In Finanzen, Geschäftsidee

Gibt es noch eine Chance für das Elbe-Team?

Robbie hat im Jahr 2003 innerhalb des m-e-x blogs die Success-Story des Elbe-Teams beschrieben: Die Elbe-Team Dresden GmbH verkauft gebrauchte Bücher und andere Waren über verschiedene Internetseiten, begonnen mit Amazon. Besonders ist die Tatsache, dass 50 % der Belegschaft behindert ist und im Rahmen der Tätigkeit einen Vollzeitlohn erhält.

Jetzt ereilt mich über www.dotcomtod.org folgende Nachricht:
“Mittwoch, 08. März 2006 10:48. Elbe Team ist insolvent. Hallo an alle – Unser Unternehmen hat am Donnerstag, 02.03.2006 einstweilige Insolvenz beim Amtsgericht Dresden unter der Insolvenznummer 530 IN 616/06 gestellt. Als Insolvenzverwalter wurde Herr RA Albert Wolff Weißeritzstr.03 in 01067 Dresden bestellt. Wir als Filialteams wurden am Freitag per E-mail nach dem Motto “hier lies und stirb” darüber informiert……Hier mein persönlicher Aufruf – Retten Sie unsere Geschäfte – Wir sind hochmotivierte Mitarbeiter und wir wären über jeden ehrlichen Investor glücklich. Glauben Sie mir, mit uns würden sie einen Glücksgriff machen. Bitte helft uns – RETTET Welt des Buches / Elbeteam. Es hängen zu viele Einzelschicksale bundesweit an dieser Idee – Danke, der Verzweifelte !” Diese Nachricht wurde von Lanu eingestellt, Gründer von dotcomtod, der ein eigenes Blog betreibt.

Wir drücken allen die Daumen, dass der Insolvenzverwalter ein glückliches Händchen hat und der Hilfeaufruf Wirkung zeigt. Damit wir bald wieder über die Success Story Elbe-Team berichten können.

One Response to Gibt es noch eine Chance für das Elbe-Team?

  1. INSIDER sagt:

    Um es mal ganz drastisch darzustellen:

    Hier sollte der Staatsanwalt mal vorbeischauen.

    Eigentlich war das eine Sache mit “Ansage”.

    So leid es mir für die betroffenen Mitarbeiter auch tut, aber leider, leider ist das Ganze eine Sache, die sich ständig wiederholt bei Herrn Wölki.

    Er hat auf die gleiche Art und Weise schon den damaligen Verein “Brücke zur Arbeit” in den Ruin getrieben.

    Und das trotz guten Zahlen. Die roten Zahlen wurden durch den besagten Herrn bewußt “erwirtschaftet”.
    Schon das Intro auf der Seite des Elbeteams ( http://www.elbeteam.de/pls/xx_webgui_old/SHOP_FRONT.startup?p_session=216555021543052182644&p_action=SHOW_TMPL&p_prm1=488 – persönliches) ist eine glatte Lüge.
    Tatsache ist, das besagter Herr Wölki aus Polen Hals über Kopf in einer Nacht und Nebel Aktion verschwand.
    Warum? Er brachte polnische Arbeitnehmer um ihren ohnehin schon kargen Lohn. In Dresden angekommen verbrachte man die 1. Tage in einem Obdachlosenheim (wenn man in Dresden schon ein “Bein” hatte, hätte man doch dort für die 1. Tage unterkommen können – Oder??)

    Unter dem Gesichtspunkt der Mitangereisten polnischen “Lebensgefährtin” bekommt o.g. möglicherweise ein ganz anderes Licht.

    Nun zum eigentlichen:
    Wie kann man heute tatsächlich noch billige Arbeitskräfte bekommen und diese dann noch vermeintlich gut bezahlen?

    Es liegt an unserem kranken System der Förderung gesellschaftlich benachteiligter Menschen.

    Damit wir uns hier richtig verstehen:
    Die Förderung gesellschaftlich benachteiligter Menschen ist wichtig und richtig. Es geht im Grunde nur darum wie man das Ganze macht und kontrolliert.

    Und dieses System erkennend und ausnutzend setzte Herr Wölki auf die gigantische Geschäftsidee:

    Einstellung gesellschaftlich benachteiligter Menschen.
    Der staatlichen Förderung konnte man sich ja völlig sicher sein.
    Kontrolle geht fast gegen NULL.
    Wer um Systematik unserer derzeitigen staatlichen Förderung weiß, weiß auch wovon hier die Rede ist.
    Es geht hier schlicht und ergreifend um „Hire and Fire“ oder die Finanzierung einer Geschäftsidee mit staatlichen Fördergeldern unter dem Deckmantel etwas für die Benachteiligten zu tun.
    Es war einfach so, dass mit Fördergeldern eingestellte i.d.R. vor Ablauf des Förderzeitraumes entlassen wurden.
    Gründe: Na man weiß doch wie man so etwas zu bewerkstelligen hat – leider.
    Mitarbeiter berichten unterschiedlich schon vom Führen von Schwarzkassen aus denen dann Mitarbeiter für „Überstunden“ bezahlt wurden und ruhig gestellt wurden für die Monate in denen keine Löhne gezahlt wurden.

    Da muss man sich schon mal die Frage stellen wie denn diese gigantische Schwarzkasse gefüllt wurde und ob da nicht noch mehr davon überblieb als zur Befriedung der Mitarbeiter gezahlt wurde.
    Und jeder der sich im Gebrauchtmarkt ein klein wenig auskennt, kann sich sicher vorstellen, wie eine derartige Schwarzkasse überhaupt zustande kommt.

    Auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht erscheint das Projekt mehr als bedenklich:
    Mieten, Löhne und erzielter Preis für den Abverkauf auch unter Berücksichtigung, dass außer Logistikkosten kaum nennenswerte Beschaffungskosten anfallen, stehen in keinem ausgewogenen Verhältnis.
    Ach ja es gab sie ja die staatliche Förderung. Und man hätte etwas daraus machen können. Man hätte nur auch wollen müssen.

    Lange Rede kurzer Sinn, ich meine dass Herr Wölki schon seit Jahren ein Fall für den Staatsanwalt ist.
    Er konnte nur in jeglichen Schwierigkeiten sein „Schutzschild“, den drohenden Verlust von Arbeitsplätzen für gesellschaftlich benachteiligte Menschen, erfolgreich vor sich her tragen.
    Und alles zuckte, denn diese große Schuld wollte sich keiner aufladen.

    Ich hoffe nur, dass Mitarbeiter oder auch ehemalige sich mal ohne Scheu und Angst wo auch immer äußern. Jetzt haben sie die Chance. Der Arbeitsplatz so wie es derzeit aussieht ist – leider – fort.

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