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Wenn Deine Geschäftsidee nicht funktioniert, gründe eine Community

fablabs

3-D-Drucker Bausatz von Fablabs

Wenige Monate nach Start meines Blogs habe ich über die Rapid-Prototype-Technologie berichtet, die es möglich macht, dass man schon jetzt 3-D-Kopien aus Kunststoff oder Metall anfertigen kann. Während damals die Anschaffungskosten für solche 3D-Kopierer noch bei ca. 25.000 EUR lagen, sind jetzt schon Geräte ab 1.000 EUR erhältlich. Dabei handelt es sich aber eher um Bausätze, die in mühevoller Heimarbeit zusammengebaut werden oder im Leistungsumfang nur sehr begrenzt sind. Trotzdem versuchen immer wieder emsige Gründer, auf Basis dieser Kleingeräte Existenzen aufzubauen, wie in einem aktuellen Zeit-Artikel anschaulich berichtet wird:

“Für Philip Steffan von der Open Design City war die Anschaffung des Makerbots Teil einer Geschäftsidee. Er wollte ein 3D-Copycenter gründen. Für den Makerbot entschied er sich, weil er den Umgang mit dem Reprap zu frickelig fand. Erst beim Einsatz des Geräts bemerkte er jedoch, dass es noch kaum für den kommerziellen Gebrauch taugt. Hohle Objekte kann es schlecht replizieren und die Größe der Ausdrucke ist ebenfalls beschränkt, höher als zehn Zentimeter sollten sie nicht werden. Also gab Steffan den Plan mit dem Copyshop auf.”

So oder ähnlich enden viele Stories von Gründern, die mit einer neuen Idee, die noch nicht wirklich marktreif ist, ihr Glück (zu früh versuchen). Philip Steffan hat allerdings aus der Not eine Tugend gemacht, wie man dem Artikel weiter entnehmen kann: “Er beschloss, zuerst eine Community zu gründen, die den Gedanken des Open-Source-Designs weiterentwickelt – eben jene Open Design City. Inzwischen treffen sich im Rahmen des Projekts die unterschiedlichsten Leute: Designer, Architekten, Hipster und Punks. Sie kommen, um Steffans Know-how und die Werkzeuge im Betahaus zu nutzen, der Makerbot ist dabei nur eines unter vielen.”

Gerade in Zukunftsbranchen verbrennen sich viele Gründer die Finger, weil sie zu früh dran sind und deshalb sehr viel Lehrgeld zahlen müssen. Zudem funktionieren meist noch nicht die klassischen Geschäfts- und Einnahmemodelle. Deshalb muss man in solchen Fällen meist einen Schritt zurück gehen. Die Gründung einer Community kann in solchen Fällen ein adäquates Mittel sein und man kann damit sehr wohl auch schon Geld verdienen. Ob man damit aber gleich eine Vollexistenz starten kann, ist zumindestens fraglich. Deshalb sollte man prüfen, wann und in welcher Form man den Sprung ins kalte Wasser wagt.

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