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justaloud – innovatives Pricingmodell für die Musikindustrie

Im Rahmen eines Artikels zu MultistartUps hier im Blog habe ich bereits kurz die Musikplattform justaloud erwähnt. Denn bei justaloud handelt es sich laut Impressum um ein Projekt der edelight GmbH, das von Feliks Eyser, Marc Boeker und Christopher Beuchert geleitet wird. Mehr über das Beteiligungsverhältnis wollten mir die drei „Projektleiter“ im Rahmen eines E-Mail-Interviews nicht verraten. Sehr berichtenswert dagegen finde ich das Pricingmodell der Musikplattform. Auf der Webseite ist es wie folgt beschrieben: „Bei uns haben Lieder keinen festen Preis, die Community legt durch ihre Käufe fest, wie viel ein Song kosten soll. Jeder Song startet mit einem Preis von 0 Cent und kann bis zu 99 Cent steigen. In der Tabelle siehst du die Anzahl der erforderlichen Käufe, bis ein Song die nächste Preisstufe erreicht:“

Die Gewinnverteilung ist wie folgt: „Künstler, die über uns Musik verkaufen erhalten generell 85% des Gewinnes, der beim Verkauf entsteht. Der Gewinn entspricht dem Umsatz abzüglich der Kosten, die durch den Verkauf entstehen. Diese Kosten sind Transaktionskosten und Hostingkosten, die durch die Verkäufe entstehen und die wir abführen müssen. Insgesamt sind dies 12 % vom Umsatz, die sich aus 10 % für Transaktionsgebühren und 2 % für Hostingkosten zusammensetzen. Bei Künstlern, die bei der GEMA registriert sind, werden pro Verkauf 17,5 Cent an die GEMA abgeführt. Justaloud zahlt an GEMA-Mitglieder den Gewinn abzüglich der GEMA-Gebühren aus. Diese werden dann noch über die GEMA anteilig an den Künstler ausgezahlt.“

Bis jetzt kennt das Preismodell nur steigende Preise und ist damit aus meiner Sicht etwas zu eindimensional. Vielmehr sollte es aus meiner Sicht ein dynamisches Preissystem mit der Möglichkeit von fallenden Preisen geben. Chris Boedeker bestätigt Gedanken in diese Richtung: „Wir haben in den letzten Monaten wertvolle Erkenntnisse über das Kaufverhalten der Nutzer in Abhängigkeit vom Preis eines Songs sammeln können. Diese Daten fließen in eine neue Version des Preissystems ein. Weitere relevante Größen sind die Anzahl der Community-Mitglieder und die Verkaufs-Historie, sowie das Einstellungsdatum eines jeden einzelnen Tracks. Insbesondere die Verkaufs-Historie der Tracks ist eine wichtige Größe, da wir damit einen verlässlichen Wert für den umsatzmaximalen Preis bekommen. Und soviel können wir sagen: Dieser befindet sich deutlich unter den 99 Cent von iTunes & Co. Wenn sich nun Einflussgrößen, wie z.B. die Community-Größe, auf der Plattform verändern, ist es durchaus angedacht, dass der Preis eines Songs auch wieder fällt.“

Ich werde aufmerksam beobachten, wie sich das Pricing-Modell in Zukunft weiterentwickelt. Schliesslich bin ich ein Fan von innovativen Pricing-Modellen. Zudem mag ich natürlich auch innovative Geschäftsmodelle, die verändertes Kundenverhalten berücksichtigen und eine Branche umwälzen können Feliks Eyser erklärt seine Beweggründe für sein Engagement bei justaloud: „Auf Grund meiner früheren Aktivitäten im Musikbereich war mir bewusst, dass die Musikindustrie sich in einer starken Phase des Umbruchs befindet. Solche Phasen sind immer ein guter Zeitpunkt ein Projekt zu starten, da sich dadurch oft neue Möglichkeiten durch absterbende und sich neu entwickelnde Strukturen ergeben. Im konkreten Falle von uns ist das z.B. das Ende des physischen Vertriebes via CD und die Emanzipation der Künstler. Sie werden in Zukunft viel weniger auf Labels vertrauen und einige der klassischen Aufgaben der Labels selbst erledigen, oder durch Dienste wie Justaloud erledigen lassen.“

Laut Marc Boeker gibt es folgende Vorbilder für das innovative Geschäftskonzept von justaloud, das nicht nur auf ein neues Pricing-Modell basiert: „Es gibt viele geniale Startups, die sich mit dem Thema Musik beschäftigen und die uns inspiriert haben. Orientiert haben wir uns aber an einem last.fm eMusic.com, welches ein Amiestreet Preismodell hat und die Möglichkeit besitzt, die Artist-Profile so wie bebo.com zu customizen.“ Und einige Fakten haben mir die Drei von justaloud auch noch verraten: Demnach haben schon einige Musiker dreistellige Summen über justaloud verdienen können. Bis jetzt sind mehr als 3.500 Künstler und mehr als 10.000 Nutzer auf der Plattform registriert. Das klingt alles nach einem vielversprechenden Start. Ich bin gespannt, wie sich die Story weiterentwickelt. Und ich vermute, ich bin nicht der einzigste.

10 Responses to justaloud – innovatives Pricingmodell für die Musikindustrie

  1. Matthias sagt:

    Die Einbahnstrasse des Preises nach oben bietet auch Potenzial für Missbrauch. Künstler könnten durch Strohmänner den Preis für die eigenen Werke künstlich nach oben treiben. Im jetzigen System würde der hohe Preis bestehen bleiben.

  2. Hallo Matthias,

    für mich das Preismodell von justaloud ein erster Schritt in die richtige Richtung. Jetzt müssen weitere folgen.

    Zudem bin ich gespannt, ob justaloud auch in anderen Bereichen neue Standards setzen muss. Eins ist klar: Die Musikindustrie ist im enormen Umbruch und braucht neue Lösungsmodelle.

  3. Denis Eggert sagt:

    Dito, meines Erachtens nach ist es ein Schritt in die richtige Richtung und einfach eine zeitgerechte Denke bei all den lustigen Pricingmodellen, die man aus dem eCommerce kennt.
    Incentives für ein gerechtes Preisniveau oder Hemmschwellen für Missbrauch lassen sich garantiert einfügen.

    Auf jeden Fall neben Werbefinanzierter Musik sehr interessant!

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