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Mit brainfloor ist im April die nächste Ideen-Crowdsourcing-Plattform offiziell an den Start gegangen

Suchen Sie neue Ideen für Ihr Business. Dann gab es bisher im deutschsprachigen Raum insbesondere die Möglichkeit, bei brainr oder bonspin entsprechende Fragen einzustellen und auf passende Antworten der Ideengeber zu hoffen. Im April 2008 ist mit brainfloor die nächste Crowdsourcing-Plattform offiziell an den Start gegangen. Laut Marcus Berthold, einem der Gründer von brainfloor, unterscheidet sich das Angebot im Vergleich zu bonspin und brainr u.a. in folgenden Bereichen:

  • Die von den Ideengebern abgegebenen Ideen sind für alle anderen nicht einsehbar, anders als bei brainr und bonspin (solange die Sesson aktiv ist).
  • Ein Evaluierungstool soll dem Ideensuchern die Möglichkeit bieten, effizient und effektiv die besten Ideen herauszufiltern.
  • Ideengeber können mit anderen Ideengebern und auch den Ideensuchern Kontakt aufnehmen.
  • Ideengeber können ab der ersten „guten“ Idee „echtes“ Geld verdienen.
  • In den letzten Jahren wurde durch die Gründer von brainfloor, die als Ideenmanager seit 2000 mehr als 250 Ideenworkshops moderiert haben, ein umfangreiches Netzwerk von Experten aus allen Bereichen aufgebaut, die auch bei Brainfloor als Ideengeber eingebunden werden sollen.

Interessant finde ich, dass Marcus Berthold auf meine Frage nach Wettbewerbern nur einen direkten Konkurrenten genannt hat: fellowforce.com. Wir haben über diese holländische Ideenplattform hier im Blog berichtet. Als indirekte Wettbewerber (weil unterschiedliches Geschäftsmodell) nennt Berthold folgende Plattformen: brainr.de, bonspin.de, openinnovation.ch und crowdspirit.com.

Aus meiner Sicht wird entscheidend sein, welche der o.g. Plattformen interessante Fragestellungen anbieten können und die Ideengeber nicht nur mit „Peanuts“ abspeisen. Diesbezüglich ist der Wettbewerb offen, da es noch keinem gelungen ist, wirklich spannende Projekte einzuwerben, bei denen die Ideengeber am Erfolg fair beteiligt werden. Zudem wird entscheidend sein, wer Erfolgsstories nachweisen kann, weil die eingebrachten Ideen wirklich erfolgreiche Projekte hervorgebracht haben.

Von allen drei o.g. Betreibern von deutschsprachen Ideenplattformen vermisse ich schlagkräftige Marketingaktionen. Aber müsste man genau so etwas nicht von den Initiatoren solcher Ideenplattformen erwarten, dass sie professionell und erfolgreich in eigener Sache werben? Ganz anders ist hier tchibo Ideas gewesen, die aus meiner Sicht auch in das Segment deutschsprachiger Ideenplattformen zuzuordnen ist. Denn hier haben die Werbeverantwortlichen gleich zu Anfang für viel Auregung gesorgt, wie wir in den letzten Tagen ausführlich berichtet haben. Man kann über die „B-Note“ der Ausführung diskutieren, aber Kritik zu üben ist leicht. Es besser zu machen, dass müssen andere erst beweisen.

Update: Wie ich gerade sehe, hat Hannes Treichl fast zeitgleich zu mir, brainfloor ausführlich vorgestellt und die Funktionsweise erläutert. Absolut lesenswert. Hannes weist z.B. audrücklich darauf hin, dass der Service von brainfloor für ideensuchende Non Profit Organisationen kostenfrei ist.

7 Responses to Mit brainfloor ist im April die nächste Ideen-Crowdsourcing-Plattform offiziell an den Start gegangen

  1. Cornelius sagt:

    Hmmm,
    das im Internet sofort diverse MeToos entstehen ist ja nichts neues. Erfreulich ist hingegen, dass mehr und mehr UGC-Sites den Wert des Contents erkennen und auch belohnen wollen. Bei den deutschsprachigen Brainstormportalen war Bonspin sicher Vorreiter. Die Prämienpunkte sind immerhin geldwert und können ab hundert Punkten ausgezahlt werden. Natürlich ist der ganz große Reibach noch nicht zu machen, aber es werden ja tatsächlich nur Brainstormingmäßige Einwürfe erwartet. Dann sieht die Honorierung schon wieder angemessen aus. Allein die Ideenprämierung und Kosten für den Projektinitiator halten die Deppen- und Blödsinnquote flach.
    BrainR ist freier und mit wenig kommerziellem Anspruch. Leider gleichen dort einige Threads eher denen bei YahooClever oder LycosIQ. Es fehlt die Motivationshilfe Geld. Das jeder Fragen stellen kann, wertet das System natürlich wieder auf. Hoffentlich findet sich bald ein finanzstarker Partner, nicht dass es einfach einschläft.

    Tchibo-Ideas finde ich befremdlich. Neuland und betriebsfremdes Terrain aber ausgestattet mit einem riesigen Werbe- und Marketingetat. Zudem die zu offensichtliche Ideenverwertungsabsicht (>>>kleine Umsatzbeteiligung für eine durch Tchibo realisierte Idee…) einen sehr fahlen Beigeschmack fördert.

    Brainfloor, sieht mir auf ersten Blick zu sehr nach: wir basteln uns ein Web 2.0 Projekt aus. Optik schreckt mich schon mal ab. Wirkt auf ersten Blick zu vercoacht…werd mich da aber gern nochmal näher mit auseinandersetzen.

  2. Hallo Cornelius,

    gerne will ich auf Deine Punkte eingehen:

    Deutscher Vorreiter für Ideenplattformen ist nicht bonspin, sondern brainr. Vorbild für brainr ist brainreactions, siehe unter http://www.best-practice-business.de/blog/?p=568.

    brainr ist bisher unkommerziell, ähnlich wie Wikipedia. BrainR würde es seht gut tun, wenn die Fragestellungen vorher genehmigt werden müssten, denn viele Fragestellungen sind doppelt oder tatsächlich keine Brainstorminsession.

    Bonspin ist die erste Ideenplattform in Deutschland, die Sachprämien (und ab bestimmter Punktzahl auch Geld) für Ideen auslobt. Damit kann der Betreiber Geld verdienen und auch die Ideengeber bekommen Peanuts. Wenn man bedenkt, dass man in wenigen Minuten mehrere gute Ideen beisteuern kann, ist der Stundensatz gar nicht so schlecht. Schade nur, dass hier die Beteiligung für die Ideengeber aufhört.

    Die Kritik an Tchibo Ideas kann ich nicht nachvollziehen. Bei Bonspin bringe ich vielleicht eine geniale Idee ein und werde mit Peanuts abgespeist. Bei Tchibo kann ich, wenn meine Idee zu einem Produkt umgesetzt wird, am Gesamtumsatz beteiligt werden. Bei Bonspin findst Du die Bezahlung angemessen und bei Tchibo Ideas sprichst Du von fahlen Beigeschmack, obwohl man bei Tchibo das Hundertfache verdienen kann. Und bei Tchibo Ideas kann man auch Geld verdienen, wenn man nur ein Problem nennt, ohne die Lösung zu haben.

    Brainfloor wählt einen anderen Ansatz als bonspin, weil hier nur der Ideengeber die Ideen sehen kann, die andere vorschlagen. Das finde ich für den Ideengeber interessanter als bonspin, wo jeder die Ideen einsehen kann (also auch die Wettbewerber), solange die Session läuft.

    Fazit: Insgesamt zählt für mich, ob es wirklich interessante Sessions gibt, meine Idee möglichst umgesetzt wird und ich dann eine faire Entlohnung dafür erhalte. Und genau hier hat noch keine Plattform meine Ansprüche und Wünsche erfüllt. Brainfloor hat von allen drei Brainstorminplattformen die besten Voraussetzungen, um das zu schaffen. Tchibo Ideas ist hier aus meiner Sicht außer Konkurrenz.

  3. Joscha sagt:

    Hallo,

    das schlagkräftige Marketingaktionen der kleineren Ideenplattformen wie atzio.com (openinnovation.ch) nicht erfolgen – gerade im Gegensatz zu Tchibo-ideas könnte doch mt den unterschiedlichen finanziellen Ressourcen bei einem Start-Up zusammenhängen, oder nicht?

  4. Hallo Joscha,

    gerade im Internetzeitalter kann man auch mit kleinen Budgets große Marketingerfolge erzielen. Deshalb würde ich nicht alles auf das Geld schieben.

    Bei Tchibo Ideas können einfach mehr Menschen mitmachen, weil das Themenspektrum breitere Massen anspricht.

  5. Hallo,

    ich arbeite seit über 10 Jahren als Berater für Erfinder und auch wenn das Patentwesen so seine Fehler hat, ist es dennoch sinnvoll Ideen wenn möglich zu schützen.
    Das Problem mit Seiten wo man einfach so gute Ideen gemeinsam entwickelt ist jenes, dass man damit die Idee praktisch verschenkt. Wie sagt der Joker im neuen Batman so schön: “ If you are good at something never do it for free“

    Wir haben dazu für fertige Ideen einen Marktplatz eingerichtet. Voraussetzung ist, dass die Idee einen Schutz hat, da sie sonst nicht verkaufbar ist. In welcher Phase sich die Idee befindet ist dabei nicht wichtig. Also wenn noch die eine oder andere kleine Frage offen ist, kann man auch hier Partner finden.

    Der Unterschied zu den oben gezeigten Seiten ist, dass man schon etwas mehr als eine Idee haben sollte. Nur mit der Idee alleine ist die Basis für eine faire Entlohung kaum gegeben.

    Link http:www.patent-net.de

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