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Deutsche Bahn soll mehr Geld bei Verspätungen zahlen

Die Bundesregierung hat vor einigen Tagen angekündigt, dass die Rechte der Bahnfahrer bei Verspätungen gestärkt werden sollen. So sollen bei Verspätungen ab 30 Minuten 20 Prozent, ab 60 Minuten 25 Prozent und ab 120 Minuten 50 Prozent des Fahrpreises entgeltlich erstattet werden. Bislang erstattet das Unternehmen lediglich bei Verspätungen im Fernverkehr von über einer Stunde 20 Prozent des Fahrpreises per Gutschein.

Der zuständige Minister Seehofer äussert dann noch in der BamS einen gutgemeinten Ratschlag: „Die Bahn wäre schlecht beraten, wenn sie als Reaktion die Preise heraufsetzt. Das schafft kein Vertrauen. Schließlich muss sie im Wettbewerb mit Flugzeug und Auto auch durch attraktive Tarife bestehen.“ Ach so Herr Seehofer, wenn also das Flugzeug zu spät kommt oder ich im Stau stehe, dann bezahlt mir auch jemand eine Entschädigung? Können Sie mir sagen wer das ist und würden Sie bitte dort auch so eine Regelung durchsetzen? Hier werden also mal wieder Apfel mit Birnen verglichen.

Kommen wir aber auf das Basisthema zurück. Wie würde man nun in der freien Wirtschaft das Thema lösen? Eine Möglichkeit bestünde darin, unterschiedliche Tarife anzubieten. Ein Kunde, der quasi eine Versicherung gegen Verspätung abschliessen will, muss dafür auch der „Versicherungsgebühr“ (höhere Preise) bezahlen, aber auch nur der. Ansonsten würden die Gewinne der Bahn sinken. Bei einer endgültigen Privatisierung würde das aber bedeuten, dass der Steuerzahler mehr bezahlen muss (Übernahme der Pensionsverpflichtungen) und damit wieder ein Dritter bezahlt, der vielleicht nie mit der Bahn fährt. Also auch hier wird nicht mit offenen Karten gespielt, Herr Seehofer. Hören Sie endlich auf, Dritte bezahlen zu lassen.

Eine andere Möglichkeit bestünde darin, ein sog. Emergency-Ticket zu verkaufen. Wenn es eine Verspätung gibt, müsste sich die Bahn darum kümmern, den Kunden trotzdem pünktlich zum Termin zu bringen. Dafür wäre der Kunde vielleicht sogar bereit, deutlich mehr Geld für ein Ticket zu bezahlen. Das wäre mal ein ergebnisorientiertes Angebot.

Anbei habe ich noch einige Beispiele aus dem Blog herausgepickt, wie andere Unternehmen mit Beschwerden umgehen. Vielleicht gibt es ja hier einige Anregungen:

2 Responses to Deutsche Bahn soll mehr Geld bei Verspätungen zahlen

  1. […] Ich kenne keinen Bahnfahrer, der nicht schon einmal zu spät gekommen ist und sich darüber aufgeregt hat. Leider gibt es für die Deutsche Bahn nach dem jetzigen Vergütungssystem keinen großen Anreiz, minutengenau auf pünktliche Ankunftszeiten zu achten. Denn leider erhalten Bahngäste im Fernverkehr nur einen Gutschein über 20 % des Fahrpreises, wenn der Zug später als 60 Minuten angekommen ist. Die aktuellen Regeln zur Entschädigung finden Sie hier. Wir haben hier im Blog bereits darüber berichtet, dass die Entschädigungen in Zukunft abgestufter, großzügiger und in Form von Geld erfolgen sollen. Aber das wäre nur ein erster Schritt in die richtige Richtung. […]

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