Projekte zu finanzieren. Für viele Gründer außerhalb der Webszene ist es häufig schon selbstverständlich, den Weg des „Bootstrappings“ zu gehen. Sie verdienen zum einen ihr Geld durch das Angebot von Dienstleistungen und Beratungen und bauen parallel ein skalierbares Business auf, in dem sie zum Teil ihre Einnahmen reinstecken. Es gibt natürlich auch Glücksfälle wie die eines Programmierers, der eine Software im Auftrag eines Dritten erstellt und damit finanziert hat, um sie anschließend auch an andere Kunden in abgewandelter Form verkaufen zu können. Das ging nur, weil er einen hohen Discount auf seine Programmierleistung gewährt hat, dafür aber die Verwertungsrechte für Projekte mit Dritten nicht verloren hat.

Natürlich ist Bootstrapping kein Allerheilmittel. Und das war es auch im oben beschriebenen Fall nicht. Vielmehr war es ein wichtiger Bestandteil für die Gesamtfinanzierung. Es gibt auch noch anderen Finanzierungsmöglichkeiten, wie z.B. Anzahlungen durch Kunden, Sponsoring durch Dritte etc. Dafür gibt es heute meist schon zahlreiche Crowdfundingplattformen und zwar nicht nur für Sponsoring sondern auch für Fremd- und Eigenkapitalfinanzierung. Dadurch können die Gründer heute auf einer viel größeren Klaviatur als früher spielen. Dadurch wird aber auch die Qual der Wahl größer. Ansonsten waren die Chancen für eine Finanzierung eines Vorhabens noch nie so groß wie heute.

2 Responses to Bootstrapping statt Eigen- oder Fremdfinanzierung

  1. […] letzten Blogbeitrag haben wir gelernt, wie man ein eigenes StartUp aufbauen kann, ohne selbst ein Vermögen zu besitzen […]

  2. Marco sagt:

    Eine gute Möglichkeit, sind meiner Meinung nach Lieferantenkredite in unterschiedlichen Formen. Je nach Art des Produktes, kann man damit Liquiditätsengpässe überbrücken.

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