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Little Stars ist Frankfurter Gründerpreissieger 2008 geworden

Im Oktober 2007 habe ich hier im Blog über Little Stars aus Frankfurt berichtet, einer Mischung aus Restaurant, Cafe, Kita, Indoorspielplatz und Spielzeuggeschäft. Bei meinen Top 10 Gastronomie-Geschäftsideen 2007 ist Little Stars auf dem 6. Platz gelandet. Gestern konnte die Gründerin Sabine Tabrizi im Rahmen der Preisverleihung den mit 12.500 EUR dotierten 1. Platz im Frankfurter Gründerpreis erringen. Damit hat das zweite Mail in den 8 Jahren Frankfurter Gründerpreis ein Gastronomiekonzept gewonnen (siehe Übersicht der historischen Preisträger hier).

Auch die beiden Drittplatzierten bieten ihren Kunden kulinarische Köstlichkeiten an: Barbara und Matthias Schneider bieten in ihrem „Dulce Chocolate & Ice Cream“ in der Schweizer Straße in Sachsenhausen Bio-Eis, Pralinen, Schokolade und Kuchen an. Mit diesem Sortiment können die Unternehmen auch gut überwintern. Mittlerweile wird schon die Eröffnung des dritten Geschäfts in der Berger Straße vorbereitet, nachdem das zweite Geschäft vor kurzem am Kaiserplatz eröffnet wurde.

Den dritten Platz mussten sich die Schneiders mit Mario Furlanello und Christiane Fuchs teilen, die in der Bornheimer Landwehr 46 eine ehemalige Parfum-Manufaktur zum Kochstudio umgebaut haben und dort jetzt unter dem Namen „Menufaktor“ Kochkurse anbieten und den Raum für Feiern vermieten. Übrigens sind auch die Webseiten der beiden Drittplatzierten ein wahrer Augenschmaus.

Die Auswahl der Preisträger ist typisch für den Frankfurter Gründerpreis. Denn die Jury bewertet weniger die Zukunftspläne, sondern die schon bisher erreichten Milestones. Deshalb gehören zu den Gewinnern häufig Einzelhandelsgeschäfte und Gastronomiebetriebe, die der Jury nicht nur Kostproben präsentieren, sondern auch ein schickes Geschäft und hohe Mitarbeiterzahlen vorzeigen können. Im Rahmen dieser Auswahlkriterien haben es Unternehmen mit visionären und innovativen Ideen schwer. Das hat sich auch dieses Jahr gezeigt. Denn der zeitplatzierte Airconomy Aviation Intelligence GmbH hat das echte Potenzial zum Hidden Champion und konnte trotzdem nicht gewinnen:

Philipp Goedeking hat mit seinem Team ein mathematisch basiertes System für die Luftfahrtindustrie entwickelt, mit dem genau berechnet werden kann, wie viele Passagiere auf welchen Routen fliegen. Luftfahrtgesellschaften investieren jährlich mehr als 150 Mio. EUR, um solche Daten und Prognosen erheben zu können, weil diese Informationen für die Rentabiltät des Fluglinien entscheidend sind. Dem Frankfuter Team gelingt dies besser als den Fluggesellschaften. Dabei bedienen sie sich einer mathematischen Formel, die so groß ist, dass sie die Weltkugel mehr als einmal umspannt. Die Gründer rechnen damit, in den nächsten Jahren einen großen Kuchen des 150 Mio. EUR Marktes abzubekommen und Marktführer in diesem Segment zu werden.

Da habe ich also gestern bei der Preisverleihung einen potentiellen Hidden Champion kennengelernt, der wie die Faust aufs Auge zur europäischen Verkehrsdrehscheibe Frankfurt passt und die Jury des Frankfurter Gründerpreises hat nicht die Chance genutzt, sich mit dem Top-Unternehmen als Sieger zu schmücken. Wenn das nicht bezeichnend für den Gründerstandort Frankfurt ist. Ich bin sprachlos und erschüttert zugleich.

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