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Partnerbörse Gmatch will mittels DNA-Analyse den richtigen Partner finden

Die Idee klingt wie ein Aprilscherz. Allerdings machte Andreas J. Reichert schon Ende Januar mit zwei Pressemitteilungen auf Geschäftsidee online. Bei seiner Partnerbörse Gmatch soll man jetzt mittels DNA-Analyse seiner Speichelprobe den perfekten genetischen Match ermitteln können. Konnte man bisher auf Partnerbörsen bisher lediglich nach sozialen und psychologischen Komponenten “matchen”, soll es mit der von Gmatch entwickelten Analysemethode endlich möglich sein, wichtige biologische Komponente bei der Partnerwahl im Internet zu berücksichtigen.

Nach der kostenlosen Registrierung kann man sich ein Profil erstellen. Will man das genetische Matching nutzen, kann man gegen eine Gebühr von einmalig 139 Euro eine DNA-Analyse anfordern. Diese beginnt mit einem einfachen Wattestäbchen mit Hilfe dessen eine Speichelprobe aus dem Mund entnommen wird. Das getrocknete Stäbchen wird dann einfach per Post an Gmatch zurück geschickt. Im Labor wird das Erbgut aus dem Speichel isoliert und die für die für die Partnerschaft wichtigen Genabschnitte mittels spezifischer Analysen untersucht und mit Hilfe des einzigartigen, von Gmatch entwickelten, Algorithmus ausgewertet. Sobald das Ergebnis der Analyse vorliegt, kann man mit nur einem einzigen Mausklick feststellen, ob der auf der Gmatch-Plattform gefundene Traumpartner tatsächlich zu einem passt.

Die für die Partnerwahl wichtigen Duftstoffe unseres Körpers sind Produkte unseres Immunsystems. Stark vereinfacht gesagt, geben sie also Aufschluss darüber, gegen welche Krankheiten wir geschützt sind. Die Stärke des Immunsystems hängt mit der Vielzahl der Major Histocompatibility Complex (MHC)-Gene zusammen. Je mehr verschiedene MHC-Gene ein Mensch hat, desto stärker ist sein Immunsystem. Dies erklärt auch, warum es im Laufe der Evolution wichtig war, dass bei der Partnerwahl der unbewusst oder bewusst wahrgenommene Geruch eine Rolle spielte, denn je unterschiedlicher die Immunsysteme zweier Menschen, desto widerstandsfähiger wäre der gemeinsame Nachwuchs. In zahlreichen Studien konnte gezeigt werden, dass die MHC-Gene den Geruch eines Menschen beeinflussen und dass dieser von anderen Menschen wahrgenommen werden kann.

Der Zusammenhang zwischen der Variabilität der MHC-Gene und der Partnerwahl des Menschen wurde zunächst von Claus Wedekind an der Universität Bern festgestellt. Bei dem so genannten „T-Shirt Schnüffeltest“ mussten Männer zwei Nächte lang ein T-Shirt tragen, das im Anschluss mehreren Frauen vorgelegt wurde. Dabei hat sich gezeigt, dass Frauen den Geruch der Männer umso angenehmer empfanden, je unterschiedlicher ihre MHC-Gene zu denen des T-Shirt Trägers waren. Bei einer weiteren Studie von über 400 verheirateten Paaren in den USA wurde gezeigt, dass die langjährig verheirateten Paare eher unterschiedlichere MHC-Typen besitzen als es statistisch bei zufälliger Verteilung zu erwarten wäre (Carole Ober, University of Chicago).

Die große Frage ist natürlich, ob die User auch daran glauben, dass die DNA bei der Partnerwahl helfen kann und ob Sie deshalb bereit sein, Ihre DNA analysieren zu lassen. Vielen wird das (noch) zu weit gehen. Es zeigt aber, dass es schon heute viele Nutzungsmöglichkeiten für die DNA-Analyse gibt. Die Aufgabe besteht jetzt wohl darin, die verschiedenen Angebote zu kumulieren, damit bei einer DNA-Analyse gleich mehrere “Fliegen mit einer Klappe” geschlagen werden können, wie z.B. die Erstellung eines DNA-Kunstwerkes und die Erstellung eines DNA-Parfums. Es gibt also genug Ansatzpunkte für Kooperationen und die wahren Nutznießer wären die DNA-Labore.

2 Responses to Partnerbörse Gmatch will mittels DNA-Analyse den richtigen Partner finden

  1. Mat sagt:

    Was ist aus G-Match geworden?

  2. Hallo Mat,

    nach meiner Recherche verliert sich die Spur im Jahr 2011. Keine Einträge bei Twitter, keine Aktivitäten des Gründers bei XING, u.s.w.

    Die Idee war auch 2011 nicht neu, schliesslich ist GenePartner schon seit 2008 auf dem Markt. Unter http://www.genepartner.com/index.php/matchmaker gibt es eine Auflistung, welche Partner-Online-Vermittlungsplattformen etc. mit Gentests arbeiten.

    Das ist keine Nutzungsempfehlung, vielmehr nur eine Marktinfo. Ich hoffe, die Infos helfen weiter.

    Gruss

    Burkhard

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