In Geschäftsidee, V - AUFSCHWUNG-Messe, V - Erfolgsfaktoren, V - Existenzgründung

Prof. Faltin: Kopf schlägt Kapital. Gründen mit Komponenten.

Auch wenn wir bereits hier im Blog öfters über das neue Paradigma von Prof. Faltin „Kopf schlägt Kapital. Gründen mit Komponenten“ berichtet haben (hier, hier und hier), bietet die folgende Zusammenfassung des Vortrages von Prof. Faltin auf der AUFSCHWUNG 2011 zahlreiche Mehrwerte und neue Aspekte. Im Gegensatz zu den bisherigen Zusammenfassungen der Vorträge auf der AUFSCHWUNG 2011 stehen Ihnen hier auch die Folien zur Verfügung, die Sie neben vielen anderen Vortagsfolien unter www.aufschwung-messe.de downloaden können.

Im Folgenden präsentiere ich zahlreiche Tipps und Erkenntnisse von Prof. Faltin, um zu ermöglichen, dass die wenigen Gründer, die hier in Deutschland den Mut fassen, zu starten, nicht auch noch scheitern. Laut internationaler Statistiken scheitern in den ersten fünf Jahren 80 % aller Gründungen. Russisch Roulette ist eine harmlose Veranstaltung im Vergleich zu Gründungen. Beim russischen Roulette ist eine von sechs Patronen scharf, bei Gründungen vier von fünf.

  1. Gute Geschäftskonzepte können länger als Patente halten
    Um als Gründer erfolgreich zu werden, sind Innovationen wichtig. Viele denken, dass Patente gut sind, allerdings werden Patente nach Untersuchungen häufig schon nach sechs Monaten unterlaufen. Gute Geschäftskonzepte halten meistens länger und schützen damit meist langfristiger.

  2. Entrepreneurial Design ist die große Herausforderung
    Sie müssen aus Ihrer Innovation ein Geschäftsmodell machen. Der Otto-Motor wurde nicht erfolgreich, weil es eine gute Erfindung war, sondern weil um den Otto-Motor herum ein erfolgreiches Geschäftsmodell entwickelt wurde und den Kunden ein große Nutzen geboten wurde: Mobilität. Mehr Infos dazu finden Sie auf den Seiten 15 und 16 der Präsentation. Wichtig ist, dass Sie neue Sichtachsen anlegen bzw. die Idee mit der Person stimmig machen.

  3. Ein gutes Geschäftskonzept muss reifen können
    Erfinder verlieben sich schnell in ihre Idee. Tappen Sie nicht in die Falle und tauschen Sie sich deshalb mit anderen Gründern aus. Die Gefahr des Ideenklaus ist gering, wenn die Sparringspartner schon ihre eigene erfolgreiche Idee gefunden haben. Mentoren sind diesbezüglich meist schon zu eingefahren. Prof. Simon aus den USA hat herausgefunden, dass es bis zu 10 Jahren und bis zu 50.000 Informationen braucht, bis ein Geschäftsmodell ausgereift ist. Deshalb gilt: Recherche, Recherche, Recherche.

  4. Entrepreneurship ist dem Künstler näher als dem Buchhalter
    Bei Entrepreneurship geht es darum, Neues zu denken und dann auch umzusetzen. Das ist extrem schwierig, weil es meist viele gibt, die einem aufhalten wollen, Neues zu machen. Diese Aufgabe ist dem Künstler, z.B. Komponist, näher als dem Buchhalter. Es braucht auch gute Manager, aber die kann man auch dazu buchen (Stichwort: Arbeitsteilung). Letztlich schaffen es vor allem Gründer nicht, beide Funktionen gleichzeitig zu erfüllen. Langfristig ist es wichtiger, am als im Unternehmern zu arbeiten.

  5. Quereinsteiger können meist radikaler denken
    Aus der Sicht von Prof. Faltin war es ein Vorteil, dass er als Gründer der Teekampagne „keine Ahnung“ von Tee und der Teebranche hat, weil er so alles radikal neu durchdenken konnte. Die wichtigste Regel beim neu Durchdenken lautet: Funktion statt Konvention. Mit der Teekampagne hat Faltin fast alles anders gemacht, als seine Konkurrenten. Dabei hat es lange gedauert, solch ein „lächerlich einfaches Konzept“ zu durchdenken.

  6. Gründer müssen eine hohe Ambiguitäts-Toleranz besitzen
    Erfolgreiche Gründer sind offen dafür, wie sich ihr Geschäftsmodell weiterentwickelt. Sie müssen offen dafür sein, wie es sich weiterentwickelt. Dafür braucht es eine hohe Ambiguitätstoleranz und ein großes Selbstbewußtsein. Man kennt das meistens von Kindern reicher Eltern. Sie haben meist eine hohe Selbstsicherheit, dass sie etwas finden, was sie erfüllt.

  7. Berater haben meist ein Defizit: StartUp-Erfahrung
    Die meisten Berater haben meistens noch nie erfolgreich eine Unternehmen gegründet und geführt (Freiberufler sind keine Unternehmer). Dadurch haben die meisten Berater ein großes Defizit: Erfahrung. Aber wie soll sich jemand in einen Gründer hineinversetzen, wenn er es nicht selber durchlebt hat? Deshalb müssen Berater nicht unnütz sein, aber es fehlt ihnen eine wichtige Eigenschaft, Sparringspartner zu sein.

  8. Gründen im Komponenten macht den „Kleinen groß“
    Im Gegensatz zu größeren Konkurrenten haben Sie einen großen Vorteil: Sie haben deutlich geringere Overheadkosten und können deshalb ihre Produkte und Dienstleistungen günstiger als ihre Konkurrenten anbieten. Zudem können Sie sich die besten Partner am Markt heraussuchen, die einzelne Komponenten übernehmen. Damit sind Sie von Beginn professionell und hocheffizient.

  9. Nutzen Sie die Ökonomie der Aufmerksamkeit
    Das Ungewöhnliche Ihrer Geschäftsidee kommt Ihnen bei der Pressearbeit zugute. Sorgen Sie dafür, dass die Presse sie entdeckt. Im Gegensatz zu Großkonzernen kommen auch Gründer ohne großes Budget in die Zeitungen. Ein Beispiel ist die Gründung von ebuero. Weil wenig Geld zur Verfügung stand, wurde das Büro mit Sand aufgefüllt, um den defekten Boden zu kaschieren. Die Fotos mit dem Gründer im strandähnlichen Umfeld ging um die Welt.

  10. Seien Sie authentisch
    Seien Sie ehrlich. Und geben Sie auch Schwächen zu. Prof. Faltin weist auf seiner Packung auch Schadstoffe aus. Er könnte diese auch wie viele seiner Konkurrenten verschweigen, aber das wäre aus seiner Sicht nicht ehrlich. Vielmehr bemüht er sich, die Schadstoffe zu entdecken und dafür zu sorgen, dass sie in seinen Produkten in möglichst geringer Dosis vorzufinden sind. Das danken ihm seine Kunden.

  11. Entrepreneurship ist die beste Maßnahme für positive Persönlichkeitsentwicklung
    Als erfolgreiche Entrepreneur hat man auf jeden Fall einen Fokus. Man geht interessierter durch die Welt und man ist viel aktiver als Angestellte. Durch die Erfolge wird man selbstbewußt. Man erhält mehr social Skills. Entrepreneurship ist perfekt für den Flow. Flow ist die Kunst, immer wieder neues zu lernen, ohne dass es in Stress ausartet. Als Gründer kann man Unangenehmes delegieren damit Stress abbauen.

  12. Die Chancen für Gründer sind besser wie nie zuvor
    Wir stehen in einer historisch einmaligen Situation. Gründern hatten noch nie so viele Möglichkeiten, in Komponenten zu gründen. Das Verständnis für Gründer steigt. Heute kann man sich ohne nennenswerten Kapitalaufwand starten und erfolgreich werden. Wenn es möglich ist, sollte man sich von externen Kapitalgebern unabhängig machen. Wenn es nicht möglich ist, kann man sich trösten: Gut durchdachten Konzepten laufen die Kaptalgeber hinterher.

Prof. Faltin schafft es auch immer wieder, erfahrene Unternehmer und Gründer in seinen Bann zu ziehen. Das liegt natürlich an seiner authentischen Art, vieles in Frage zu stellen und neue Wege aufzuzeigen, die funktionieren. Er ist der beste Beweis dafür. Und er hat eine weitere wichtige Eigenschaft: Sendungsbewußtsein! Es ist nicht nur wichtig, das Ei des Kolumbus zu finden, sondern auch davon zu berichten und andere dafür zu begeistern. Diese Spezies ist auch im Internetzeitalter sehr rar. Deshalb lassen Sie sich von ihm regelmäßig unter entrepreneurship.de inspirieren.

2 Responses to Prof. Faltin: Kopf schlägt Kapital. Gründen mit Komponenten.

  1. Erhard sagt:

    Gefaellt mir sehr die Seite. Gute Themenwahl.

  2. […] mehr, dass man als Gründer nicht alles selbst wissen oder machen muss. Die Zauberformel lautet: Gründen in Komponenten. Die große Leistung von Razum liegt darin, ein Alleinstellungsmerkmal zu kreieren und […]

Schreibe einen Kommentar