In Geschäftsidee, Idee - Senior, Was macht eigentlich?

Doc Morris Gründer Ralf Däinghaus kann es nicht lassen

Hier im Blog haben wir mehrfach über den “Regelbrecher” Ralf Däinghaus berichtet, der als Gründer von Doc Morris für viel Wirbel sorgte. Nachdem der agile Macher im Jahr 2007 seine Anteile am Unternehmen an den europäischen pharmagroßhändler Celesio AG verkauft hatte, wurde es deutlich ruhiger um ihn. Das lag u.a. daran, dass er sich mit der Familie eine Auszeit gönnte und erst für drei Monate durch die USA reiste und etwas spätes noch einmal für drei Monate durch Australien und Neuseeland tourte. Danach wurde er mit der Familie in Düsseldorf sesshaft, da in der NRW-Hauptstadt seine Frau in der Werbebranche arbeitet. Obwohl Ralf Däinghaus aus finanziellen Gründen nicht mehr arbeiten muss, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis es wieder ein eigenes Business aufbauen würde.

Jetzt sucht Ralf Däinghaus wieder das Blitzlichtgewitter. Der Grund dafür ist sein neues StartUp “Kunesto”. In der Kunstsprache Esperanto steht Kunesto für Gemeinschaft. Und genau solch eine Gemeinschaft will Ralf Däinghaus mit seinem Geschäftspartner Thomas Schirner bieten und zwar für Senioren. Für einen Clubbeitrag von 49,90 EUR pro Monat wird den Clubmitgliedern fast jeden zweiten Abend ein Event angeboten, um gemeinsam etwas zu unternehmen und neue Netzwerke zu “spinnen”. Das Programm ist sehr vielfältig und reicht von Kultur, Politik bis Kaffeeklatsch. Beheimatet ist der erste Kunsto-Klub in Düsseldorf, der neuen Wahlheimat von Ralf Däinghaus. Wie er jetzt in einem Interview mit der Süddeutschen verraten hat, soll es aber bei diesem einen Club mit derzeit ca. 100 Mitgliedern nicht bleiben:

“Seine Ziele sind ehrgeizig: Von Kunesto soll es bereits Ende nächsten Jahres Filialen in einigen weiteren Städten geben, danach soll es zügig weitergehen. “In zehn Jahren sind wir bundesweit tätig – gegen Kunesto war Doc Morris ein müder erster Versuch”, gibt sich der Manager optimistisch. Kalt lassen den Unternehmer mögliche Nachahmer. Sicher könne man das Geschäft kopieren, aber das sehe von außen einfacher aus, als es ist, zumal das Geschäft, wie er sagt, “substantielle Fehler verbiete”, weil die Menschen jeden Monat kündigen könnten. Seine Stärken schildert er selbst: “Ich bin der Richtige, um ein Unternehmen von null auf hundert zu bringen. Von hundert auf tausend – das können andere besser.””

“Gut gebrüllt Löwe”. Denn nur wegen der Geschäftsidee hätte ich nicht über die neuen Aktivitäten von Ralf Däinghaus berichtet. Denn die Idee selber ist “kalter Kaffee”. Schon im Jahr 2006 habe ich hier im Blog über den Best Agers Club Hamburg berichtet, der seit Jahren mit dem Geschäftsmodell unterwegs ist, mit dem der Querdenker aus Düsseldorf jetzt auch sein Glück versucht. Aber letztlich kommt es nicht auf die Idee, sondern auf die Umsetzung an. Und da kann man tatsächlich vom smarten Ex-Versandapotheker einiges erwarten. Wenn er mich vorher gefragt hätte, hätte ich ihm eher die Idee des “Clubs der Millionäre” ans Herzen gelegt, die ich im Artikel über den Best Agers Club Hamburg auch kurz erwähnt habe.

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