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MyMicroCredit.org: Kiva bekommt Konkurrenz aus Österreich

Dass ich ein Fan von der Mikrokreditvermittlungsplattform Kiva bin, ist längst kein Geheimnis mehr. Eigentlich habe ich mich gewundert, warum es im deutschsprachigen Raum keine Copy Cats gibt, die großes Potential haben, es Kiva gleichzutun. Über zahlreiche Berichte in Zeitungen und Blogs bin ich jetzt auf MyMicroCredit.org aufmerksam geworden. Dahinter steht eine Non-profit Organisation mit Sitz in Deutschland und Österreich. Wie bei Kiva können hier sozale Investoren MikroKredite direkt an Menschen in Entwicklungsländern vergeben.

Nach erster Ansicht sind mir folgende Unterschiede zu Kiva aufgefallen:

  1. Die Kreditgeber erhalten am Ende der Laufzeit keine Zinsen, sondern maximal das eingezahlte Kapital zurück. Dadurch soll gewährleistet werden, dass die Kreditnehmer in den Entwicklungsländern möglichst geringe Zinsen an die Mikrofinanzinstitute zahlen müssen.
  2. Zur Abdeckung der mit der Mikrokreditvermittlung verbundenen Kosten für Währungswechsel, Absicherung des Währungsrisikos, Überweisungsspesen, Softwarenutzung, etc. werden die Kreditgeber darum gebeten, eine zusätzliche Spende in der Höhe von 10% zusätzlich zu Ihrem Mikrokredit zu geben, die in Deutschland steuerlich abzugsfähig sein kann. Dafür gibt es keine Querfinanzierung durch die Zinsmarge.
  3. MyMicroCredit finanziert sich nicht durch eine Zinsmarge, sondern nur durch freiwillige Spenden der sozialen Investoren und wird in der Anfangsphase auch von Spenden der Gründer, Organisationen und Sponsoren gestützt.
  4. Derzeit arbeitet MyMicroCredit mit dem MFI Apoyo Integral in El Salvador, Nicaragua, zusammen und konzentriert sich auf Ausbildungen zum Agrarlehrer. Diese Ausbilder sollen später weitere Projekte von MyMicroCredit betreuen und damit ein Garant für den Erfolg und die hohe Rückzahlungsquote der Kredite sein.
  5. Die Kreditvergabe ist ohne Registrierung bei Überweisung oder Lastschrift möglich. Claus Lehmann kommentiert das wie folgt: “Das ist zwar einerseits schnell in der Bedienung/Abwicklung, andererseits bedingt das fehlende Login, das Kreditgeber keinen Überblick haben, wem sie wann Geld geliehen haben.”

Der Macher hinter dem Projekt ist der Österreicher Karl Rebeder. Seit dem Verkauf seiner Möbelaccessoire-Firma im Jahre 2004 unterstützt er mehrere Waisenhausprojekte in Mittel- und Südamerika. Daraus entstand das greenhouse-project, in dem Waisenhaus-Abgänger nach ihrer Schulzeit die Möglichkeit haben, eine landwirtschaftliche Zusatzausbildung abzuschließen und einen Kleinkredit aufzunehmen. Viel Aufmerksamkeit bekommt er und sein Projekt, weil er mit der Verlosung seiner Traumvilla in Tirol das Projekt der MicroCredit-Organisation mitfinanzieren will.

Gefällt Ihnen das Projekt? Dann können Sie es auch ohne große Geldbeträge unterstützen. Derzeit sucht Karl Rebeder viele Freiweillige, z.B. Deutsch-Spanisch-Übersetzer zwecks Übersetzung der individuellen Profile der Mikrokreditnehmer und der monatlichen Statusberichte. Gesucht werden natürlich auch Medienprofis für die Öffentlichkeitsarbeit auf ehrenamtlicher Basis sowie Kontakte zu Medien ( Print und TV ) in ganz Europa. Für den Aufbau der gesamten Verrechnung zwischen sozialen Investoren und Mikrokreditnehmern sowie Mid and Backoffice werden Sponsoren im Bereich Software gesucht. Mehr Infos gibt es hier.

One Response to MyMicroCredit.org: Kiva bekommt Konkurrenz aus Österreich

  1. […] Unterschiede zwischen dieser Variante und der weltweit bekannten Alternativa kiva beleuchtet das best-practice Businessblog hier. Ein […]

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