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Own Hotel sucht 20.000 Co-Direktoren

Und wieder geht ein Crowdsourcingkonzept an den Start. Diesmal kommt es aus Österreich und nennt sich Own-Hotel. Gesucht werden konkret 20.000 Co-Direktoren, die jeweils 99 EUR Jahresmitgliedsgebühr beisteuern sollen, um davon ein Hotel in Österreich kaufen zu können. Auf der Startseite wird das Projekt wie folgt angepriesen:

„Haben Sie je daran gedacht Ihr eigener Hoteldirektor zu sein? Selbst zu entscheiden, wie ein Hotel geführt wird? Mitzuhelfen, wenn es darum geht, neue Gäste zu finden, qualifizierte Mitarbeiter zu suchen, die Einrichtung auszuwählen oder die neuesten Cocktails für die Hotelbar zu kreieren! Und selbstverständlich: im eigenen Hotel günstig zu urlauben! Wie kann so etwas funktionieren? OWN-HOTEL kauft ein reales Hotel in einer österreichischen Top-Ferienregion und macht Sie zum „Hotelmanager“! Danach treffen Sie zusammen mit Ihren Co-Direktoren aus dem Internet demokratisch alle Entscheidungen und bestimmen den Erfolg des Systems!“

Als Initiator des Projektes zeichnet laut Webseite Stephan Waltl von microgast aus Zell am See in Österreich verantwortlich. Das Ganze klingt wie eine gute Mischung aus tribe wanted, Guest Invest und myfootballclub. Insgesamt befindet sich alles noch in der Experimentierphase. Das gibt auch der Initiator im internen Bereich zu: „Wir befinden uns jetzt in der “Start-Up-Phase‹ von OWN-HOTEL! In dieser Phase wollen wir ausloten, wie unsere Idee von der Community aufgenommen wird!“ Insgesamt bezweifele ich, dass das Konzept „fliegen“ wird. Aber vielleicht finden alle gemeinsam die richtigen Stellschrauben. Vielen Dank an Rainer für diesen Tipp.

6 Responses to Own Hotel sucht 20.000 Co-Direktoren

  1. Ich finde die Idee jedenfalls genial. So holt man sich auch noch gleich eine gewisse Stammkundschaft. Diese Idee lässt sich auch bestimmt auf etliche andere Bereiche ausdehnen. Ob es klappt, ist jedoch eine andere Frage. Ich werde das in jedem Fall sehr gut beobachten.

  2. Kritisieren ist immer leichter als es selbst zu tun!
    Mit OWN-Hotel können alle „Tourismusprofis“ endlich beweisen, dass sie es besser können! Einen versuch ist es wert!

  3. Hallo Stephan,

    derzeit gibt es ja einen Boom an Crowdsourcing-Konzepten a la myfootballclub, nvohk,…..Leider wird häufig nur blind kopiert und zudem gehofft, dass die Community schon alles richten wird. Das böse Erwachen diesbezüglich wird bald kommen.

    Jetzt aber konkret zur Kritik:

    1. Das Ziel 20.000 Mitglieder ist aus meiner Sicht viel zu utopisch. Realistische Ziele (500 – 1000 Mitglieder) wäre aus meiner Sicht viel zielführender. Solch ein Ziel könnte theoretisch in wenigen Wochen oder Monaten erreicht werden. Ganz wichtig ist bei solchen Projekten, dass der Spannungsbogen nicht reißt und das ist meist nach wenigen Wochen schon der Fall.
    2. Anstatt 99 EUR pro Mitglied einzusammeln, würde ich pro Nacht Geld einsammeln (quasi als Vorauszahlung) und mich bezüglich des Pricings von Carsharing-Projekten insprieren lassen.
    3. Der Kauf eines Hotels erscheint unrealistsch (Ausnahme: Guest Invest Konzept), also ist die Pacht realistisch. Diesbezüglich wäre es spannend, wenn Du täglich neue Hotels vorstellst, die zur Pacht zur Verfügung stehen. Etwas Vorleistung erwarte ich schon von Dir.

    Ich hoffe, diese konstruktive Kritik hilft Dir, das Konzept feinzutunen.

    Gruss

    Burkhard

  4. […] Es geistert schon eine Weile durch die Blogs, aber so langsam scheint es ernst zu werden: Own-Hotel.com bietet wahrscheinlich schon bald die Möglichkeit “Hoteldirektor” zu werden. Also einer von 20.000 Hoteldirektoren. Geführt werden soll das Hotel dann Basisdemokratisch: Jeder hat eine Stimme – “Wisdom of the Crowds” bzw. “Die Weisheit der Vielen” ist das Zauberwort. […]

  5. Stephan sagt:

    Hallo Burkhard,
    ich hoffe nicht, dass OWN-HOTEL nur eine „blinde“ Kopie von myFBC.co.uk ist, denn hier haben sehr viele Leute schon viel Zeit und viele Gedanken investiert und die Kritik die am Anfang gekommen ist, war wichtig damit man nachjustieren konnten. Transparenz und Ehrlichkeit (vor allem dann, wenns um € 99 geht) extrem wichtig!
    Jetzt zu Deinen Anmerkungen:
    1. „20.000 / 99“
    Diese Zahlen erklären sich aus der angestrebten Eigenkapitalquote im Kauf. Die Zahl 20.000 ist sehr hoch – das ist mir bewußt, aber möglich! Vielleicht nicht morgen und nicht in 2 Monaten, aber möglich! Und ich bin ein sehr positiv denkender Mensch und ich mag mir selbst hohe Ziele stecken. Werden wir die Zahl nicht erreichen, dann wird man kleinere Brötchen backen – es gibt ja auch kleinere Hotels! Die € 99 sind nicht wenig geld – aber ich war vor einer Woche in einem nicht wirklich sensationellen Hotel und hab € 200 für nur eine Nacht bezahlt! Ich volltanke mein Auto einmalig für € 75! Eine Eintrittskarte bei der EURO kostet mich € 150! Ich werde in den kommenden Wochen ein detailliertes Rechenbeispiel auf http://www.own-hotel.com veröffentlichen und beschreiben, was der Mehrwert für jeden einzelnen Direktor ist.
    2. Pacht/Kauf
    Auch hier macht die Summe des gesammelten Geldes die Musik. Wir streben den Kauf an, wenn zu wenig Geld kommt, kann es alternativ auch eine Pacht sein.
    3. Vorstellung der einzelnen Hotels
    Noch ist es uns nicht erlaubt die bereits angedachten Hotels zu veröffentlichen. Es gibt sowas wie Wettbewerbsrecht und daran werden wir uns halten! Sobald wir rechtlich dazu erlaubt sind, haben wir genau dieses geplant!
    ciao & danke
    Stephan

  6. Hallo Stephan,

    danke für die Antworten. Daraus ergeben sich einige Rückfragen:

    – Wer wird bei einer Kreditaufnahme bürgen bzw. selstschuldnerisch haften?
    – Wann geht es richtig los, so dass man wirklich detaillierte Infos erhält?
    – Ab wieviel Teilnehmer wollt Ihr wirklich loslegen?
    – Könntet Ihr nicht schon anonym einige Kauf- oder Mietangebote einstellen, damit man wenigstens ein Gefühl für die Größenordnung bekommt?

    Ich halte Euer Ziel von 20.000 Mitgliedern für zu optimistisch. Nehmen wir als Beispiel ein Hotel mit 20 Zimmern. In diesem Hotel könntet Ihr 7.300 Nächte pro Jahr anbieten. Wenn nur jedes Mitglied eine Woche bei Euch verbringen will, dann könnt Ihr 730 Mitgliedern pro Jahr einen Hotelaufenthalt anbieten.

    Schaut Euch einfach umgekehrt an, wieviele Mitglieder für vergleichbare Crowdsourcing-Konzepte (nvohk, tribe wanted) begeistert werden konnten. Dann seht Ihr, welche Zahlen realistisch sind.

    Jeder Unternehmer sollte vor Beginn seine Planzahlen auf Plausibilität prüfen. Ich bin darauf gespannt, wie das bei Euch aussehen wird.

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