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Wenn der Student ein Buch kapitelweise kaufen kann

Ich kann mich noch gut an meine Studentenzeit erinnern. Zu Beginn des Semesters veröffentlichten die Professoren ihre Literaturlisten, um die Vorlesungen gut vor- oder nachbereiten zu können. Es war fast unmöglich, diese Bücher in der Unibibliothek einsehen zu können. Und für nur ein Kapitel gleich ein ganzes Buch zu kaufen, war meist auch nicht lohnend. Also suchte man einen Kommilitonen, der sich doch für diesen Schritt entschieden hatte und einem das Buch kurz auslieh. Das war alles sehr umständlich.

Jetzt geht es einfacher. Bei dem Onlinedienst “Reference Tree” kann man einzelne Kapitel von Büchern als Ebooks kaufen. Ab 1,6 GBP ist man schon dabei. Und bevor man die Katze im Sack kauft, erhält man eine kostenlose Vorschau auf einzelne Seite des Kapitels. Renommierte Verlage wie McGraw Hill and Cambridge University Press machen schon mit und könnten dafür sorgen, dass dieser Service von den Studenten angenommen wird.

Warum machen die Verlage mit? Lieber verkaufen Sie ein Teil ihres Buches als dass sie es gar nicht verkaufen. Denn gerade bei Studenten ist bekannt, dass sie schnell einmal zum Kopierer laufen und Teile des Buches kopieren. Wenn man ihnen jetzt aber einen bequemen, kostengünstigen Service biete, Teile des Buches kostengünstig zu erwerben, kann man wenigstens noch gewisse Umsätze realisieren. Überlegt doch auch einmal, wann es sich lohnt, eine Gesamtleistung in Teile zu stückeln, um damit als Anbieter gutes Geld zu verdienen?

5 Responses to Wenn der Student ein Buch kapitelweise kaufen kann

  1. C.k.b sagt:

    Die ist Idee ist uralt und “leicht” tabuisiert.

    Nämlich Hotels stundenweise zu verkaufen – nicht was ihr jetzt alle dankt – sondern an Flughäfen, Bahnhöfen etc

    Denn auch wenn es Senator- und DB-Lounges gibt, geht nichts über die richtige Privatsphäre, eines eigenen Zimmers…

    Aber davon hab ich hier ja schon gelesen 😉

    Danke Herr Schneider für die vielen Denkanstöße

  2. Bei PaperC (www.paperc.de), einem deutschen Start-up, geht das schon lange. Dort können 10.000 Fachbücher von führenden Verlagen wie De Gruyter, UVK und O’Reilly, innerhalb eines Zeitlimits von 45 Minuten kostenlos gelesen werden – von der ersten bis zur letzten Seite. Aufgehoben wird das Zeitlimit, wenn man einzelne Seiten oder das ganze Buch für 10 Cent pro Seite kauft. Gekaufte Seiten/Bücher kann man auch als PDF herunterladen – ohne DRM. Die Inhalte bekommt PaperC direkt von den Verlagen, mit denen die Umsätze geteilt werden.

  3. Wenn man Text noch weiter modularisiert, ergeben sich noch interessantere Geschäftsmodelle: Eine Fußnote kann z.B. gegen den dahinter liegenden Textteil ausgetauscht werden. So steigt der Leser in ein Werk ein und schaltet sich sukzessive die Texte der referenzierten Werke frei (Sätze, Absätze, Seiten, Kapitel etc.), vgl. PAUX Technologies.

  4. Hallo Leander,

    aus meiner Sicht ist es nicht für alle Verlage spannend, das ganze Buch praktisch zu “verschenken”, sondern mindestens ein Minimum zu verdienen, was bei bei paperc möglich aber nicht garantiert ist. Zudem ist obiges Konzept schneller und kostengünstiger umzusetzen.

    Aufgrund dieser Unterschiede habe ich mich entschieden, über obige Idee zu berichten, obwohl ich schon im Mai 2009 unter http://www.best-practice-business.de/blog/?p=7973 über paperc berichtet habe.

    Weiterhin will ich mit dieser Idee insbesondere andere Branche inspirieren. DA mein Bericht über paperC schon lange her ist, dient obige Idee als Wiederholung der “Häppchen-Ideeologie”.

  5. Hallo Burkhard, sorry für das späte, aber nicht weniger herzliche Danke für die Antwort. Es sind ja alle Initiativen in dem Bereich zu begrüßen, finde ich. Habe mich gefreut, hier eine weitere Plattform kennenzulernen.

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