In Geschäftsidee, Internet, V - Second Life

Das riskante Spiel von Linden Lab mit Second Life

Als Internet-Start-Up hat man es nicht leicht. Nehmen wir das Beispiel Second Life. Wochenlang grübelt man, ob die Geschäftsidee von den Kunden angenommen wird und sich die Anfangsinvestitionen auszahlen werden. Auf einmal gibt es eine Hype und täglich kommen 10.000 und mehr Teilnehmer dazu. Schon jetzt sprechen Experten darüber, dass Second Life bis Ende des Jahres 2 Millionen Mitglieder haben wird. Für die technische Infrastruktur ist dieser enorme Zulauf zu viel. Die Ladezeiten sind zu Spitzenzeiten zu lang.

Der notizen-aus-der-provinz-Blogger Markus Breuer spricht in diesem Zusammenhang von einem gefährlichen Spiel. Umso mehr Kunden Second Life in kurzer Zeit gewinnen kann, umso größer werden die Markteintrittsbarrieren für potenzielle Wettbewerber. Deshalb kommt den Managern das schnelle Wachstum sehr recht. Markus Breuer prophezeit, dass es Second Life spätestens in einem Jahr geschafft und sich als Marktführer im Segment “Virtual Life” nachhaltig etabliert haben wird.

Auf der anderen Seite verlieren immer mehr Freiweillige die Lust, neue User bei ihren ersten Schritten in der virtuellen Welt zu unterstützen, da alles sehr langwierig ist und immer wieder die selben Fehler behindern. Siehe dazu den ausführlichen Bericht von Tateru Nino. Gerade Plattformen mit user generated Content leben aber von der Unterstützung ihrer Mitglieder. Ohne Hilfe sind viele Neueinsteiger genervt und verlassen die virtuelle Welt auf lange Sicht. Das Management von Linden Lab wird kritisiert, zu wenig Supportunterstützung anzubieten, um die technischen Unzulänglichkeiten auszugleichen.

Fazit: Derzeit ist noch alles möglich. Das hängt wie immer im Wirtschaftsleben von dem Verhalten des Managements und der Wettbewerber ab. Wenn die Technologie von Linden Lab langfristig nicht den Ansturm der Teilnehmer aushalten kann und ein anderer Anbieter mit bessserer Technologie sowie genug “Kleingeld” auftritt, könnte Linden Lab noch abgefangen werden. Sollte Linden Lab die technischen Probleme zeitnah in den Griff bekommen und insbesondere die Multiplikatoren und Power User an sich binden können, um gemeinsam die Probleme zu lösen, stehen die Chancen für Second Life nicht schlecht. Das größte Pfund, mit dem gewuchert werden kann, ist das Business Modell des user generated Content und das starke Mitgliederwachstum sowie das enorme Interesse der realen Wirtschaft.

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