In Geschäftsidee, Idee - Agent, Marketing - Vertrieb

Warum Kaviar in Moskau in Automaten verkauft wird

Im Jahre 1887 stellte die Fa. Stollwerck die ersten Automaten auf, um Warenproben zu verteilen. Schnell erkannten die Macher die Chance, ihre Schokolade nicht nur über Automaten zu verschenken, sondern auch zu verkaufen. Aufgrund des großen Erfolges gab es sechs Jahre später schon mehr als 15.000 Verkaufsautomaten, in denen nicht nur hauseigne Produkte verkauft wurden. Heute gibt es fast nichts, was nicht über Automaten verkauft wird. Seit kurzem kann man nicht nur in verschiedenen Städten Goldbarren an Automaten, sondern in Moskau an verschiedenen Stellen auch roten Kaviar ziehen, wie tagesschau.de berichtet.

Spannend finde ich auch in diesem Fall die Entstehungsgeschichte: „Dabei sei die Idee dazu eigentlich aus der Not geboren. Die Marktsituation in Russland war teilweise schwierig. Händler haben ständig ihre Rechnungen bei uns zu spät bezahlt. Bei diesen Geräten kassieren wir jedoch sofort. Und wir sparen natürlich auch Geld, da wir keine Angestellten bezahlen müssen, sagt die Firmengründerin Sosonowa. Abgesehen natürlich von dem Mitarbeiter, der die Automaten befüllt und das Geld einsammelt.“ Neben der Rentabilität muss man als Unternehmer eben auch immer die Liquidität im Auge halten.

Die Macher haben schnell erkannt, dass eine Zielgruppenfokussierung keinen Sinn macht: „Elena Sosonowa betont, dass sie ihre Automaten nicht nur als Angebot an die oberen Zehntausend betrachtet. Der „Ikramat“ sei für jeden da. „Unsere Kunden sind ganz unterschiedlich. Wir sind in der Stadtverwaltung vertreten, in verschiedenen Ministerien – bei Katastrophenschutz und im Bildungsministerium etwa. Es gibt aber auch ganz normale Kunden in Einkaufszentren“, sagt Sosonowa. Zuerst habe die Firma sich nur auf die Elite konzentriert, aber dann hätten sie verstanden, dass Kaviar bei allen gefragt sei.“

Besonders beliebt sollen die Kaviarautomaten bei Touristen sein. Das liegt nicht nur an den Preisen zwischen 4 und 15 EUR, so dass die Kaviardosen ideal als Mitbringsel erworben werden können. Touristen lassen sich auch gerne vor den Kaviarautomaten fotografieren. Es ist eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis der Kaviarautomat auf der ersten Postkarte oder im Reiseführer erscheint. Dann könnten die Automaten Kultstatus bekommen, zumindestens bei Touristen. Deshalb könnten die Flughäfen ideale Aufstellorte sein. Und vielleicht wird auch bald international expandiert, so dass solche Automaten auch in Berlin, Frankfurt und Co. stehen.

Anzeige


babbel.com - jetzt kostenlos ausprobieren!

One Response to Warum Kaviar in Moskau in Automaten verkauft wird

  1. Credo sagt:

    Also ganz ehrlich, ich finde die Vorstellung Kaviar oder Sushi aus dem Automaten zu ziehen schon ziemlich ekelig.

Schreibe einen Kommentar