In Geschäftsidee

Das kleinste kommerziell genutzte Kino der Welt hat am Montag in Radebeul eröffnet

Manchmal ist weniger mehr! So verkauft z.B. Woot.com täglich nur ein Produkt auf seiner Internetseite und grenzt sich damit wohltuend von den ganzen Internetshops ab, die zigtausend Artikel in ihrem Angebot haben. Nach o.g. Motto verfährt auch Johannes Gerhardt, der am Montag in Radebeul bei Dresden das nach eigenen Angaben kleinste kommerzielle Kino der Welt eröffnet hat.

Das Kino, das sich am Bahnhof von Radebeul befindet und bisher eine Taxizentrale beherbergt hat, hat gerade einmal 9 Plätze. Laut Focus haben die nächstgrößeren Kinos 21 Sitzplätze (Nottingham – nicht mehr in Betrieb) und 63 Sitzplätze (Rom – in Betrieb). Somit stehen die Chancen wohl nicht schlecht, im Guiness Buch der Rekorde zu erscheinen. Aber das ist zu PR-Zwecken fast nicht mehr nötig. Viele führende Zeitungen, wie die Zeit, Tagesspiegel, Spiegel, Focus-Online etc. haben in ihren Onlineausgaben über das Kino berichtet.

Somit ist nicht verwunderlich, dass die Resonanz der Kunden schon sehr groß ist. So gibt es laut Angaben des Betreibers schon mehr als 50 Mietreservierungen für Privatvorführungen. Laut ARD-Morgenmagazinbericht sollen bereits jetzt schon 17.000 Anfragen von Besuchern vorliegen. Und das, obwohl Angebot und Komfort eingeschränkt sind. Es gibt z.B. keine eigenen Toiletten und auch kein frisches Popcorn. Die Filme werden per DVD-Player und Beamer gezeigt, also nicht im gewohnten Kinoformat 35 mm. Die Verleiher sind noch skeptisch. Aber wer will sich schon lange dagegen währen, wenn der Kunde das Angebot will.

Sympathisch an dieser Story ist, dass ein junger, mutiger Gründer die Idee zum kleinsten Kino der Welt hatte. Es werden sich jedoch zahlreiche Händler für Homebeamer in die Waden beissen, warum sie nicht auf die Idee gekommen sind, regelmäßig in Ihren Räumen “Kinovorführungen” anzubieten. Schließlich steht dort das ganze Equipment inklusive kleinem Kinoraum, Kinosessel, etc. als Showroom meist zur Verfügung.

Gelesen in Focus-Online via Bernd Röthlingshöfer

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